Dekonstruktivismus (Architektur) Bedeutung, Erklärung und Definition.
Dekonstruktivismus ist eine Kunststilrichtung, die den Anspruch einer Ablösung der Postmoderne erhebt. In Anlehnung an die Dekonstruktion Jacques Derridas, sollen in der Architektur Struktur und Form simultan einer Destruktion und einer erneuten Konstruktion unterzogen werden.
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2 Beispielhafte Bauwerke 3 Literatur 4 Web-Links |
Die Dekonstruktion als Stilrichtung in der Architektur hat ihre "Gründung" wohl mit der Ausstellung "Deconstructivist Architecture" im Museum of Modern Art in New York gehabt bei der sieben Architekten austellten. (Frank Gehry, Daniel Libeskind, Rem Koolhaas, Peter Eisenman, Zaha Hadid, Coop Himmelb(l)au und Bernard Tschumi.) Interessant und für das Verständnis dieser Stilrichtung wichtig, ist weniger der Moment der Ausstellung, als mehr die Entwicklung hin zu dieser Stilrichtung.
In der Architektur ging (und geht) es gewissermaßen immer um reine Formen; es geht darum, Gebäude im Rückgriff auf einfache geometrische Körper (Kubus, Zylinder, Kugel, Pyramide, Kegel, usw.) zu konstruieren und ihnen einen wohlgeordneten, stabilen Charakter zu geben. Abweichungen von den Werten der Harmonie, Einheit und Stabilität wurden von der Struktur abgelöst und als Ornament behandelt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts brach die russische Avantgarde mit den klassischen Regeln der Komposition und benutzte reine Formen um schiefe geometrische Kompositionen zu schaffen. Tatlin und die Brüder Wesnin versuchten dies auch auf die Architektur zu übertragen, kehrten aber im endgültigen Entwurfsstadium immer wieder auf stabile Formen zurück.
An dieser Stelle setzt dekonstruktive Architketur an. Sie möchte in die Struktur hineingehen und dort die Instabilität aufspüren und sichtbar machen.
"Ein dekonstruktiver Architekt ist deshalb nicht jemand, der Gebäude demontiert, sondern jemand, der den Gebäuden inhärente Probleme lokalisiert. Der dekonstruktive Architekt behandelt die reinen Formen der architektonischen Tradition wie ein Psychiater seine Patienten - er stellt die Symptome einer verdrängten Unreinheit fest. Diese Unreinheit wird durch eine Kombination von sanfter Schmeichelei und gewalttätiger Folter an die Oberfläche geholt: Die Form wird verhört." (Wigley in: Johnson 1988 - S. 11.)
Jacques Derrida und Peter Eisenman arbeiteten eine Zeit lang an verschiedenen Projekten zusammen und führten einen Dialog, der letztlich in einem großen Streit auseinander ging. (Der Streit, dokumentiert in der Form eines Briefwechsels findet sich in: Eisenman 1995), so dass heute außer der Namensgleichheit und einer eher bloß oberflächlichen Ähnlichkeit der Praxis keine wirkliche Verbindung zwischen der Dekonstruktion in der Philosophie und Literaturwissenschaft und dem Dekonstruktivismus in der Architektur besteht. (vgl. Wigley 1994)
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