Berliner Mauer Bedeutung, Erklärung und Definition.
Die Berliner Mauer war Teil der innerdeutschen Grenze und trennte vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 West-Berlin vom Ostteil der Stadt und dem sie umgebenden Gebiet der DDR. Sie war das bekannteste Symbol für den Kalten Krieg und die Teilung Deutschlands. Bei Versuchen, die schwer bewachten Grenzanlagen in Richtung West-Berlin zu überwinden, kamen mindestens 86 Menschen durch Gewaltakte seitens der DDR-Grenztruppen zu Tode. Andere Quellen gehen von mindestens 238 Toten aus, wobei Unfälle mitgezählt sind.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde Deutschland auf Sieger-Beschluss der Jaltakonferenz in vier Besatzungszonen aufgeteilt, die von den Besatzungsmächten USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich kontrolliert und verwaltet wurden. Analog wurde Berlin als ehemalige Hauptstadt des Deutschen Reiches in vier Sektoren geteilt. Gleichzeitig begann auf verschiedensten Ebenen der Kalte Krieg zwischen West und Ost. Berlin wurde zu einem zentralen Platz im Kampf der Geheimdienste aus Ost und West. In den USA machte der Begriff von Berlin als der „billigsten Atombombe“ und „Pfahl im Fleische“ der Sowjetzone die Runde.
Als 1949 in den drei Westzonen zuerst die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) kurz darauf die DDR gegründet wurde, begann man auf beiden Seiten die Grenzen intensiver abzusichern und auszubauen. Durch die Gründung zweier Staaten wurde die Teilung politisch untermauert. Zwischen DDR und Bundesrepublik wurden zuerst nur Grenzpolizisten und Grenzsoldaten eingesetzt, später auf DDR-Seite vorwiegend Zäune aufgebaut. Formal hatte Berlin den Status einer entmilitarisierten Vier-Sektoren-Stadt und war unabhängig von den beiden deutschen Staaten, was jedoch in der Praxis wenig Bedeutung hatte – West-Berlin näherte sich in vielem dem Status eines Bundeslandes an, zum Beispiel mit nicht abstimmungsberechtigten Vertretern im Bundestag. Ost-Berlin wurde vertragswidrig sogar zur Hauptstadt der DDR erklärt.
Mit der Verschärfung des Kalten Krieges, der unter anderem zu Handelsbeschränkungen gegenüber dem Ostblock, einem permanenten diplomatischen Kleinkrieg und militärischen Drohgebärden führte, intensivierte insbesondere die östliche Seite die Sicherung ihrer Grenzen. Die innerdeutsche Grenze war damit nicht mehr nur eine Grenze zwischen den Teilen Deutschlands, sondern Teil der Grenze zwischen dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) und der EG, zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, also zwischen zwei unterschiedlichen politisch-ideologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Machtblöcken, die sich im sogenannten "Kalten Krieg" offiziell feindlich gegenüber standen.
Seit der Errichtung der DDR wanderten Bürger in steigenden Zahlen in die Bundesrepublik aus, vor allem über Berlin, wo die Grenze mitten durch die Stadt kaum zu kontrollieren war, im Gegensatz zur damals schon scharf bewachten innerdeutschen Grenze zur Bundesrepublik. Zwischen 1949 und 1961 verließen etwa 2,6 Millionen Menschen die DDR und Ost-Berlin, davon flohen alleine 47.433 noch in den beiden gerüchtreichen Augustwochen 1961. Außerdem war für viele Polen und Tschechen West-Berlin ein Tor in den Westen. Da es sich dabei oft um gut ausgebildete junge Menschen handelte, bedrohte diese Abwanderung die Wirtschaftskraft der DDR und letztlich den Bestand des Staates. Etwa 50.000 Ost-Berliner arbeiteten zudem als so genannte Grenzgänger in West-Berlin, lebten und wohnten aber zu den günstigen Bedingungen in Ost-Berlin bzw. im Berliner Umland. Dies führte zu zusätzlichem Unmut in der Ost-Berliner Bevölkerung.
Am 4. August 1961 wurden die Grenzgänger per Verordnung durch den Ost-Berliner Magistrat angewiesen, sich registrieren zu lassen und Mieten sowie Mietnebenkosten künftig in DM (West) zu zahlen.
Schon vor dem Mauerbau kontrollierte die Volkspolizei im Ostteil Berlins die in den Westteil der Stadt führenden Straßen und Verkehrsmittel intensiv auf so genannte verdächtige „Republikflüchtlinge“ und „Schmuggler“. Außerdem kauften viele West-Berliner und in West-Berlin arbeitende Ost-Berliner mit auf dem Devisenschwarzmarkt günstig getauschter Mark der DDR die vergleichsweise billigen Grundnahrungsmittel und die wenigen hochwertigen Konsumgüter in Ost-Berlin. Das planwirtschaftlicheliche Wirtschaftssystem auf östlicher Seite wurde dadurch zusätzlich geschwächt. Die Mauer sollte den Machthabern des "Ostblocks" dazu dienen, die "Abstimmung mit den Füßen", weg aus dem "Sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat", endgültig durch Abriegelung der Grenzen zu stoppen.
Der Plan zum Bau der Mauer in Berlin war ein Staatsgeheimnis der DDR-Regierung. Die Mauer wurde auf Geheiß der SED-Führung unter Schutz und Überwachung durch Volkspolizisten und Soldaten der Nationalen Volksarmee von Bauarbeitern errichtet – entgegen den Beteuerungen des Staatsratsvorsitzenden der DDR, Walter Ulbricht, der auf einer internationalen Pressekonferenz in Ost-Berlin am 15. Juni 1961 auf die Frage einer westdeutschen Journalistin geantwortet hatte:
Zwar wurden die Westalliierten durch Gewährsleute über die Planung „drastischer Maßnahmen“ zur Abriegelung von West-Berlin informiert, vom konkreten Zeitpunkt und Ausmaß der Absperrung gaben sie sich öffentlich überrascht. Da ihre Zugangsrechte nach West-Berlin nicht beschnitten wurden, griffen sie nicht militärisch ein. Auch der Bundesnachrichtendienst (BND) hatte ähnliche Informationen bereits Mitte Juli erhalten. Nach Ulbrichts Besuch bei Chruschtschow während des hochrangigen Treffens der Warschauer Vertragsstaaten in Moskau vom 3 bis 5. August stand im BND-Wochenbericht vom 9. August:
In der veröffentlichten Erklärung der Teilnehmerstaaten des Treffens des Warschauer Vertrags wurde vorgeschlagen, „an der Westberliner Grenze der Wühltätigkeit gegen die Länder des sozialistischen Lagers den Weg zu verlegen und um das Gebiet Westberlins eine verlässliche Bewachung und wirksame Kontrolle zu gewährleisten.“ Am 11. August billigte die Volkskammer der DDR die Ergebnisse der Moskauer Beratung und bevollmächtigte den Ministerrat zu allen entsprechenden Maßnahmen. Der Ministerrat der DDR beschloss am 12. August den Einsatz der „bewaffneten Organe“ zur Besetzung der Grenze zu West-Berlin und zur Errichtung von Grenzsperren.
Am Samstag, dem 12. August, ging beim BND aus Ost-Berlin folgende Information ein: „Am 11. August 1961 hat eine Konferenz der Parteisekretäre der parteigebundenen Verlage und anderer Parteifunktionäre beim ZK der SED stattgefunden. Hier wurde u. a. erklärt: ... Die Lage des ständig steigenden Flüchtlingsstroms mache es erforderlich, die Abriegelung des Ostsektors von Berlin und der SBZ in den nächsten Tagen – ein genauer Tag wurde nicht angegeben – durchzuführen und nicht, wie eigentlich geplant, erst in 14 Tagen.“
In der Nacht vom 12 auf den 13. August 1961 begannen die NVA, 5.000 Angehörige der Deutschen Grenzpolizei (Vorläufer der Grenztruppen), 5.000 Angehörige der Schutz- und Kasernierten Volkspolizei und 4.500 Angehörige der Betriebskampfgruppen die Straßen und Gleiswege nach West-Berlin abzuriegeln. Sowjetische Truppen hielten sich in Gefechtsbereitschaft und waren an den Alliierten Grenzübergängen präsent. Alle Verkehrsverbindungen zwischen den beiden Teilen Berlins wurden unterbrochen. Im September 1961 fuhren jedoch bereits wieder einige West-Berliner S- und U-Bahn-Linien auf Tunnelstrecken unter Ost-Berliner Gebiet – ohne reguläre Stops auf den nun so genannten Geisterbahnhöfen. Erich Honecker war als damaliger ZK-Sekretär für Sicherheitsfragen für die gesamte Planung und Umsetzung des Mauerbaus politisch im Namen der SED-Führung verantwortlich. Bis zum September 1961 desertierten allein von den eingesetzten Sicherungskräften 85 Mann nach West-Berlin, außerdem gab es 216 gelungene Fluchtversuche von 400 Menschen. Unvergessen sind bekannt gewordene Bilder von an Bettlaken aus den angrenzenden Häusern herabgelassenen Flüchtlingen und dem den Stacheldraht überspringenden jungen Grenzpolizisten Conrad Schumann in der Bernauer Straße.
Bundeskanzler Konrad Adenauer rief noch am gleichen Tag über Radio die Bevölkerung zur Ruhe und Besonnenheit auf und verwies auf nicht näher benannte Reaktionen, die gemeinsam mit den Alliierten folgen würden. Er ließ sich erst zwei Wochen nach dem Mauerbau in West-Berlin blicken. Allein der regierende Bürgermeister Willy Brandt protestierte energisch, aber letztlich machtlos, gegen die Einmauerung West-Berlins und die Teilung der Stadt. Die westdeutschen Bundesländer gründeten noch im gleichen Jahr die Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen, um Menschenrechtsverletzungen auf dem Gebiet der DDR zu dokumentieren und so zumindest symbolisch dem Regime Einhalt zu gebieten. Am 16. August 1961 kam es zu einer Protestdemonstration mit 300.000 West-Berlinern vor dem Schöneberger Rathaus mit Brandt.
Die Reaktionen der westlichen Alliierten nach dem Mauerbau waren recht schleppend: 20 Stunden dauerte es, bis Militärstreifen an der Grenze erschienen. 40 Stunden dauerte es, bis eine Rechtsverwahrung an den sowjetischen Kommandanten Berlins geschickt wurde. Gar 72 Stunden dauerte es, bis diplomatische Proteste der Alliierten – um der Form genüge zu tun – in Moskau eingingen. Es gab immer wieder Gerüchte, dass die Sowjets den westlichen Alliierten vorher versichert hätten, deren Rechte an West-Berlin nicht anzutasten. Spätere Erfahrungen bestätigen offensichtliche Vorabkontakte.
Internationale Reaktionen 1961:
Zu einer gefährlich aussehenden direkten Konfrontation zwischen amerikanischen und sowjetischen Truppen kam es am 27. Oktober 1961 am Checkpoint Charlie auf der Friedrichstraße, als sich jeweils zehn Kampfpanzer unmittelbar am Grenzstrich gegenüber aufbauten. Am nächsten Tag wurden jedoch beide Panzergruppen wieder zurück gezogen. Beide Seiten wollten wegen Berlin nicht eskalieren, am Ende gar einen Atomkrieg riskieren.
West-Berliner durften bereits seit dem 1. Juni 1952 nicht mehr frei nach Ost-Berlin und in die DDR einreisen. Nach langen Verhandlungen wurde 1963 das Passierscheinabkommen getroffen, das mehreren hunderttausend West-Berlinern zum Jahresende den Besuch ihrer Verwandtschaft im Ostteil der Stadt ermöglichte.
Ab Anfang der 1970er Jahre wurde mit der durch Willy Brandt und Erich Honecker eingeleiteten Politik der Annäherung zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland die Grenze zwischen den beiden Staaten etwas durchlässiger. Die DDR gewährte nun Reiseerleichterungen, insbesondere für „unproduktive“ Bevölkerungsgruppen wie Rentner, und erlaubte Bundesbürgern einfachere Besuche aus grenznahen Regionen. Eine umfassendere Reisefreiheit machte die DDR von der Anerkennung ihres Status als souveräner Staat abhängig und verlangte die Auslieferung von nicht rückkehrwilligen DDR-Reisenden. Diese Forderungen wollte man in der Bundesrepublik Deutschland aufgrund ihres Grundgesetzes nicht erfüllen.
Die DDR-Propaganda bezeichnete die Mauer wie auch die gesamte Grenzsicherung zur Bundesrepublik als antifaschistischen Schutzwall und Friedengrenze, die die DDR vor „Abwanderung, Unterwanderung, Spionage, Sabotage, Schmuggel, Ausverkauf und Aggression aus dem Westen“ schützen sollte. In Wirklichkeit richteten sich die Abwehranlagen vorwiegend gegen die eigenen Bürger.
Die Berliner Mauer fiel in der Nacht vom Donnerstag, dem 9. November, zum 10. November 1989 nach mehr als 28 Jahren. Zur Öffnung der Mauer führten zum einen Massenkundgebungen in der Wendezeit und die Forderung nach Reisefreiheit in der damaligen DDR sowie die anhaltende Republikflucht großer Bevölkerungsteile der DDR in die Bundesrepublik Deutschland über das Ausland, teils über Botschaften in verschiedenen osteuropäischen Hauptstädten (unter anderem Prag und Warschau), teils über die in Ungarn am Neusiedler See bei Sopron mittlerweile offene Grenze zu Österreich.
Auslöser war eine Pressekonferenz mit SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski im Presseamt/ Internationalen Pressezentrum in Ost-Berlin Mohrenstrasse 38 (jetzt Teil des Bundesjustizministeriums), die über das Fernsehen live übertragen und so von vielen gesehen wurde. Schabowski las gegen Ende der Pressekonferenz um 18:57 Uhr eher beiläufig von einem Zettel einen Ministerratsbeschluss über eine neue Reiseregelung ab, die, wie sich später herausstellte, noch gar nicht verabschiedet worden war. Nach anderer Ansicht war der Entwurf vom Ministerrat im Umlaufverfahren beschlossen, sollte aber erst am 10. November ab 4:00 Uhr an die Presse freigegeben werden, damit alle zuständigen Organe entsprechend informiert werden konnten:
Die DDR-Bürger wurden von der Bevölkerung West-Berlins begeistert empfangen. Die meisten Kneipen in der Nähe der Mauer gaben spontan Freibier aus und auf dem Kurfürstendamm gab es einen großen Volksauflauf mit hupendem Autokorso und wildfremden Menschen, die sich in den Armen lagen. In der Euphorie dieser Nacht wurde die Mauer auch von vielen West-Berlinern erklommen, und das bis dahin unerreichbare Brandenburger Tor war daraufhin faktisch für jedermann zugänglich. Als die Nachricht von der Öffnung der Berliner Mauer bekannt wurde, unterbrach der Bundestag in Bonn am Abend seine laufende Haushaltssitzung. Abgeordnete sangen spontan die Nationalhymne.
Der Fall der Mauer war ein herausragendes Ereignis der Weltgeschichte und wurde unter anderem Weihnachten 1989 mit einem Konzert Leonard Bernsteins gefeiert.
Die 156,4 km (nach anderen Angaben 167 km) lange Berliner Mauer wurde ergänzt durch ausgedehnte Befestigungen der Grenze zur Bundesrepublik und – in geringerem Umfang – anderer Westgrenzen der Staaten des Warschauer Paktes, wodurch der so genannte Eiserne Vorhang materielle Gestalt annahm. Wie die restliche innerdeutsche Grenze wurde auch die Berliner Mauer über weite Strecken mit umfangreichen Systemen von Stacheldrahthindernissen, Gräben, Panzerhindernissen, Kontrollwegen und Postentürmen versehen. Allein etwa 1.000 Diensthunde waren in Hundelaufanlagen bis Anfang der 1980er Jahre eingesetzt. Dieses System wurde über Jahrzehnte ständig ausgebaut. Dazu gehörte, dass nahe an der Mauer stehende Häuser, deren Bewohner zwangsweise umgesiedelt wurden, gesprengt wurden. Noch am 28. Januar 1985 wurde an der Bernauer Straße sogar die Versöhnungskirche gesprengt. Das führte dazu, dass sich letztlich eine breite, nachts taghell beleuchtete Schneise durch die einst dicht bebaute Stadt zog.
In ihrem Endausbaustadium, an manchen Stellen erst in den 1980er Jahren, bestanden die Grenzanlagen beginnend aus Richtung DDR aus:
Der Aufbau der Grenztruppen-intern als Handlungsstreifen bezeichneten Grenze war natürlich den Bürgern in der DDR nicht genau bekannt, da Militärgeheimnis. Die Grenzsoldaten waren zum Stillschweigen verpflichtet, und da man nie genau wissen konnte, wer als Stasi-Spitzel nach einer unbedachten Plauderei einen Bericht schrieb, hielt man sich tunlichst daran. Jeder, der sich irgendwie auffällig für die Grenzanlagen interessierte, lief mindestens Gefahr, vorläufig festgenommen und zum nächsten Polizeirevier oder Grenzkommando zur Identitätsfeststellung gebracht zu werden. Eine Verurteilung zu einer Haftstrafe wegen Planung eines Fluchtversuchs konnte folgen. Im Übrigen war auch in Berlin der nähere Bereich an der Grenze Sperrgebiet, das nur mit Genehmigung betreten werden konnte. Alle Einblicksmöglichkeiten für Unbefugte wurden mit Sichtblenden verbaut.
Hauptartikel: Berliner Grenzübergänge
Die Grenzübergangsstellen (GÜSt) zwischen West-Berlin Ost-Berlin und dem Gebiet der DDR waren auf DDR-Seite sehr stark ausgebaut. Es wurde mitunter sehr scharf bei der Ein- und Ausreise von den DDR-Grenzorganen und dem DDR-Zoll kontrolliert. Dennoch war die Abfertigung betont korrekt und höflich.
Auf West-Berliner Seite hatten die Polizei und der Zoll Posten. Dort gab es in der Regel keine Kontrollen im Personenverkehr. Nur an den Transitübergängen wurden die Reisenden statistisch erfasst (Befragung nach dem Ziel), gelegentlich bei entsprechendem Anlass zur Strafverfolgung auch kontrolliert (Ringfahndung). Der Güterverkehr unterlag im Auslandsverkehr der Zollabfertigung. Im Verkehr mit der Bundesrepublik wurden nur statistische Erhebungen gemacht.
Am Checkpoint Bravo (Dreilinden) und Checkpoint Charlie (Friedrichstraße) hatten die Alliierten Besatzungsmächte Kontrollpunkte eingerichtet, die jedoch für den normalen Reise- und Besuchsverkehr ohne Bedeutung waren.
Mit der Währungsunion am 1. Juli 1990 wurden alle Grenzübergänge aufgegeben. Einige Reste der Anlagen bleiben als Mahnmal erhalten.
In den 28 Jahren ihres Bestehens starben an der Berliner Mauer mindestens 86 Flüchtende. Über die genaue Zahl der Mauertoten gibt es stark widersprüchliche Angaben, sie ist heute schwierig zu beziffern, weil die Todesfälle an der Grenze von der DDR systematisch verschleiert wurden (siehe auch Innerdeutsche Grenze). Die ersten tödlichen Schüsse fielen am 24. August 1961 auf den 24-jährigen Günter Litfin, der in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße von Transportpolizisten bei einem Fluchtversuch erschossen wurde, elf Tage nach der Schließung der Grenze. Peter Fechter verblutete am 17. August 1962 im Todesstreifen. Im Jahre 1966 wurden zwei Kinder im Alter von 10 und 13 Jahren im Grenzstreifen durch insgesamt 40 Schüsse niedergemacht. Der letzte tödliche Zwischenfall an der Grenze ereignete sich am 6. Februar 1989, dabei verblutete Chris Gueffroy.
Nach Schätzungen mussten sich rund 75.000 Menschen wegen so genannter Republikflucht vor DDR-Gerichten verantworten. Republikflucht wurde nach § 213 Strafgesetzbuch der DDR mit Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren geahndet. Wer bewaffnet war, Grenzanlagen beschädigte oder als Armeeangehöriger oder Geheimnisträger bei einem Fluchtversuch gefasst wurde, kam selten mit weniger als fünf Jahren Gefängnis davon.
Einige Grenzsoldaten starben ebenfalls bei gewalttätigen Vorfällen an der Mauer. Der bekannteste Fall ist sicherlich die Erschießung des Soldaten Reinhold Huhn, der von einem Fluchthelfer bekämpft wurde. Diese Vorfälle wurden von der DDR propagandistisch ausgenutzt und auch als nachträgliche Begründung für den Mauerbau herangezogen.
Die juristische Aufarbeitung des Schießbefehls in so genannten Mauerschützenprozessen dauerte bis zum Herbst 2004. Zu den angeklagten Verantwortlichen gehörten unter anderem der Staatsratsvorsitzende Erich Honecker, Nachfolger Egon Krenz, die Mitglieder des Nationalen Verteidigungsrates Erich Mielke, Willi Stoph, Heinz Keßler, Fritz Streletz und Hans Albrecht, der SED-Bezirkschef von Suhl, sowie einige Generäle, wie der Chef der Grenztruppen, Generaloberst Klaus-Dieter Baumgarten (1979–1990).
Die angeklagten ausführenden Mauerschützen rekrutierten sich zum Großteil aus Mannschaftsdienstgraden der NVA oder der DDR-Grenztruppen. Insgesamt wurden 35 Angeklagte freigesprochen, 44 Angeklagte wurden zu Bewährungsstrafen und 11 Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt, unter anderem Albrecht, Streletz und Keßler zu viereinhalb bis siebeneinhalb Jahren sowie Baumgarten. Im August 2004 wurden Hans-Joachim Böhme und Werner Lorenz als ehemalige Politbüro-Mitglieder zu Bewährungsstrafen vom Landgericht Berlin verurteilt. Der letzte Prozess gegen DDR-Grenzsoldaten ging am 9. November 2004, genau 15 Jahre nach der Maueröffnung, mit einem Schuldspruch zu Ende.
Am 14. Juni 1963 wurde das Mauermuseum – Haus am Checkpoint Charlie direkt vor der Grenze vom Historiker Rainer Hildebrandt eröffnet. Es wurde und wird das „beste Grenzsicherungssystem der Welt“ (DDR-Armeegeneral Karl Heinz Hoffmann) und der "Beistand der Schutzmächte" veranschaulicht. Gezeigt werden neben Fotos und Dokumentationen geglückter Fluchtversuche auch die Fluchtmittel: Heißluftballons, Fluchtautos, Sessellifte und ein Mini-U-Boot. Leiterin des Museums ist die Witwe des Gründers Alexandra Hildebrandt.
Am 31. Oktober 2004 wurde nahe dem Mauermuseum an der Friedrichstraße/Zimmerstraße in der Nähe des ursprünglichen Mauerverlaufs aus 120 originalen Betonelementen eine Mauer aufgebaut und in einer Installation Gedenkkreuze für die Maueropfer errichtet. Diese Aktion wurde politisch angefeindet, Lea Rosh, und soll darum voraussichtlich Ende 2004 enden.
Seit Ende der 1990er Jahre besteht an der Bernauer Straße zwischen Wedding und Mitte ein Gedenkstättenensemble zur Berliner Mauer. Es umfasst die Gedenkstätte Berliner Mauer, das Dokumentationszentrum Berliner Mauer sowie die Kapelle der Versöhnung.
Die Gedenkstätte ist aus einem vom Bund ausgelobten Wettbewerb hervorgegangen und wurde nach langen und heftigen Diskussionen am 13. August 1998 eingeweiht. Sie stellt einen durch künstlerisch-gestalterische Mittel ergänzten neu aufgebauten Mauerabschnitt am Originalort dar. Das Dokumentationszentrum, das von einem Verein getragen wird, wurde am 9. November 1999 eröffnet. 2003 wurde es durch einen Aussichtsturm ergänzt, von dem die Maueranlagen der Gedenkstätte gut einsehbar sind. Neben einer aktuellen Ausstellung (seit 2001 unter dem Titel Berlin, 13. August 1961) gibt es unterschiedliche Informationsmöglichkeiten zur Geschichte der Mauer. Außerdem werden Seminare und andere Veranstaltungen angeboten. Die Kapelle der Versöhnung der Evangelischen Versöhnungsgemeinde wurde am 9. November 2000 eingeweiht. Sie ist ein ovaler Stampflehmbau und wurde über den Restmauern des Chores der 1985 gesprengten Versöhnungskirche gebaut.
Die Geschichtsmeile Berliner Mauer ist eine viersprachige Dauerausstellung, die aus 25 Informationstafeln besteht. Diese stehen über den innerstädtischen Grenzverlauf verteilt und enthalten Fotografien und Texte zu Ereignissen, die sich am Standort der Tafeln zugetragen haben, beispielsweise wird auf geglückte oder missglückte Fluchten hingewiesen. Außerdem findet man an verschiedenen Stellen des ehemaligen Grenzverlaufs Kreuze oder andere Zeichen des Gedenkens vor allem an erschossene Flüchtlinge, die häufig auf Privatinitiative aufgestellt worden sind.
Nach dem Mauerfall wurden durch Souvenirjäger immer wieder Mauerstücke aus der Mauer herausgebrochen. Dies entwickelte sich schnell zu einem Markt, die Mauerstücke wurden verkauft. Diese Souvenirjäger erhielten im Volksmund schnell die Bezeichnung Mauerspechte. Aber auch die DDR war bestrebt, die Mauer möglichst schnell und umfassend abzureißen.
Heute gibt es nur noch wenige Reste der einstigen Maueranlagen. Der bekannteste Rest der Mauer steht an der Spree zwischen dem Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke und war gar nicht Teil der eigentlichen Mauer (die gab es an dieser Stelle gar nicht, denn die Grenze war hier die Spree), sondern die so genannte Hinterland-Mauer, die das Grenzgebiet nach Ost-Berlin hin begrenzte. Sie wurde 1990 von internationalen Künstlern zur East Side Gallery gestaltet und unter Denkmalschutz gestellt. Ein weiteres Reststück der (wirklichen) Mauer steht an der Niederkirchnerstraße im Berliner Bezirk Mitte in der Nähe des Berliner Abgeordnetenhauseses. Es wurde ebenfalls 1990 unter Denkmalschutz gestellt. Hingegen sind die Grenzanlagen der Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße nicht original, sondern wurden zu Anschauungszwecken wieder neu aufgebaut. Der US-Geheimdienst CIA sicherte sich für seinen Neubau in Langley, Virginia, weitere künstlerisch verzierte Mauersegmente im Freigelände.
Von den ehemals 302 Grenzwachtürmen stehen heute noch fünf:
Im Ortsteil Prenzlauer Berg wurde ein Teil des Verlaufs der ehemaligen Mauer zu einem Grünstreifen, dem Mauerpark, der nun als Parkanlage genutzt wird.
Ein Gartengebiet ragte als schmaler Streifen aus dem Osten nach West-Berlin hinein und führte zu einer speziellen Form im Mauerverlauf, dem sogenannten Entenschnabel.
Die Satirepartei Die PARTEI zählt den Wiederaufbau der Mauer zu einem ihrer Wahlversprechen.
Diese Seite ist ein Artikel über Berliner Mauer. Seite Versuche, zum von von Beschreibung über bereitzustellen Berliner Mauer. Sie konnten Tatsachen über auch finden Berliner Mauer. Erklärung von Berliner Mauer.Geschichte
Vorgeschichte
Mauerbau
Ulbricht war damit der erste, der den Begriff Mauer in diesem Bezug verwendete – zwei Monate, bevor sie überhaupt stand.Westdeutsche Reaktionen
Alliierte Reaktionen
Immerhin stand US-Präsident John F. Kennedy fest zur „freien Stadt“ Berlin. Er sandte eine zusätzliche Kampfgruppe mit 1.500 Mann über die Transitstrecke nach West-Berlin und reaktivierte General Lucius D. Clay. Am 19. August 1961 trafen Clay und US-Vizepräsident Lyndon B. Johnson in West-Berlin ein. Insbesondere der DDR-Staatschef Walter Ulbricht maßte sich sogar Kontrollbefugnisse der Volks- und Grenzpolizei über alliierte Offiziere und Angestellte an, die auf schärfste Zurückweisung insbesondere durch die Amerikaner stießen. Schließlich musste sogar der Kommandierende Befehlshaber der "Gruppe sowjetischen Truppen in der DDR" (GSTD) energisch auf die DDR-Funktionäre mäßigend einwirken.Geteiltes Land
Mauerfall
Aufgrund der Meldungen von Rundfunk- und Fernsehsendern aus der Bundesrepublik und West-Berlin unter dem Titel „Die Mauer ist offen!“ zogen mehrere Tausend Berliner zu den Grenzübergängen und verlangten die Öffnung. Zu diesem Zeitpunkt waren weder die Grenztruppen noch die für die eigentliche Abfertigung zuständigen Passkontrolleinheiten (PKE) des Ministeriums für Staatssicherheit darüber informiert. Ohne konkrete Befehle oder Anweisungen und unter dem Druck der Massen wurden kurz nach 23:00 Uhr zunächst der Grenzübergang Bornholmer Straße in Berlin, später weitere im Berliner Stadtgebiet sowie an der innerdeutschen Grenze geöffnet. Bereits am späten Abend verfolgten Viele die Öffnung der Grenzübergänge im Fernsehen und machten sich teilweise dann noch auf den Weg. Der große Ansturm setzte am Vormittag des 10. November 1989 ein, da die Grenzöffnung um Mitternacht vielfach „verschlafen“ wurde.Aufbau der Berliner Grenzanlagen
1980]]
Für die ostdeutschen Grenzsoldaten galt der Schießbefehl, der von ihnen verlangte, einen Fluchtversuch mit allen Mitteln, auch auf Kosten des Lebens des Flüchtlings, zu verhindern. Auch an der Berliner Mauer wurde dieser Schießbefehl häufig exekutiert. Gemessen an der Grenzlänge zur Bundesrepublik starben in Berlin überdurchschnittlich viele Flüchtlinge. Vor hohen Feiertagen oder Staatsbesuchen wurde dieser Schießbefehl auch zeitweilig ausgesetzt, um eine negative Westpresse zu vermeiden. Von West-Berlin wurde die Grenze ständig von der West-Berliner Polizei und Alliierten Militärstreifen beobachtet und alle auffälligen Aktivitäten dokumentiert, auch um Schleusungen von Ost-Spionen über die Grenze möglichst zu verhindern. (Wie sich später herausstellte, gab es dennoch versteckte Mauerdurchgänge, die auch genutzt wurden.).
Die Gesamtbreite dieser Grenzanlagen war abhängig von der Häuserbebauung im Grenzgebiet und betrug von etwa 30 Meter bis etwa 500 Meter (am Potsdamer Platz). Minenfelder und Selbstschussanlagen wurden an der Berliner Mauer nicht aufgebaut (dies war aber in der DDR nicht allgemein bekannt!), jedoch an der innerdeutschen Grenze zur Bundesrepublik.Grenzübergänge
Maueropfer und -schützen
Maueropfer
Mauerschützen-Prozesse
Gedenken
Mauermuseum – Haus am Checkpoint Charlie
Gedenkstättenensemble Berliner Mauer in der Bernauer Straße
Sonstiges
Reste der Mauer
Der einstige Grenzstreifen ist noch heute an vielen Stellen gut erkennbar. Auf großen Teilen dieses Streifens führt heute ein Radweg entlang. In den 1990er Jahren gab es in der Berliner Politik eine Diskussion über verschiedene Ideen zur Markierung und Sichtbarmachung des einstigen Mauerverlaufs. Vorgeschlagen wurden zum Beispiel eine Doppelreihe in den Straßenbelag eingelassener quadratischer Pflastersteine, ein in den Bodenbelag eingelassenes Bronzeband und eine Markierung beider Mauern (der eigentlichen und der Hinterland-Mauer) durch verschiedenfarbige Streifen. Alle drei Varianten wurden am Abgeordnetenhaus zu Anschauungszwecken jeweils auf einem kurzen Stück ausgeführt. Im Ergebnis dieser Diskussion wurde danach vor allem im Innenstadtbereich an mehreren Stellen ungefähr 8 km des Mauerverlaufs durch eine Doppelreihe von Pflastersteinen markiert.Kurioses
Literatur
Weblinks
