Erklärung, Beschreibung und Bedeutung über BĂ€rlauch

BĂ€rlauch Bedeutung, Erklärung und Definition.

BĂ€rlauch
BĂ€rlauch zur BlĂŒtezeit
: LilienÀhnliche (Liliidae)
: Lilianae
: Amaryllidales
: ZwiebelgewÀchse (Alliaceae)
: Zwiebelartige (Allium)
: BĂ€rlauch (A. ursinum)
Der BĂ€rlauch (Allium ursinum), auch Wilder Knoblauch, Waldknoblauch, BĂ€renlauch, Hexenzwiebel, Wilder Lauch, Ramsell, Waldlauch oder Zigeunerlauch, ist eine Art aus der Gattung der Zwiebelartigen (Allium).

Table of contents
1 Beschreibung
2 Verbreitung
3 Vermehrung
4 Verwertung
5 Unterarten
6 Literatur
7 Weblinks

Beschreibung

BĂ€rlauch ist eine etwa 20 bis 50 Zentimeter hohe Pflanze mit geradem, zwei- oder dreikantigem aufrechtem StĂ€ngel. Die Pflanze hat grundstĂ€ndige, ei-lanzettförmige Blattspreiten, je zwei bis fĂŒnf Zentimeter breit und blĂŒht mit vielen weißen, sternförmigen BlĂŒten in einem doldigen BlĂŒtenstand aus fĂŒnf bis zwanzig BlĂŒten mit je sechs BlĂŒtenblĂ€ttern. Sein Geruch Ă€hnelt dem Knoblauch, ist aber weniger stark ausgeprĂ€gt. Seine BlĂ€tter erscheinen ab Februar/MĂ€rz, er blĂŒht von April bis Juni, mit der BlĂŒte endet die Erntezeit. Die 2 - 3 mm großen Samen des BĂ€rlauchs haben kleine fleischige AnhĂ€ngsel, so genannte Elaiosomen, die ihre Verschleppung durch Ameisen und die erfolgreiche Verbreitung der Pflanzen sicherstellen, allerdings produziert nur etwa die HĂ€lfte der BlĂŒten fruchtbare Samen, da die Befruchtungsrate der BlĂŒten sehr gering ist. Als typischer FrĂŒhjahrsgeophyt beendet der BĂ€rlauch seinen Wachstumszyklus Ende Mai nach dem AbblĂŒhen und die Pflanze zieht wieder in die Erde ein.

Verbreitung

BĂ€rlauch kommt wild in fast ganz Europa und Nordasien in schattigen Auenen und AuwĂ€ldern sowie an bewaldeten NordhĂ€ngen vor, ist aber mittlerweile auch vielfach in GĂ€rten in Kultur anzutreffen. Er ist ein NĂ€hrstoffzeiger, schĂ€tzt tiefgrĂŒndige und humose, lockere, anhaltend staufeuchte Lehmböden und meidet silikatisch-saure Standorte, seine Vorkommen stehen oft ausgedehnt und dicht.

Bevorzugte Pflanzengemeinschaften werden mit Harthölzern gebildet, also weniger mit Erlen oder Weiden.
Buschwindröschen, Brennnessel und Scharbockskraut sollten mit BÀrlauch ebenso anzutreffen sein.

Vermehrung

BĂ€rlauch ist ein Kaltkeimer, das heißt die Samen mĂŒssen eine Frostperiode durchlebt haben, bevor sie keimen. Trotz seiner langen Keimdauer (zwei Jahre) sĂ€t sich BĂ€rlauch schnell selbst aus und bildet so innerhalb weniger Jahre große Horstee; beim Anbau im Garten muss der Bestand gelegentlich sogar eingedĂ€mmt werden.

Verwertung

BĂ€rlauch ist eine sehr alte Heilpflanze und war schon den Germanen und Kelten bekannt. In jungsteinzeitlichen Siedlungen des Alpenvorlandes fand man erstaunlich hĂ€ufig Überreste vom BĂ€rlauch. Weil die Pflanze als Viehfutter wenig brauchbar ist (Tiere, die davon gegessen haben, geben ungenießbare Milch), ist es wahrscheinlich, dass die Menschen sie bereits vor 5000 Jahren in der KĂŒche verwandten. BĂ€rlauch enthĂ€lt unter anderem Ă€therisches Öl mit dem Bestandteil Vinylsulfid, außerdem Mercaptan, Vinylpolysulfide sowie Mineralsalze.

BĂ€rlauch in der KĂŒche

Der BĂ€rlauch ist eine altbekannte GemĂŒse-, GewĂŒrz- und Heilpflanze, die seit einigen Jahren eine Renaissance erlebt. Die Pflanze ist zwar komplett essbar, verwendet werden aber vorwiegend die BlĂ€tter der Pflanze frisch als GewĂŒrz beziehungsweise GemĂŒse in der FrĂŒhjahrskĂŒche. Mittlerweile gibt es immer mehr Köche, die BĂ€rlauch im Angebot fĂŒhren. In den ReformhĂ€usern hat der BĂ€rlauch in den letzten Jahren als Pesto Einzug gehalten. Beim Pesto sollte man darauf achten, dass es keinen KĂ€se enthĂ€lt, dann ist es erstaunlich lange, oft ĂŒber Jahre hinweg haltbar. BĂ€rlauch verliert durch Erhitzung wertvolle Geschmackstoffe und bĂŒĂŸt seinen hohen Vitamin-C-Gehalt ein. Vor allem aber werden durch das Erhitzen die schwefelhaltigen Stoffe verĂ€ndert, welche die maßgebliche Ursache seines Geschmackes und seiner Gesundheit sind. Daher wird empfohlen, ihn lieber kleingeschnitten und roh untergemischt unter Salate und andere delikate Speisen zu sich nehmen.

Siehe auch: Strudel, BĂ€rlauchstrudel

BĂ€rlauch in der Heilkunst

Bereits die Römer kannten den BĂ€rlauch als "Herba salutaris", was soviel bedeutet wie Heilkraut, und schĂ€tzten ihn als magen- und blutreinigendes Mittel. Der mittelalterliche Pflanzenkundler Tabernaemontanus hingegen schĂ€tzte BĂ€rlauch ĂŒberhaupt nicht: "Dieses ist in seiner gantzen Substanz eines ublen starcken Geruchs unnd bösen Geschmacks: also dass wann das Rindviehe es inder Weyde versucht/ so schmackt unnd reucht die Milch/ KĂ€ss und die Butter so starck nach dem Knoblauch/ dass dieselbige nicht leichtlich kan genossen werden", aber Hieronymus Bock und Matthiolus erwĂ€hnen ihn lobend und einige hundert Jahre spĂ€ter schreibt der KrĂ€uterpfarrer KĂŒnzle "wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, GedĂ€rmen und Blut wie der BĂ€rlauch.".

Über die tatsĂ€chliche medizinische Wirkung liegen keine gesicherten Kenntnisse vor. Die Volksmedizin schreibt der Pflanze positive Wirkungen bei Arteriosklerose, Bluthochdruck und Verdauungsstörungen zu, insbesondere bei Appetitlosigkeit, BlĂ€hungen und Durchfall. Er wirkt angeblich auch schwach blutdrucksenkend und gilt als gutes pflanzliches Antibiotikum.

BĂ€rlauch im Volksglauben

Die Kelten in Wales verehrten die Pflanze und aßen sie vor der Schlacht um gestĂ€rkt davon in den Kampf zu ziehen. Das Waliser Wappen war ursprĂŒnglich mit BĂ€rlauch (inzwischen nur Lauch) versehen. Der Name kommt angeblich daher, dass die BĂ€ren nach dem Winterschlaf zuerst den BĂ€rlauch aßen.

Verwechslungsgefahr und Sammelhinweise

BĂ€rlauch wird beim Sammeln immer wieder von Pflanzenunkundigen mit dem Maiglöckchen und den im FrĂŒhjahr austreibenden BlĂ€ttern der Herbstzeitlose verwechselt. Beide anderen Pflanzen sind Ă€ußerst giftig, die Vergiftungen können dabei tödlich sein.

In der BlĂŒtezeit lĂ€sst sich jedoch insbesondere das Maiglöckchen an der BlĂŒtenform (Glocken, keine Sterne) leicht vom BĂ€rlauch unterscheiden. Vor allem aber riechen nur BĂ€rlauchblĂ€tter beim Zerreiben nach Knoblauch. Eine Pflanze, deren BlĂ€tter nicht nach Knoblauch riechen, ist kein BĂ€rlauch, sondern wahrscheinlich eine der beiden giftigen Pflanzen. Zu beachten ist aber, dass nach dem einmaligem Zerreiben von BĂ€rlauchblĂ€ttern der intensive Knoblauchgeruch an den Finger "haften" bleibt und so bei weiteren Proben tĂ€uschen kann, daher sollten auch immer weitere Unterschiede der Pflanze in Betracht gezogen werden:

  • Die BlĂ€tter des BĂ€rlauchs sind lang gestielt und kommen einzeln, wenn auch dicht nebeneinander aus dem Boden. Maiglöckchen haben meist 2 oder 3 GrundblĂ€tter an kurzen Stielen und die Herbstzeitlose bildet mehrere BlĂ€tter an einem Stengel aus.

  • Die BlĂ€tter des BĂ€rlauchs knicken leicht ab, Maiglöckchen und Herbstzeitlose hingegen haben sehr biegsame, fast "gummiartige" BlĂ€tter.

  • Die BlĂ€tter der Herbstzeitlosen haben auf der RĂŒckseite nicht die deutlichen Rippen des BĂ€rlauchs.

Maiglöckchen stehen eher an trockenen Standorten. Die Verwechselung in der Natur ist mit Herbstzeitlose auf feuchten Wiesen schon wahrscheinlicher.

Wie bei allen bodennahen Pflanzen besteht auch beim BĂ€rlauch die Gefahr einer Verunreinigung durch die Eier des Fuchsbandwurms. Um eine Infektion sicher zu verhindern, mĂŒssen die BlĂ€tter gut abgewaschen und fĂŒr fĂŒnf Minuten ĂŒber 70°C erhitzt, also pasteurisiert werden. Unwirksam sind dagegen Tiefgefrieren oder Einlegen. Roh sollte BĂ€rlauch nur verzehrt werden, wenn er in geschlossenen Kulturen oder fuchsbandwurmfreien Gebieten geerntet wurde. Letzteres lĂ€sst sich bei der lokal zustĂ€ndigen Forstbehörde erfragen.

Da in den letzten Jahren die Beliebtheit des BĂ€rlauchs stark zugenommen hat, ist es gelegentlich zu regelrechten PlĂŒnderungen von BĂ€rlauchbestĂ€nden durch rĂŒcksichtslose Sammler gekommen. BĂ€rlauch ist zwar keine bedrohte Art, aber stellenweise im Bestand zurĂŒckgegangen. Daher wird empfohlen, beim Sammeln darauf zu achten, dass von einzelnen Pflanzen nur wenige BlĂ€tter mitgenommen werden, um sie nicht zu schwĂ€chen, und den BĂ€rlauch auch nicht mit der Zwiebel auszugraben oder gar auszureißen. Werden die BlĂ€tter dagegen sauber mit einem Messer geschnitten, kann die Pflanze ĂŒberleben und im nĂ€chsten Jahr neu austreiben. Weil gerade die frĂŒhe Ernte dem BĂ€rlauch mehr schadet, als die spĂ€tere, gilt eine nicht zu frĂŒhe Ernte kurz vor der BlĂŒtezeit als sinnvoll. BlĂŒh- und Erntezeit ist in SĂŒddeutschland meist Ende MĂ€rz, in Norddeutschland oft erst Mitte April.

Unterarten

Neben dem Typus existiert noch die Unterart Allium ursinum ucrainicum, welche sich durch rauere Blattstiele auszeichnet.

Literatur

Weblinks


Siehe auch: Schnittlauch, Zwiebel, Knoblauch, Liste der KĂŒchenkrĂ€uter und GewĂŒrze


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