EliteuniversitĂ€t Bedeutung, Erklärung und Definition.
Unter einer EliteuniversitÀt versteht man:
- eine UniversitÀt zur Ausbildung einer Elite
- eine UniversitÀt zu der (nur) die Elite einer Gesellschaft Zugang hat
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2 Situation in Deutschland 3 Argumentation 4 Siehe auch 5 Weblinks |
In den USA sind die akademischen Spitzeninstitutionen ĂŒber einen Zeitraum von typischerweise mehr als 100 Jahren entstanden. Diese sind bis auf wenige Ausnahmen Privat-Institutionen. Das Spektrum der Institutionen mit hoher Reputation ist flieĂend und in stetiger Bewegung, so dass, auĂer fĂŒr einem traditionellen Kern, die Definition einer klar abgetrennten Gruppe von amerikanischen Elite-UniversitĂ€ten schwierig ist. Auch gibt es staatliche EliteuniversitĂ€ten, die bundesstaatliche University of California, Berkeley (1868 wurde die University of California gegrĂŒndet, 1873 ist ihr erster Campus nach Berkeley umgezogen) liegt z.B. innerhalb des US-nationalen sowie internationalen Rankings sehr weit vorne und wird z. Zt. mit ca. 300.000.000 Dollar pro Jahr vom Bundesstaat Kalifornien und anderen öffentlichen Stellen subventioniert.
Anders als in manch anderen LĂ€ndern (z.B. die meisten der Grandes Ăcoles in Frankreich) sind die amerikanischen Spitzeninstitutionen keine reinen "Kaderschmieden", sondern erhielten ihre Reputation primĂ€r durch die jahrhundertelange Wissenschaftspflege in der ganzen Breite. Obwohl oft ihre hohen StudiengebĂŒhren (, typischerweise 20 000 â 30 000 US-Dollar im Jahr) in der Ăffentlichkeit als ĂŒberzogen wahrgenommen werden, decken diese nur einen relativ kleinen Teil des Gesamthaushalts ab. Die meisten Einahmen sind Drittmittel, die auch forschungsbezogen ausgegeben werden. StudiengebĂŒhren und Kapitalanlagen der Institutionen dienen oft nur zur Deckung der grundlegenden Betriebskosten. Diese Einrichtungen sind typischerweise auch nicht als "luxuriös" zu bezeichnen, jedoch höchst effizient im entsprechenden Wissenschaftsbetrieb.
Viele Faktoren begĂŒnstigten den Erfolg des amerikanischen Systems, das sich stark an die nationalen Gegebenheiten angepasst hat. Zum einem gibt es einen enormen und ĂŒber Generationen ungebrochenen Fluss an Drittmitteln aus den staatlichen Quellen fĂŒr die Grundlagenforschung und angewandte Forschung, zum anderen kommen Mittel aus der Industrie. Die staatliche Förderung wird dann auch ĂŒber einen viel stĂ€rkeren Wettbewerbsmechanismus ausgegeben, zum Teil wird die Ausgabe auch so gestaltet, dass Wettbewerb erst recht entsteht (z.B. durch mehrfache Vergabe). Das System ist nicht auf lebenslange Professur im Beamtenstatus ausgelegt, sondern verlangt im stĂ€ndige Leistung von Professoren, wĂ€hrend diese durch Leistung eine Aussicht auf Belohnung haben. Einem Hochschullehrer steht eine Wettbewerbssituation sogar innerhalb des eigenen Fachbereichs gegenĂŒber, die betrĂ€chtlichen StudiengebĂŒhren der eigenen Doktoranden mĂŒssen erst durch Drittmittel erwirtschaftet werden.
Ăberhaupt auffĂ€llig ist auch im amerikanischen System, dass die ganze Welt mitkonkurriert, sowohl bei den LehrstĂŒhlen wie auch bei den StudienplĂ€tzen, in beiden FĂ€llen zusĂ€tzlich erleichtet durch recht moderat gehaltene englischsprachige Anforderungen. Und gerade hier spielt ein bidirektionales System zum Erhalt der QualitĂ€t und somit die Reputation eine wichtige Rolle, das bereits bei den Studenten anfĂ€ngt: Die besten Institutionen bekunden ihren Aufnahmewillen den ihrer Meinung nach besten Studenten, diese selektieren dann wiederum die besten Institutionen fĂŒr ihre Studien. In amerikanischen Hochschulen existiert die Auffassung, dass die Studenten das entscheidende Kapital einer Spitzeninstitution sind, entsprechend werden auch mit viel Aufwand die besten Studenten selektiert, und auch untereinander um die besten Studenten gekĂ€mpft. Daher steht gerade in den Graduiertenstudien (graduate study) der Besuch einer Spitzeninstitution Studenten aller gesellschaftlichen Schichten offen, wobei dieser ĂŒber ein geschicktes System der Quersubvention finanziert wird.
In Deutschland haben sich 2004 die PlÀne konkretisiert, EliteuniversitÀten einzurichten. In der Diskussion wurde auch an den Ruf deutscher UniversitÀten aus vergangenen Tagen erinnert, der durch die Nationalsozialisten zerstört wurde, da die meisten bedeutenden Wissenschaftler emigrieren mussten. EliteuniversitÀten hat es aber in Deutschland eigentlich nie gegeben, denn alle UniversitÀten gelten als gleichwertig, obwohl es selbstverstÀndlich Unterschiede gibt: Je nach Fach ist der Ruf einzelner UniversitÀten unterschiedlich gut.
Die Bundesregierung möchte EliteuniversitĂ€ten fördern. In einigen BundeslĂ€ndern, die die Kulturhoheit haben und daher auch fĂŒr UniversitĂ€ten zustĂ€ndig sind, herrscht die Meinung vor, man solle nicht ganze UniversitĂ€ten, sondern einzelne Fachbereiche an UniversitĂ€ten fördern.
Falls Fördergelder aufgrund politischer Kompromisse mit dem Ziel regional ausgewogener Verteilung auf viele UniversitÀten verteilt werden, besteht die Gefahr, dass die auf eine einzelne UniversitÀt entfallenden Mittel nicht zur Erreichung des angestrebten Ziels ausreichen werden.
Ob speziell in Deutschland EliteuniversitÀten wirklich von Vorteil sind, ist strittig.
Pro
BefĂŒrworter fĂŒhren an, dass Deutschland durch das Fehlen von Eliten gerade im Forschungsbereich immer weiter zurĂŒckfĂ€llt. Spitzenforscher wandern an anglo-amerikanische UniversitĂ€ten ab, da ihnen in Deutschland die entsprechende UnterstĂŒtzung fehlt.
AuĂerdem kommen hochqualifizierte Absolventen der Volkswirtschaft zugute.
Contra
Gegner argumentieren, dass sie lediglich dem Prestige dienen, wĂ€hrend andere UniversitĂ€ten und ihre AbschlĂŒsse durch Einrichtung von EliteuniversitĂ€ten abgewertet werden. Zudem lĂ€sst insbesondere ein Vergleich mit Frankreich und seinem ausgeprĂ€gt elitĂ€ren Bildungssystem nicht hoffen, dass EliteuniversitĂ€ten zu einer wesentlichen Verbesserung der Wirtschaftslage beitragen. AuĂerdem mĂŒsste eine Förderung sehr langfristig angelegt sein, da der gute Ruf von gern als Vorbild angefĂŒhrten UniversitĂ€ten wie Harvard insbesondere durch die KontinuitĂ€t ihrer Leistungen ĂŒber viele Jahre hinweg aufgebaut wurde.
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Situation in Deutschland
Argumentation
Siehe auch
Elite, UniversitÀt, Begabtenförderung, Grande école, Chancengleichheit, Ivy League, Wissenschaft in den USAWeblinks
