Deutsche Marine (Geschichte) Bedeutung, Erklärung und Definition.
Deutschland hat in seiner Geschichte nur wenige Versuche unternommen, als Seemacht aufzutreten. Das bekannteste Vorhaben war der Aufbau der Hochseeflotte unter Kaiser Wilhelm II vor dem Ersten Weltkrieg. Es gab jedoch eine Anzahl kleinerer Flotten, die zu verschiedenen Zeiten und auf unterschiedliche Art deutschen Seeinteressen gedient haben, und die heute kaum noch bekannt sind. Dabei ist zwischen Flotten des deutschen Gesamtstaats und einzelner Teilstaaten zu unterscheiden.
Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation hatte bereits im Mittelalter einen großen Teil seiner zentralstaatlichen Gewalt an den Reichsfürsten verloren. Die Stellung des Kaisers hing von seiner eigenen Hausmacht ab. Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts waren die Habsburger fast ununterbrochen römisch-deutsche Kaiser, bis das Heilige Römische Reich Deutscher Nation 1806 unterging.
Die Streitkräfte des Reiches bestanden aus den Truppenkontingenten der Gliedstaaten, die Wehrverfassung kannte Wehrkreise, die bestimmte Regimenter zu stellen hatten. Es bürgerte sich ein, nur die habsburgisch-österreichischen Truppen als kaiserliche Truppen zu bezeichnen, zum Beispiel im Dreißigjährigen Krieg. Eine Kaiserliche Marine gab es nur insofern als es immer wieder habsburgische Flotten gab, die die kaiserliche Flagge führten.
Schon 1528 wurden in Triest Schiffe unter der Flagge des Kaisers ausgerüstet, die in den verschiedenen Auseinandersetzungen mit den Türken und Venezianern zum Einsatz kamen. Die Besatzungen der mit diversen Unterbrechungen bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts existierenden Triester Flotten sind meist Italiener. Eine wirkliche deutsche Marinetradition entstand nicht.
Im Dreißigjährigen Krieg gab es für kurze Zeit eine kaiserliche Flotte in der Ostsee. Wallenstein hatte 1627 von Kaiser Ferdinand II den Auftrag erhalten, in der Ostsee eine Flotte aufzubauen, um den Schweden unter König Gustav Adolf entgegen zu treten. Aber bereits nach einem einzigen erfolglosen Gefecht vor Stralsund im Dezember 1630 zerfiel diese Flotte und beendete ihr Dasein 1632 mit der schwedischen Eroberung Stralsunds.
Das Ende dieses Krieges bedeutete für Deutschland einen weitgehenden Verlust seines Zugangs zur See. Die Niederlande wurden unabhängig und viele Häfen an Nord- und Ostsee kamen unter dänische oder schwedische Herrschaft. Damit endeten für genau 200 Jahre alle Versuche einer einheitlichen deutschen Marine.
Nicht nur zu Lande sondern auch auf dem Wasser festigten die deutschen Teilstaaten und Städte ihre Macht durch den Unterhalt eigener Streitkräfte. Sie waren nicht notwendiger Weise gegen den Zentralstaat gerichtet, sondern waren wegen dessen Schwäche notwendig, um sich zu verteidigen.
Den ersten Auftritt einer deutschen Seemacht unternahm die Hanse, ein Zusammenschluss von Handelsstädten. Sie bewaffneten ihre Handelsschiffe und wurden zu einer politischen und militärischen Macht in Nordeuropa. Im 16. Jahrhundert verfiel die Macht der Hanse. Einzelne Hansestädte unterhielten allerdings weiterhin kleinere Seestreitkräfte. Noch heute führen die Schifffahrtsbehörden der Freien und Hansestadt Hamburg die alte Hamburger Admiralitätsflagge.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bemühte sich in Brandenburg Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, um den Aufbau einer Marine und den Erwerb von Kolonien. Nach anfänglichen Erfolgen kam es zu Rückschlägen, und unter seinem Nachfolger wurde die Kurbrandenburgische Marine zu Anfang des 18. Jahrhunderts wieder aufgelöst. Das 1701 aus dem Kurfürstentum Brandenburg entstandene Königreich Preußen beschränkte sich in den nächsten knapp 150 Jahren mit wenigen Ausnahmen darauf, eine kontinentale Landmacht zu sein.
Auch Friedrich der Große, 1744 in den Besitz Ostfrieslands und damit des Nordseehafens Emden gelangt, hielt an dieser Politik fest. Er wollte Preußen an dem aufblühenden See- und Kolonialhandel teilhaben lassen, ohne eine eigene Kriegsmarine aufzustellen. Er unterstützte die Gründung mehrerer Handelskompanien, so 1752 die Preußisch-Asiatische Kompanie, die jedoch bereits 1756 mit Beginn des Siebenjährigen Krieges wieder aufgelöst werden musste. 1772 entstand auf seine Veranlassung die "Societé de Commerce maritime" zur Beförderung des Handels mit eigener Flotte, die sich später Preußische Seehandlung nannte und noch heute in Form einer Stiftung besteht.
Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde eine österreichische Marine gegründet, die nicht mehr unter der kaiserlichen Flagge segelte (s.o.) sondern eine teilstaatliche Marine war. Ab 1786 begann der Aufbau dieser Marine, die mit Unterbrechungen während der Napoleonischen Kriege bis zum Jahre 1918 fortbestanden hat.
Es wird häufig übersehen, dass die Niederlande bis 1648 Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren. Ihre große Flotte kam jedoch nicht für das reich zum Einsatz und soll hier nicht näher betrachtet werden.
Die Hansestädte hatten, sofern sie Hafenstädte waren, noch lange nach dem Ende der Hanse eigene Kriegsschiffe, Hamburg zum Beispiel bis 1747. Sie vernachlässigten ihre Flotten jedoch immer mehr und gaben sie nach und nach auf.
Nach den Napoleonischen Kriegen entstand der Deutsche Bund als Nachfolger des untergegangenen alten Reichs. Auch der Deutsche Bund organisierte seine Verteidigung, indem er sich auf Beiträge seiner Mitgliedsstaaten stützte. Dabei kam es ihm zu Gute, dass drei der Bundesfürsten in Personalunion Könige von Ländern mit eigenen Flotten waren, allen voran der König von Hannover, der zugleich König von Großbritannien war und damit über die mächtigste Flotte der Welt gebot. Die anderen waren der Großherzog von Luxemburg, zugleich König der Niederlande, und der Herzog von Schleswig und Holstein als König von Dänemark. Im Mittelmeer besaß Österreich-Ungarn eine eigene Kriegsmarine. Preußen verfügte nur über eine rudimentäre Seestreitmacht und über die Preußische Seehandlung als Staatsreederei unter der preußischen Kriegsflagge. (Literaturhinweis: Die preußisch-deutsche Marine in Lateinamerika 1866 - 1914 : eine Studie deutscher Kanonenbootpolitik / von Gerhard Wiechmann. - 2000. - 473 Bl. - Oldenburg, Univ., Diss., 2000 ([1])
Dass diese Vorsorge nicht ausreichte, um Deutschlands maritime Interessen abzusichern, machte sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer stärker bemerkbar. Um 1840 drangen nordafrikanische Piraten bis in die Nordsee vor und brachten deutsche Handelsschiffe auf. Das Scheitern der insbesondere von Preußen verfolgten Politik des Seehandels ohne militärischen Schutz wurde spätestens 1848 im Schleswig-Holsteinischen Krieg offenbar.
Die Schutzmächte, auf die man vertraut hatte, waren ausgefallen. Die Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien bestand bereits seit 1837 nicht mehr, Luxemburg war 1839 vom Deutschen Bund abgetrennt worden und Dänemark war Kriegsgegner. Dass dieses kleine Land den Mächten Österreich und Preußen militärisch entgegen treten konnte, lag nicht nur an der März-Revolution in Deutschland sondern vor allem am völligen Fehlen deutscher Seestreitkräfte in Nord- und Ostsee. Innerhalb weniger Tage kam der deutsche See- und Küstenhandel zum Erliegen.
Die erst am 18. Mai 1848 in der Frankfurter Paulskirche zusammengetretene Nationalversammlung beschloss schon am 14. Juni des gleichen Jahres in einer ihrer ersten Entscheidungen, eine deutsche Flotte aufzustellen und dafür 6 Mio Reichsthaler bereit zu stellen. Die Leitung der Technischen Marinekommission wurde Prinz Adalbert von Preußen übertragen, dessen "Denkschrift über die Bildung einer deutschen Flotte" (Potsdam 1848) bis heute Beachtung findet. Tatsächlich kam es zu einigen Gefechten dieser Reichsflotte unter Admiral Brommy mit den Dänen. Nach dem Scheitern der Revolution wurde die Reichsflotte jedoch schnell wieder aufgelöst und ihre letzten Schiffe 1853 versteigert.
Die Lehren aus dem Krieg gegen Dänemark führten in Preußen zum Ausbau der Marine unter der Leitung von Prinz Adalbert. Die Preußische Marine war zwar keine gesamtdeutsche Marine aber Vorgängerin aller späteren deutschen Flotten. 1853 wurde von Oldenburg das Jadegebiet erworben, auf dem in den folgenden Jahren die Stadt und der Stützpunkt Wilhelmshaven entstanden. Zwar war auch diese Marine im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 noch nicht in der Lage, der dänischen Marine allein entgegen zu treten, jedoch konnte mit Hilfe der österreichischen Flotte unter Kommodore Tegetthoff ein ähnliches Debakel wie 1848 vermieden werden. Auch im Deutsch-Dänischen Krieg 1866 und im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 spielte die Marine nur eine untergeordnete Rolle. Aus der preußischen Marine wurde 1867 die Marine des Norddeutschen Bundes, aus ihr wiederum 1871 die Kaiserliche Marine.
Die Marine des 1871 entstandenen deutschen Kaiserreichs nahm zunächst nur einen langsamen Aufschwung. Sie war in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts an der Gewinnung einiger Kolonien in Afrika, Asien und Ozeanien beteiligt und repräsentierte das neue Reich in vielen Teilen der Welt, ohne sich mit den Marinen der anderen großen Mächte messen zu können. Erst unter Kaiser Wilhelm II und dem Staatssekretär im Reichsmarineamt (Marineminister) Alfred von Tirpitz begann der schnelle Aufbau einer großen Flotte. In den 90er Jahren entstanden die Pläne für den Bau der Hochseeflotte, die Deutschland in eine Reihe mit den großen Seemächten treten lassen sollte. Diese Flottenrüstung war im Verein mit verfehlter Bündnispolitik eine der Ursachen für den Ersten Weltkrieg.
Auf Grund einer fehlerhaften Konzeption gelang es nicht, mit der Hochseeflotte eine Kriegsentscheidung gegen Großbritannien zu erzwingen. Zwar konnten der Royal Navy in der Skagerrakschlacht empfindliche Verluste zugefügt werden, die Wende im Krieg blieb jedoch aus. Der 1915 erklärte uneingeschränkte Ubootkrieg brachte zwar Erfolge gegen Großbritannien, war aber auch der Vorwand, unter dem die USA 1917 gegen Deutschland in den Krieg eintraten.
Eine schlechte Versorgungslage und der Befehl, zu einer letzten Aufopferungsschlacht auszulaufen, führte im Herbst 1918 zu einem Matrosenaufstand in der Hochseeflotte, der zur Novemberrevolution in Deutschland und damit zugleich zum Ende der Monarchie und des Ersten Weltkriegs führte. Nach Kriegsende bis zur Selbstversenkung am 21. Juni 1919 wurden große Teile der Hochseeflotte im schottischen Scapa Flow interniert.
Nach dem Versailler Vertrag durfte Deutschland nur eine kleine Marine unterhalten. Die Personalstärke dieser Reichsmarine war auf 15.000 Mann beschränkt und für den Schiffsbestand gab es strenge Auflagen hinsichtlich Größe, Anzahl und Erneuerung. Flugzeuge und Uboote waren nicht erlaubt.
siehe auch: Vorläufige Reichsmarine
Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 begann bald die Wiederaufrüstung Deutschlands. Das Flottenabkommen mit Großbritannien vom 18. Juni 1935 erlaubte den Aufbau einer Flotte von 35% der britischen Überwassertonnage. Die Marine, kurz nach dem Flottenabkommen in Kriegsmarine umbenannt, sollte nach dem so genannten Z-Plan bis 1947 eine große Zahl neuer Schiffe erhalten darunter Schlachtschiffe, Flugzeugträger und viele U-Boote.
Von diesen Plänen war bei Kriegsbeginn 1939 noch zu wenig umgesetzt, als dass die Kriegsmarine für den Zweiten Weltkrieg vorbereitet gewesen wäre. Gleichwohl war sie daran von der ersten Minute an beteiligt. Es war das Linienschiff Schleswig-Holstein, das am 1. September 1939 um 4.45 Uhr in Danzig das Feuer auf die Westerplatte eröffnete.
Auf Grund der Unterlegenheit bei den größeren Kampfschiffen, deutlich sichtbar durch frühe Verluste („Graf Spee“ 1939, „Blücher“ 1940, „Bismarck“ 1941), verlegte sich die Kriegsmarine mehr und mehr auf den Krieg mit U-Booten, maßgeblich forciert durch deren Befehlshaber, Admiral Karl Dönitz. Daneben machte die Küstenkriegführung mit kleinen Fahrzeugen wie Minensuchbooten und Schnellbooten einen Großteil der deutschen Marineaktivitäten im Zweiten Weltkrieg aus.
Trotz anfänglicher Erfolge, die Großbritannien zeitweise in eine Versorgungskrise brachten, gelang es nicht, den Gegner mit U-Booten in die Knie zu zwingen. Wie im Ersten Weltkrieg beherrschten die Alliierten die See und schnitten Deutschland von überseeischer Versorgung ab. Der damit verbundene Mangel an Ressourcen für die Kriegführung war einer der Gründe dafür, dass der Krieg nicht zu gewinnen war.
In den letzten Kriegswochen, und zum Teil über das Kriegsende hinaus, beteiligte sich die Marine maßgeblich an der Rückführung deutscher Truppen und ziviler Flüchtlinge über die Ostsee. Zusammen mit der Handelsmarine und unter erheblichen Verlusten (z.B. Versenkung der „Wilhelm Gustloff“) gelang es, über zwei Millionen Menschen vor der Roten Armee zu retten, die größte Evakuierung in der Geschichte der Menschheit.
Nach der Bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht wurde auch die Kriegsmarine durch die Alliierten aufgelöst. Allerdings blieb ein Teil des Personals weiterhin im Einsatz, um Seeminen an den deutschen Küsten zu räumen. Diese Deutsche Minenräumverwaltung, englisch: German Minesweeping Administration (GMSA) verfügte zeitweise über 27.000 Mann und 300 Fahrzeuge unter Aufsicht der westlichen Alliierten. Sie wurde 1947 in eine kleinere Organisation überführt. Auch in den nächsten Jahren räumten deutsche Seeverbände wie der Seezoll, der Seegrenzschutz und so genannte Dienstgruppen der Alliierten vor der deutschen Küste Minen, damit die deutschen Seehäfen wieder ungefährdet angelaufen werden konnten.
Auch in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gab es bereits ab 1946 Seeverbände der Deutschen Grenzpolizei, aus denen 1950 die Kasernierte Volkspolizei (See) hervorgegangen ist.
Literaturhinweis: Hartmut Klüver (Hrsg.), Deutsche Seeverbände 1945-1956, ISBN 3-935091-08-7
Die Seeverbände im Westen bildeten einen Grundstock für die 1956 aufgestellte Bundesmarine. Sie ermöglichten es ihr, bereits am 1. April 1957 der NATO zwei einsatzfähige Minensuchgeschwader als ersten deutschen Beitrag zum Bündnis zu assignieren. Anders als alle ihre Vorgänger war die Bundesmarine in ein bestehendes Militärbündnis hinein konzipiert worden. Sie hatte einen klaren Auftrag zur Verteidigung des Territoriums der NATO-Staaten im Bereich der Ostseezugänge und zum Schutz alliierter Verstärkungstransporte in Nordsee und Nordatlantik. Ein Einsatz außerhalb dieser Gebiete war zunächst nicht vorgesehen. Gleichwohl repräsentierte sie auf Auslandsreisen die Bundesrepublik Deutschland weltweit. Die Stärke der Bundesmarine betrug etwa 38.000 Mann mit über 200 Schiffen und Booten; hinzu kamen bis zu 190 Flugzeuge.
Seit der Wiedervereinigung 1990 ist Deutsche Marine die offizielle Bezeichnung für die deutschen Seestreitkräfte.
In der DDR war bereits zu Beginn mit dem Aufbau einer Kasernierten Volkspolizei (See) begonnen worden, die von Beginn an als Kern eigener Seestreitkräfte gedacht war. Bei Gründung der Nationalen Volksarmee (NVA) im Januar 1956 konnte sie 10.000 Mann mit fast 100 Fahrzeugen in ihre Marine übernehmen, die seit dem 3.11.1960, dem Jahrestag des Kieler Matrosenaufstands von 1918, Volksmarine hieß. Sie verfügte über etwa 17.000 Mann (1973) und eine große Zahl kleinerer Fahrzeuge wie etwa Minensucher, Schnellboote und kleinere Landungsschiffe jedoch nicht über Uboote. Die Volksmarine wurde wie die NVA am 2. Oktober 1990 aufgelöst. Ein Teil ihres Personals und einige Schiffe wurden in die gesamtdeutsche Marine übernommen.
Die Marine pflegt die deutschen Militärtraditionen, wie sie im Traditionserlass[1] für die gesamte Bundeswehr verbindlich festgelegt sind.
Von großer Bedeutung für die Marine ist der geschichtliche Bezug zur Reichsflotte von 1848, der vom ersten frei gewählten gesamtdeutschen Parlament aufgestellten gemeinsamen Flotte unter schwarz-rot-goldener Flagge. Zur Erinnerung an den Aufstellungsbeschluss vom 14. Juni 1848 begeht die Marine dieses Datum alljährlich als Marinegeburtstag.
Mit der Traditionspflege einher geht die Pflege militärischen Brauchtums. Die Bräuche in der Marine entstammen zum einen eigener Überlieferung, zum anderen sind sie an das international übliche Brauchtum vieler Marinen und Seefahrer angelehnt. Das Marinezeremoniell ist in vielen Marinen ähnlich, die Seemannssprache wird mit einigen Abweichungen auch auf Handelsschiffen benutzt.
Typische Formen des Zeremoniells sind die Ehrenerweisungen „Front“ und „Seite“, die höheren Offizieren und Persönlichkeiten beim Betreten und Verlassen eines Schiffes bezeugt werden.
Alle Schiffe der Marine pflegen eine Patenschaft zu einem Bundesland oder zu einer Stadt. Diese Beziehungen sind zum Teil sehr alt, besonders dann, wenn es in der Geschichte bereits mehrere Schiffe mit dem gleichen Namen gegeben hat. So gab es bereits in der Reichsflotte von 1848 Schiffe mit den Namen „Bremen“, Hamburg“ und „Lübeck“. Die jetzige Fregatte „Emden“ ist bereits der fünfte Träger dieses Namens.
Seit einigen Jahren vergibt die Marine nur noch Schiffsnamen mit geographischem Bezug, um die Patenschaftspflege zu erleichtern. Außerdem sollen Diskussionen über umstrittene Persönlichkeiten wie zum Beispiel Generalfeldmarschall Rommel vermieden werden.
Alle Offizieranwärter, die gleichzeitig eingestellt werden, bezeichnen sich als eine Crew. Die am 1. Januar 1956 Eingetretenen gehören der „Crew I/56“ an u.s.w.. Insbesondere in den Notzeiten nach den Weltkriegen war der Zusammenhalt der Crewen wichtig, wenn es galt, einen Neuanfang im Zivilleben zu finden. Der Crewgedanke wird bis heute von der Marine gepflegt und ist Teil der Identitätsbildung der jungen Offiziere.
Eine Anzahl von Museen und anderen Gedenkstätten in Deutschland erinnern an die deutsche Marinegeschichte. Als wichtigste sind zu nennen:
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Das Marineehrenmal in Laboe bei Kiel ist die zentrale Gedenkstätte der Marine zur Erinnerung an ihre Toten. Es wurde zwischen 1929 und 1936 als Erinnerungsstätte für die gefallenen Marineangehörigen des Ersten Weltkriegs gebaut und befindet sich heute im Besitz des Deutschen Marinebundes. Schiffe der Deutschen Marine, die das Ehrenmal beim Ein- oder Auslaufen aus Kiel passieren, erweisen militärische Ehren.
Zu Füßen des Ehrenmals am Strand ist das Uboot U-995 aus dem Zweiten Weltkrieg ausgestellt. Als Boot des Typs VII C ist es ein typischer Vertreter des Ubootkriegs, wie auch im Film „Das Boot“ gezeigt.
Weblink: [1]
Das Uboot-Ehrenmal Möltenort liegt auf dem Kieler Ostufer und dient der Erinnerung an die gefallenen Uboot-Fahrer beider Weltkriege. Wie das Marineehrenmal Laboe entstand es zwischen den Weltkriegen.
Das Museum befasst sich mit der deutschen Marinegeschichte seit 1848 mit einem Schwerpunkt auf die Bundesmarine. Als Exponate sind mehrere Kriegsschiffe der Bundes- und der Volksmarine zu sehen, unter anderem das ehemalige Minenjagdboot „Weilheim“, dazu eine wechselnde Ausstellung mit umfangreichen Erklärungen. Ab 2005 ist beabsichtigt, den ehemaligen Zerstörer „Mölders“ für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Weblink: Deutsches MarinemuseumKaiserliche Flotten im Mittelmeer
Wallensteins kaiserliche Flotte
Flotten deutscher Teilstaaten
Hanse
Brandenburg und Preußen
Österreich
Andere Staaten
Deutscher Bund
Gesamtdeutsche Flotten 1848 - 1945
Reichsflotte von 1848
Preußische Marine und Marine des Norddeutschen Bundes
Kaiserliche Marine
Reichsmarine
Kriegsmarine
Deutsche Marinen nach 1945
Deutsche Seeverbände 1945-1955
Bundesmarine
Kasernierte Volkspolizei (See) und Volksmarine
Tradition und Brauchtum der Marine
Tradition
Brauchtum
Patenschaften und Schiffsnamen
Crewen
Marinemuseen, Gedenk- und Erinnerungsstätten
Marineehrenmal Laboe
Uboot-Ehrenmal Möltenort
Deutsches Marinemuseum Wilhelmshaven
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Das Aeronauticum in Nordholz bei Cuxhaven zeigt als Deutsches Luftschiff- und Marinefliegermuseum die Geschichte der deutschen Marineflieger und besonders der Marineluftschiffe, die hier im Ersten Weltkrieg ihre größte Basis hatten.
Weblink: [1]
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Siehe auch
Informationen zu Einzelthemen der deutschen Marinegeschichte befinden sich auch in den Artikeln
Weblinks
