Erklärung, Beschreibung und Bedeutung über Brandmelder

Brandmelder Bedeutung, Erklärung und Definition.

Ein Brandmelder (umgangssprachlich, aber sachlich falsch (siehe ), auch: Feuermelder, Rauchmelder) dient dazu, den Ausbruch eines Brandes oder das Austreten eines gefährlichen Gases zu erkennen, so dass Maßnahmen zur Brandbekämpfung und zum Sach- und Personenschutz eingeleitet werden können. Dies beinhaltet meistens die Alarmierung der Feuerwehr.

Brandmelder, richtig eingesetzt, können Brände oder deren Entstehung weit früher erkennen, als dies mit den menschlichen Sinnesorganen möglich ist und daher die Gefahr einer Ausbreitung wesentlich minimieren.

Gerade in Privathaushalten entstehen bei Wohnungsbränden durch die heutige Verwendung vieler Kunststoffe für den Körper des Menschen sehr gefährliche Brandgase, vor denen Brandmelder frühzeitig warnen können.

Ein frühzeitiger lautstarker Alarm durch einen Rauchmelder im Wert von vielleicht 5,- Euro verschafft einer Mutter mit zwei Kleinkindern wertvolle Zeit, die Wohnung gefahrlos und ohne Gepäck - aber mit zwei unversehrten Kleinkindern - zu verlassen.

Man unterscheidet zwischen Brandmeldern, die automatisch und nicht-automatisch ausgelöst werden können.

Table of contents
1 Arten
2 Optimale Anwendung durch Kombination
3 Hinweise zur Installation
4 Probleme mit Brandmeldern
5 Rauchmelderpflicht
6 Literatur
7 Weblinks

Arten

IFF

Ein Brandgasmelder vom Typ IFF schlägt Alarm, wenn die Konzentration von
Kohlenstoffmonoxid, Kohlenstoffdioxid oder anderen Verbrennungsgasen in einem Raum einen bestimmten Wert überschreitet. Deshalb sind sie auch in warmen, staubigen und rauchigen Räumen einsetzbar, in denen Hitzemelder und Rauchmelder versagen.

AFF

Hitzemelder vom Typ AFF, auch Wärmemelder genannt, schlagen Alarm, wenn die Raumtemperatur einen bestimmten Wert (in der Regel etwa 60° C) überschreitet (Thermomaximalmelder) oder innerhalb einer bestimmten Zeit die Umgebungstemperatur überdurchschnittlich ansteigt (Thermodifferentialmelder). Daher können sie ebenfalls in rauchigen und staubigen Räumen eingesetzt werden, in denen Rauchmelder versagen (beispielsweise Werkstätten, Küchen). Sie sind dabei preiswerter als Brandgasmelder.

Rauchmelder

Rauchmelder verwenden verschiedene physikalische Effekte zur Erkennung von Brandrauch und Brandgasen.

Die zur Zeit (2004) gängigsten Rauchmelder sind die optischen Rauchmelder. Diese arbeiten nach dem Streulichtverfahren: Klare Luft reflektiert nicht; befinden sich aber Rauchpartikel in der Luft (im Sensor), wird ein Prüf-Lichtstrahl durch diffuse Reflexion an den Rauchpartikeln aufgespalten, und Streulicht fällt auf die lichtempfindlichen Sensoren, die normalerweise außerhalb des Lichtstrahls liegen; der Sensor spricht an. Sie werden angewendet, wenn mit vorwiegend kaltem Rauch bei Brandausbruch zu rechnen ist, wie etwa bei Schwelbränden ohne Glimmerscheinungen. Bei einem Lasermelder wird statt einer einfachen LED mit einer sehr hellen Laserdiode gearbeitet. Dieses System erkennt schon geringste Partikel-Einstreuungen.

Alternativ werden auch so genannte Ionisationsmelder eingesetzt. Diese arbeiten mit einem radioaktiven Strahler, meist 241Am, und können unsichtbare, das heißt kaum reflektierende, Rauchpartikel erkennen. Im Normalzustand erzeugen die Alphastrahlen der radioaktiven Quelle zwischen zwei geladenen Metallplatten in der Luft Ionen, so dass dadurch Strom zwischen den Platten fließen kann. Wenn Rauchpartikel zwischen die Platten gelangen, fangen diese einen Teil der Ionen durch elektrostatische Anziehung ein, wodurch die Leitfähigkeit der Luft verringert und somit der Strom kleiner wird. Bei Verringerung des Stromflusses schlägt der Ionisationsmelder Alarm. Aufgrund der Radioaktivität werden Ionisationsmelder allerdings nur noch in Sonderfällen eingesetzt, da die Auflagen sehr streng sind. Das Gefährdungspotenzial eines einzelnen Melders ist bei bestimmungsgemäßem Gebrauch und Entsorgung jedoch gering. Im Normalfall sind die Ionisationsmelder aufgrund ihrer geringen Aktivität vollkommen ungefährlich. Im Brandfall muss aber der Brandschutt nach verschollenen Brandmeldern abgesucht werden. Wenn nicht alle Melder gefunden werden, muss der gesamte Brandschutt nach den Strahlenschutzverordnungen (zumindest im EU-Raum) als Sondermüll entsorgt werden, was auch zu erheblichen Mehrkosten nach einem Einsatz der Feuerwehr führt. Das Suchen der Melder ist aber nicht immer sehr einfach. Mit Strahlenmessgeräten hat man kaum eine Chance, sie unter einer Schicht mit einer Dicke von einigen Zentimetern zu finden. Daher ist es meist besser, man sucht das Gelände entsprechend dem Brandschutzplan visuell nach dem vermissten Melder ab.

So genannte "FILTREX"-Melder haben zusätzlich eine durch Mikroprozessoren gesteuerte Ventilations-Einheit sowie ein Zweifach-Filtersystem. Dieser spezielle Bau schützt den eigentlichen Melder vor Schmutz- und/oder Wasserteilchen, die in der Luft schweben und verhindert dadurch Fehlalarme. Der Ventilator saugt in etwa 30-Sekunden-Intervallen die Umgebungsluft in den Melder. Die Luft passiert dann die Spezial-Filter und wird nach dem Prinzip eines optischen Melders ausgewertet. "FILTREX"-Melder kommen bei besonders schmutzigen Räumen zum Einsatz.

In der Jugendsprache wird der Begriff "Rauchmelder" auch für einen Lehrer verwendet, der kontrolliert, ob Schüler unter 16 Jahren in den Pausen rauchen.

Flammenmelder

Ein Flammenmelder nutzt die charakteristischen modulierten Emissionen einer Flamme im Spektrum Infrarot bis Ultraviolett zur Detektion einer Flamme. Häufig werden mehrere Sensoren in einem Gehäuse vereint und gemeinsam ausgewertet, um einen Fehlalarm (beispielsweise Fotoblitz) zu verhindern.

Sie werden angewendet, wenn bei Brandausbruch mit einer raschen Entwicklung von offenen Flammen zu rechnen ist.

Multikriterien-Melder

So genannte Multikriterien-Melder sind Brandmelder, die mit mehreren Sensoren arbeiten. Zur Erkennung kann ein Melder beispielsweise das Erkennungssystem eines optischer Rauchmelders und das Erkennungssystem eines thermischen Melders in einem Gerät vereinen. Mit Hilfe einer Elektronik werden die Ereignisse dann ausgewertet. Durch diese Kombination ist ein solcher Melder unempfindlicher gegenüber Falsch- und Täuschungsalarmen.

Druckknopfmelder

Ein Druckknopfmelder (Abkürzung: DKM) ist ein nicht-automatischer Brandmelder. Er ist durch eine Glasscheibe geschützt, die bei Gebrauch eingeschlagen werden muss. Durch anschließendes Drücken des Knopfes wird an der Brandmeldezentrale ein Alarm ausgelöst. Ein betätigter Druckknopfmelder kann nur durch einen zugelassenen Techniker oder durch die Feuerwehr entsichert werden. Es soll so auch der Missbrauch verhindert werden. Ein Missbrauch einer solchen Einrichtung kann strafbar sein. Feuermelder sind in einem Brandschutzplan durch ein spezielles Symbol gekennzeichnet

Rote Druckknopfmelder lösen einen Alarm in der Brandmeldezentrale aus, wobei dieser automatisch an den Einsatzleitstand, Polizei oder Feuerwehr, geleitet wird. Blaue Druckknopfmelder lösen nur Alarm in einem Objekt aus (Hausalarm), der nicht zu einem Alarm bei der Feuerwehr oder Polizei führt. Gelbe, graue und weiße Druckknopfmelder lösen eine Rauchabzugsanlage oder auch eine manuelle Brandbekämpfungseinrichtung (beispielsweise CO2-Löschanlage) aus. Die Länder haben hier unterschiedliche Bestimmungen.

Vor Ende des 20. Jahrhunderts gab es außerdem auch so genannte öffentliche Feuermelder. Diese waren ebenfalls Druckknopfmelder, die an Feuerwehrhäusern und auf öffentlichen Plätzen in massiven Gehäusen ähnlich einer Notrufsäule angebracht waren. Im Zeitalter von Mobiltelefonen sind sie jedoch nicht mehr notwendig.

Optimale Anwendung durch Kombination

Alle Systeme zur Erkennung von Bränden sind meist mit weiteren Brandschutzsystemen kombiniert. So könnten die verschiedensten Arten von Brandmeldern mit einer Brandmeldeanlage kombiniert werden. Bei einem Alarm können dann installierte Feuerlöschanlagen und Rauchabzugsanlagen aktiviert werden, um eine besonders schnelle Bekämpfung des Feuers zu erreichen.

Andererseits sinkt mit der Zahl der verschiedenen Sensoren, die einen Bereich überwachen, die Zahl der Fehlalarme.

Hinweise zur Installation

In Privathaushalten ist ein Brandmelder in einem zentral gelegenen Raum, wie beispielsweise im Flur anzubringen. Weiterhin sollte sich ein Melder in der Nähe des Schlafbereiches befinden, um auch Schlafende auf eine drohende Gefahr hinzuweisen. In mehrstöckigen Gebäuden sollte in jeder Etage mindestens ein Brandmelder installiert sein. Vor allem Kinderzimmer sollten durch ein zusätzliches Gerät überwacht werden. Küche und Bad sollten ausgenommen werden, da Wasserdämpfe zu Fehlalarmen führen können.

Melder, die mit der Erkennung von Rauch arbeiten, sollten grundsätzlich an der obersten Stelle des Raumes installiert werden, da Rauch nach oben steigt.

Probleme mit Brandmeldern

Wenn auch die Vorteile von Brandmeldern unbestritten sind, haben Feuerwehr und Anwohner jedoch immer wieder Probleme mit Fehlalarmen. Diese sind oft einerseits auf Wartungsmängel und schlechte Einstellungen zurückzuführen, aber auch durch Tätigkeiten im Umfeld eines Melders, die nicht üblich sind. Beispiele sind der Betrieb von Staplernn mit Verbrennungsmotoren, aber auch das Rauchen unter einem Melder. Weitere Fehlerquellen sind Wasserdampf (Kochen, Baden) und Kolophoniumdämpfe (Löten).

Bei den Druckknopfmeldern ist wie auch beim Notruf der Missbrauch eine Gefahr.

In Deutschland wurde im Dezember 2004 bekannt, dass es sich bei einer großen Anzahl billiger Rauchmelder, die im Herbst 2004 bei Aldi, Praktiker und weiteren Märkten zum Preis von 3 bzw. 4 Euro verkauft worden waren, um wirkunglose, in China hergestellte Produktimitate mit gefälschten Prüfsiegeln gehandelt hatte. (Allein bei Aldi Süd wurden über 370.000 solche Geräte verkauft; es wurde vermutet, dass insgesamt mehrere Millionen auf den Markt kamen.) Laut Aussage eines Vertreters der Versicherungswirtschaft verlieren Käufer der Plagiate aber nicht ihren Brandversicherungsschutz, da sie im guten Glauben gehandelt haben.

Rauchmelderpflicht

In Großbritannien wurde 1992 eine gesetzliche Rauchmelderpflicht eingeführt, die für alle neuen Gebäude mindestens einen Rauchmelder pro Etage fordert. 1987 waren etwa 9%, 1998 etwa 75% der britischen Haushalte mit Meldern ausgestattet. Die Zahl der Brandtoten sank seit 1987 um rund 40%.

In den Vereinigten Staaten von Amerika sind etwa 93% aller Haushalte mit insgesamt etwa 120 Mio. Rauchmeldern ausgestattet. Die seit den 1970er Jahren bestehenden Regelungen in zahlreichen Bundesstaaten führten zu einer Reduzierung der Brandtotenanzahlen um ebenfalls rund 40%. In Schweden, wo etwa 70% aller Haushalte mit Meldern ausgestattet sind, gelang sogar eine Verringerung der Zahl der Brandopfer um 50%. In Kanada, den Niederlanden und Teilen Australiens besteht ebenfalls eine gesetzliche Rauchmelderpflicht.

Übersicht Deutsche Bundesländer

Bundesland Datum der Einführung Bemerkung
Rheinland-Pfalz Dez 2003 Gilt für private Neubauten mit Wohnnutzung.
Saarland Feb 2004 Gilt für private Neubauten mit Wohnnutzung.
Schleswig-Holstein Jan 2005 Gilt für private Neubauten mit Wohnnutzung. Zusätzlich müssen bis 1. Januar 2009 alle Wohnungen des Bundeslandes über Warngeräte verfügen.

Aus der Landesbauordnung (LBauO) Rheinland-Pfalz (§ 44 Abs. 8): "In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Rauchwarnmelder müssen so eingebaut und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird."

Literatur

  • O. Linden: "Branderkennung durch Detektion brandspezifischer Gase - Untersuchungen zum Ansprechverhalten von Gassensorsystemen"; Diplomarbeit; Bergische Universität GH Wuppertal; Wuppertal 1998
  • W. Ridder, C. Kubon, O. Linden, H. Hölemann: "Grenzen und Möglichkeiten des Einsatzes von Gassensoren in der Brandmeldetechnik"; Projektbericht; Bergische Universität GH Wuppertal; Wuppertal 1999
  • C. Fischer, O. Linden, C. Kubon, H. Hölemann: "Internationale Normen zur Prüfung von Gefahrenmeldern mit Gassensoren - Eine Übersicht über Anforderungen und Prüfmethoden"; Projektbericht; Bergische Universität GH Wuppertal; Wuppertal 2000
  • J. Großer, C. Kubon, O. Linden, H. Hölemann: "Sensorarray für die Untersuchung von Signalen aus Bränden und Umwelteinflüssen - Aufbau einer Messapparatur"; Projektbericht; Bergische Universität GH Wuppertal; Wuppertal 2000
  • B. Ostrick. et al.: "Investigations of the reaction mechanisms in work function type sensors at room temperature by studies of the cross-sensitivity to oxygen and water - the carbonate-carbon dioxide system"; To be published: Sensors and Actuators B, 2000
  • A. Hensel: "Multigassensoren auf optoelektronischer Basis und deren Einsatz für die Branderkennung"; s+s report 3/99; VdS Schadenverhütung, Köln, 1999
  • P.-M. Kaul: "Charakterisierung von Halbleitergassensoren zur Messung von Ozon"; Shaker Verlag, Aachen, 1996; ISBN 3-8265-1673-7
  • J. Kelleter: "Gas-Sensor-Melder für Schwelbrände"; s+s report 3/95; VdS Schadenverhütung, Köln, 1995
  • F. Derbel, M. Horn, H.-R. Tränkler: "System identification techniques for simulating fire detector signals"; IMTC 99; IEEE Multiconference, Venice, Italy; May 1999
  • A. Fischer, C. Müller: "A simulation technique for the design of multi sensor based fire detection algorithms"; AUBE'95 - Proceedings, Duisburg, Deutschland; 1995; ISBN 3-9309-11-46-9
  • W. Großhandler: "Towards the Development of a Universal Fire Emulator/Detector Evaluator"; AUBE'95 - Proceedings, Duisburg, Deutschland; 1995; ISBN 3-9309-11-46-9

Siehe auch:
MAK, Portal Feuerwehr, Themenliste Feuerwehr, Ionisationsrauchmelder

Weblinks


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