Erklärung, Beschreibung und Bedeutung über Bordeaux

Bordeaux Bedeutung, Erklärung und Definition.

Dieser Artikel behandelt die französische Stadt Bordeaux, Informationen zum gleichnamigen Wein finden Sie unter Bordeaux (Wein).

Bordeaux ist eine Stadt im Südwesten Frankreichs.

Table of contents
1 Allgemeines
2 Geographie
3 Geschichte
4 Persönlichkeiten
5 Sehenswürdigkeiten
6 Politik
7 Verkehr
8 Sport
9 Weblinks

Allgemeines

Die Universitätsstadt Bordeaux ist Sitz der Präfektur des Département Gironde (Departement 33) und der Region Aquitaine. Die Präfektur verwaltet auch das Arrondissement Bordeaux, es besteht aus 33 Kantonen.

  • Einwohner (Zählung 1999) : 215 363 (größte Stadt im Département Gironde und der Region Aquitanien, neuntgrößte Stadt Frankreichs)
  • Einwohnerzahl des städtischen Großraums (Communauté Urbaine Bordelaise): 680 000
  • KFZ-Zeichen endet auf (33) (entprechend dem Departement)
  • Bordeaux ist Sitz eines Erzbischofs und eines deutschen Konsulats.

Geographie

Lage

Bordeaux liegt im südwestlichen Frankreich, ca. 45 km vom Meer entfernt, am Fluss Garonne, die sich hier wie eine Mondsichel hinstreckt, deshalb heißt der Hafen auch "Port de la lune". Einige Kilometer flussabwärts vereinigt sich die Garonne mit der Dordogne zum über 100 Kilometer langen Mündungstrichter der Gironde. Bis in das Stadtgebiet hinein sind daher die Gezeitenkräfte zu beobachten: Bei Flut drückt das einströmende Meerwasser den Fluss zurück und hebt den Pegel um etwa einen Meter. Die entstehenden Strömungen sorgen für Strudel und ein unruhiges Oberflächenwasser. Dieses Phänomen wird in Bordeaux "mascaret" genannt.

Das linke Ufer der Garonne, auf dem sich der weitaus größte Teil des Stadtgebietes befindet, besteht aus weiten, sumpfigen Ebenen, aus denen niedrige Anhöhen ("croupes") ragen, die zum größten Teil Kies und Schotter als Untergrund aufweisen. Diese croupes weisen magere, aufgrund der Wasserdurchlässigkeit und der Fähigkeit, Wärme zu speichern, für den Weinbau hervorragend geeignete Böden auf. Die Stadt Bordeaux liegt genau zwischen dem flussabwärts gelegenen Médoc und dem sich flussaufwärts ziehenden Gebiet der Graves, die geomorphologisch sehr ähnlich sind.

Das rechte Ufer geht fast unmittelbar in ein etwa 30-40 m hohes Kalkplateau über, so dass dort eine markante Steilstufe besteht. Das Plateau beheimatet in ca. 20 km Entfernung die weltberühmten Weinbaugebiete von St. Emilion, Pomerol und Fronsac, in denen einige der teuersten Weine der Welt kultiviert werden.

Klima

Bordeaux liegt am Südrand der gemäßigten Klimazone. Die sehr milden, regenreichen Winter und die langen, warmen Sommer lassen bereits subtropisch-mediterranen Einfluss spüren. Niederschlag ist zu allen Jahreszeiten häufig; mit einer Niederschlagsmenge von über 1000 mm/Jahr werden für französische Verhältnisse hohe Mengen erreicht. Diese fallen im Sommer insbesondere in Form von Wärmegewittern. Die höchste weltweit jemals gemessene Niederschlagsmenge innerhalb einer halben Stunde wurde im Juli 1893 aus Bordeaux gemeldet.

Die Jahresmitteltemperatur liegt bei etwa 14°C mit einem Minimum im Januar und einem Maximum im August. Die saisonalen Temperaturverschiebungen liegen im ozeanischen Klima begründet. Gleichwohl können bei entsprechenden Wetterlagen extreme Temperaturen auftreten: Während der Hitzewelle 2003 erreichten die Höchstwerte an 12 aufeinander folgenden Tagen mindestens 35°C, davon an einem Tag 41°C.

Bordeaux hat überdurchschnittlich viele Sonnenstunden vorzuweisen. Mit durchschnittlich 2.000 Sonnenstunden pro Jahr übertrifft Bordeaux die meisten französischen Regionen mit Ausnahme des Mittelmeerraumes und einzelner Küstengebiete am Atlantik.

Das Mikroklima von Bordeaux ist eine der Ursachen für die hervorragenden Bedingungen für den Weinbau: Die Stadt und die umliegenden Anbaugebiete sind durch einen breiten Streifen Pinienwaldes (Forêt des Landes) vor den Seewinden geschützt. Zudem sorgt die Gironde für einen temperaturausgleichenden Effekt, da dieses Gewässer wie eine gigantische Batterie tagsüber gespeicherte Wärme nachts abgibt und außerdem breitflächig die Sonneneinstrahlung in das Umland reflektiert.

Geschichte

Gegründet als keltische Siedlung im 3. Jahrhundert v. Chr unter den Römern wurde es Burdigala getauft. 732 verwüstet Abd-Er-Rahman während seines Feldzugs die Stadt. Vom 12 bis zum 15. Jahrhundert unter den Königen von England. Blütezeit im 18. Jahrhundert mit florierendem Handel mit den Antillen. Die prächtigen Gebäude am Rande der Hafenquais stammen aus dieser Zeit. 1870/71 sowie im Ersten und Zweiten Weltkrieg zog sich die französische Regierung vor den heranrückenden deutschen Truppen aus Paris nach Bordeaux zurück.

Zwischen dem 1. Juli 1940 und dem 27. August 1944 ist Bordeaux von deutschen Wehrmachtstruppen besetzt, die hier einen wichtigen U-Boothafen errichtet haben.

Persönlichkeiten

Im 4. Jahrhundert lebte der Dichter Decimus Magnus Ausonius, Verfasser des berühmten in Latein geschriebenen Mosella, in Bordeaux und Umgebung. Papst Klemens V war, bevor er 1305 zum Papst gewählt wurde, Erzbischof der Stadt.

Von 1557-1570 war der (Philosoph) Michel Eyquem de Montaigne Bürgermeister von Bordeaux. Ein weiterer Philosoph lebte und wirkte ebenfalls hier: Charles de Secondat, Baron de Montesquieu (†1755)

In Bordeaux verbrachte der Maler Francisco Goya seine letzten Lebensjahre (†1828).

Schließlich ist Bordeaux die Geburtsstadt zweier Schriftsteller: des Nobelpreisträgers François Mauriac (*1885) und Philippe Sollers (*1936).

Sehenswürdigkeiten

Sakralbauten

  • Kathedrale St. André, gotischer Bau mit dem freistehenden Turm Pey-Berland
  • Kirche Saint Michel (gotisch) mit freistehendem Turm (114m)
  • Kirche St. Pierre (gotisch)
  • Kirche Sainte Croix (romanisch)
  • Kirche St. Seurin (gotisch) mit galloromanischer Krypta
  • Kirche Notre-Dame (Barock) Ende 17. Jahrhundert

  • Die Synagoge (Ende 19. Jahrhundert)

Profanbauten

  • Das Grand Théâtre: Ende 18. Jahrhundert, klassizistischer Bau
  • Le Palais Rohan : Ehemaliger Sitz des Erzbischofs de Rohan, seit 1837 Rathaus, Ende 18. Jahrhundert
  • Die Grosse Cloche oder Porte Saint-Eloi: doppeltürmiges 41 m hohes Stadttor und ehemaliger Rathausturm, Ende 19. Jahrhundert renoviert.
  • La Porte de Bourgogne oder Porte des Salinières (Mitte 18. Jahrhundert): ehemaliges Stadttor gegenüber der Brücke Pont de Pierre
  • La Porte Cailhau: mittelalterlicher Wehrturm
  • Palais Gallien, Überreste eines römischen Amphitheaters aus dem 3. Jahrhundert

Straßen, Plätze, Brücken

  • La Place des Quinquonces mit dem Denkmal der Girondisten
  • La Place du Parlement
  • La Place de la Bourse : Mitte 18. Jahrhundert, großartiges architektonisches Ensemble

  • Die Brücke Pont de Pierre
  • Die Brücke "Pont d'Aquitaine" ist so konzipiert, dass Hochseeschiffe passieren können. Im Gegensatz zu früher liegen jetzt nur mehr Segelschiffe, Kriegsschiffe oder Kreuzfahrschiffe im Hafen von Bordeaux vor Anker.

2004 werden insgesamt 16 Kreuzfahrschiffe direkt in Bordeaux anlegen, vier weitere in den vorgelagerten Häfen von Verdon und Pouillac, erwartet werden dabei insgesamt etwa 13.000 Personen.

  • Die Allées de Tourny, an deren Ende das Hôtel Meyer, erbaut 1796 für den Hamburger Konsul Mayer, hier weilte Hölderlin als Hauslehrer
  • Das neue Stadtviertel Mériadeck

Politik

1947-1995 Bürgermeister Jacques Chaban-Delmas
1995- Bürgermeister Alain Juppé (Parteien: erst RPR dann UMP).

  • Im Jahre 2004 besteht die Städtepartnerschaft zu München seit 40 Jahren.

Verkehr

Bahnhof: Der Hauptbahnhof: Gare Saint-Jean und auf der rechten Garonneseite: Gare de la Benauge.

Flughafen: Bordeaux-Mérignac mit Zubringerbus

Autobahn: A 10, A 62, A 63

Bus und seit 2003 wieder Sraßenbahn (Linie A, B, C)

Wegen Bauarbeiten ist weiterhin in der Innenstadt mit Staus zu rechnen !!!

Sport

Fußballmannschaft: Girondins de Bordeaux.

Weblinks

Siehe auch: Arrondissement Bordeaux, Kommunen im Département Gironde


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