Erklärung, Beschreibung und Bedeutung über Die Akte Odessa

Die Akte Odessa Bedeutung, Erklärung und Definition.

Die Akte Odessa heißt ein Roman von Frederick Forsyth, der Originaltitel lautet "The odessa file". Unter dem selben Titel wurde das Buch verfilmt.

Handlung

Die Geschichte spielt in den Jahren 1966–1967, überwiegend in der Bundesrepublik Deutschland.

Der Hamburger Journalist Peter Miller findet beim Bericht über den Suizid eines alten Mannes heraus, dass dieser sich umgebracht hat, weil er seinem ehemaligen Peiniger, dem Leiter eines Konzentrationslagers in der Zeit des Dritten Reiches auf der Straße wiederbegegnet ist. Seine Versuche gegen diesen vorzugehen scheiterten an den Seilschaften der alten Nazis (OdeSSA steht für Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen).

Der Journalist beginnt Nachforschungen und stößt auf ein Netzwerk, dass nach wie vor den Völkermord an den Juden anstrebt. Neben diesem Motiv gibt es noch einen privaten Grund für den Journalisten Nachforschungen anzustellen. Sein Vater, ein Offizier der Wehrmacht, war gegen Ende des Krieges ermordet worden. Die Tagebucheintragungen des alten Mannes berichten von einem ähnlichen Vorgang, an dem der genannte Lagerkommandant beteiligt war. Um der Sache weiter nachgehen zu können, besorgt sich der Journalist mit Hilfe Überlebender des Holocaust, die sich der Jagd auf untergetauchte Nazis verschrieben haben, die Identität eines KZ-Wächters. Da der Journalist den Krieg nur als Kind erlebt hat, wird er äußerlich auf etwas älter getrimmt, daneben erhält er von einem ehemaligen Angehörigen der SS Unterricht in Verhaltensweisen, Ritualen der SS um glaubhafter zu sein. Der Mossad hat ebenfalls die Spur des Lagerkommandanten aufgenommen und bedient sich seiner für die Nachforschungen. Im Laufe seiner Tätigkeit stößt er in Polizei und Wirtschaft auf die o.g. Seilschaften. Er findet Verbindungen nach Südamerika und nach Ägypten (siehe auch Rattenlinie). Der genannte Lagerkommandant bzw. die OdeSSA unterstützt die Entwicklung von Raketen in Südamerika und die Forschung an biologischen u. chemischen Kampfstoffen in arabischen Ländern mit dem Ziel, den Staat Israel zu vernichten.

Zeitgeschichtliche Bedeutung

Das Buch gilt nicht als literarische Meisterleistung, die Darstellung der Recherchen eines deutschen Journalisten in den 1960er Jahren wirft jedoch ein bezeichnendes Licht auf den Stand der Vergangenheitsbewältigung in der damaligen Bundesrepublik. Forsyth schildert ausführlich den - meist erfolglosen Gang - seines Hauptprotagonisten zu deutschen Dienststellen, die eigentlich mit der Verfolgung von Kriegsverbrechern beschäftigt sind, deren Engagement sich jedoch in engen Grenzen hält. In Wien sucht er schließlich den "Nazijäger" Simon Wiesenthal auf und findet erst dort nenneswerte Hilfe. Unter diesem Gesichtspunkt ist zumindest die 1. Hälfte des Buches durchaus auch von zeitgeschichtlichem Interesse.


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