Abwehrmechanismus Bedeutung, Erklärung und Definition.
Der psychoanalytische Begriff Abwehrmechanismus bezeichnet unbewusst ablaufende Reaktionen, die das "Ich" zur Abwehr unerwünschter Triebimpulse des "Es" entwickelt. Abwehrmechanismen sind die Voraussetzung zur Bewältigung innerer Konlikte und Grundlage der Fähigkeit zur Selbststeuerung und Konfliktverarbeitung. Bei gesunden Menschen werden Abwehrmechanismen flexibel gehandhabt, eine rigide Abwehr führt zum Auftreten von neurotischen Symptomen. Die Abwehr gehört im psychoanalytischen Konzept zu den Ich-Funktionen.Beispiel: Wenn eine Krebserkrankung diagnostiziert wird, ist ein gewisses Maß an Verleugnung notwendig, um den Erkrankten vor der überwältigenden Vernichtungsangst zu schützen. Andererseits darf die Verleugnung nicht zu hoch sein, ansonsten kommt es zur fehlenden Realitätsanpassung mit den entsprechenden Konsequenzen (z. B. Verweigerung oder Verzögerung einer möglichen Behandlung).
Zu den von der Psychoanalyse dargestellten Abwehrmechanismen gehören (u. a.):
- Isolierung oder Affekt-Isolierung: Abspaltung von Gedanken, Erinnerung und Verhalten
- Projektion: unbewusste Verlagerung von unerwünschten Triebimpulsen, Fehlern, Schuldgefühlen, auf andere Personen, Situationen oder Gegenstände (projektive Tests)
- Rationalisierung: Ersetzen nichteingestandener Es-Motive durch unwahre, aber den Normen des Über-Ich entsprechende Motive
- Reaktionsbildung: Entwicklung einer dem ursprünglichen Es-Impuls entgegengesetzten Verhaltensweise
- Regression: Verlagerung der Libido von einer ontogenetisch späteren auf eine frühere Sexualentwicklungsstufe als Folge schwerer Frustrationen
- Sublimierung: unbewusste Wünsche und Triebe werden in sozial hochbewertete Aktivitäten umgewandelt
- Überkompensation: Ausgleich körperlicher oder psyschischer Mängel durch hohe Leistungen auf anderen Gebieten (Adler)
- Ungeschehen-Machen:
- Verdrängung: man macht sich so viele andere Gedanken, dass man das eigentliche Problem "aus den Augen verliert"
- Verleugnung: die Realität wird nicht anerkannt (z.B. ein Knoten in der Brust nicht wahrgenommen)
- Verschiebung: der Triebimpuls wird auf ein anderes Objekt verschoben, z.B. die Wut auf den Chef auf den Partner
- Identifikation: die betroffene Person setzt sich mit einer anderen gleich (zum Beispiel: Peter will so sein wie sein Chef.)
- Phantasie: die betroffene Person erkennt die Realität nicht an und flüchtet sich in eine unwahre Scheinwelt
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