Erklärung, Beschreibung und Bedeutung über Appellation d'Origine Contrôlée

Appellation d'Origine Contrôlée Bedeutung, Erklärung und Definition.

AOC bedeutet Appellation d'Origine Contrôlée (französisch), auf Deutsch etwa kontrollierte Herkunftsbezeichnung.

AOC ist ein Schutzsiegel für bestimmte landwirtschaftliche Produkte aus Frankreich, aber auch der Schweiz, wie Wein, Calvados, Butter, Käse, Olivenöl und andere.

Die Ursprünge des AOC-Siegels reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück, als die Erzeugung von Roquefort durch ein Parlamentsdekret geregelt wurde.

Voraussetzung für die Erteilung des AOC-Zertifikates heute ist die Einhaltung gewisser Kontrollbestimmungen:

  • Die Herstellung muss durchgängig auf traditionelle Weise erfolgen.
  • Die Zutaten müssen aus einem bestimmten geographischen Raum stammen und das Produkt muss in dieser Region hergestellt und zumindest teilweise gereift werden.
  • Die Eigenschaften des Produktes müssen annähernd gleichbleibend sein und klar definierten Qualitätsstandards entsprechen.
  • Die Herstellung wird streng überwacht und reguliert durch eine Kontrollkommission, die AOC-Standards zugrunde legt und selber einhält.

Das AOC-Siegel wurde in den 1950er Jahren gegründet und in den folgenden Jahrzehnten durch mehrere Gesetze neu und genauer geregelt. Seit 1990 werden die Bestimmungen vom zu diesem Zweck gegründeten Institut INAO (Institut national des appellations d'origine des vins et des eaux-de-vie) festgelegt und überwacht und vom Landwirtschaftsministerium in Paris per Dekret erlassen. Unter französischem Recht ist es verboten, Produkte unter AOC-geschützten Namen herzustellen oder zu verkaufen, wenn sie nicht die geforderten Bedingungen erfüllen. Nicht einmal Namensteile dürfen verwendet werden, was, da viele AOC-Namen einen Zusammenhang mit dem Produktionsort erkennen lassen, zu der eigenartigen Situation führt, dass andere Hersteller am Ort ohne AOC-Zertifizierung auf ihren Produkten nur eine kryptische Postleitzahl als Herkunftsangabe führen dürfen. Alle AOC-zertifizierten Produkte werden durch ein Siegel auf dem Etikett oder der Rinde (bei Käse) gekennzeichnet.

Es gibt über 400 französische AOC-Weine; sie machen rund 40% der französischen Rebfläche und etwa 30% des produzierten Weines aus. In einigen Anbaugebieten wie beispielsweise Bordeaux sind neben der Appellation d'origine vor allem das Château und dessen Cru (= Gewächs) entscheidend. Die Crus Classés wurden im Jahr 1855 erstmals festgelegt und bezeichnen die Spitzengewächse der Region (siehe: Klassifikation in Bordeaux).

Viele andere Länder nahmen das AOC-System zum Vorbild für eigene Qualitätssiegel, so Italien 1963 mit dem DOP (Denominazione di Origine Protetta) und DOC (Denominazione di Origine Controllata), auch DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita), Spanien mit der Denominación de Origen, Portugal mit der Denominação de Origem Controlada, Österreich mit dem DAC (Districtus Austria Controllatus) und Südafrika mit dem Wine of Origin. In Europa mündeten die einzelnen nationalstaatlichen Systeme 1992 in das EU-weit gültige PDO (Protected Designation of Origin), dem die einzelnen Ländersysteme angeglichen wurden. Heute werden neben dem PDO das AOC bzw. die anderen Systeme wegen des größeren Bekanntheitsgrades oft entweder parallel oder auch alternativ zum PDO zur Kennzeichnung verwendet.

Siehe auch: Weinanbaugebiet, Herkunftsbezeichnung


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