Erklärung, Beschreibung und Bedeutung über Erziehung

Erziehung Bedeutung, Erklärung und Definition.

Unter dem Begriff Erziehung versteht man:

  • die Etablierung von Verhaltensweisen, Werten und Normen gegenüber Kindern und Jugendlichen und damit verbunden auch das Setzten von Grenzen, um ihnen ihrern Platz in ihrer Sozialen Gruppe (z.B. die Familie) zuzuweisen und später, um sie an das Leben und Überleben in der Gesellschaft anzupassen ("fit for life"). Innerhalb von der Schulen ist Erziehung heutzutage gleichbedeutend mit Bildung. Im Englischen bedeutet der Ausdruck "education" Erziehung und Bildung.

  • Das Wort Erziehung bezeichnet auch die eigene Erziehung, also die Verhaltensweisen, Werte und Normen, die uns Eltern, Verwandte, Schule und andere pädagogische Einrichtungen als Prägung mit auf den Weg ins Erwachsenenleben mitgegeben haben.

  • Als Suffix in z. B. Musikerziehung, Sporterziehung, Verkehrserziehung für die Ausbildung von speziellen Fähigkeiten.

Nähere Erläuterung

Im Folgenden sind Methoden und Bedingungen von Erziehung unter modernen erziehungswissenschaftlichen Gesichtspunkten dargestellt.

In der Pädagogik versteht man unter Erziehung das absichtliche (also nicht im Affekt) Bereitstellen oder Ausnützen von Lernmöglichkeiten! Dabei geht man bewusst, planvoll, methodisch und zielgerichtet vor und kann dieses Vorgehen auch verantworten. Das heißt, der Erziehende macht sich vorher darüber Gedanken, was er erreichen möchte. Er überlegt sich die Erziehungsziele, die dazu passenden Methoden die Ziele zu realisieren und kann auch begründen, warum dieses Vorgehen nötig ist.

Dieser Vorgang geschieht grundsätzlich in personaler Interaktion. Das heißt, der Erzieher reagiert auf ein Verhalten des Zu-Erziehenden (früher auch: "Zögling") und/oder umgekehrt. Die dabei entstehende Wechselwirkung (keine Manipulation) zwischen Erzieher und Zu-Erziehende unterscheiden die Erziehung von der bloßen Konditionierung.

Voraussetzung für Erziehung ist ein Vertrauensverhältnis sowie die Eingebundheit in die jeweilige Peer group. Ohne diese Voraussetzungen ist der Jugendliche auf sich allein gestellt, und kann bei ungünstigen Voraussetzungen in eine soziale Abwärtsspirale geraten, die ihn je nach Veranlagung bis in die Kriminialität oder die Psychiatrie führen kann.

In einer alternativen, von Wolfgang Brezinka präferierten Definition werden unter Erziehung Handlungen verstanden, mit deren Hilfe versucht wird, andere Menschen dahin gehend zu beeinflussen, dass ihr Gefüge der psychischen Dispositionen in irgendeiner Hinsicht dauerhaft verbessert wird, oder seine als wertvoll beurteilten Bestandteile zu erhalten. Andererseits sollen auf diese weise die als schlecht bewertet Entstehung von Dispositionen verhütet werden.

Erziehungsstile

Desweiteren wird zwischen verschiedenen Erziehungsstilen unterschieden. Unter einem Erziehungsstil versteht man die Methode und die Grundsätze, sowie den theoretischen Hintergrund, nach dem man eine Erziehung (meist die Kindererziehung) aufbaut. Die Beschreibung verschiedener Erziehungsstile besteht in der Übertragung von Führungsstilen auf das Verhalten in Erziehungsprozessen. Analog werden auch hier drei Stile unterschieden.

  1. Der autoritäre Stil, der mit einem interventionistischen Erziehungsbegriff einhergeht, setzt auf die Erziehungsmittel Belohnung und Bestrafung, Erziehungsmaßnahmen sind hierbei eher intransparent und erwartungsgemäß kaum durch demokratische Meinungsbildungsprozesse legitimiert.
  2. Ein demokratischer Erziehungsstil lässt sich mit dem reformpädagogischen Erziehungsbegriff verbinden; hier spielt Konsens beim Einsatz von Erziehungsmaßnahmen eine größere Rolle. Erziehungshandeln soll für die Beteiligten transparent sein.
  3. Der laissez-faire-Stil korrespondiert mit dem antipädagogischen Erziehungsbegriff. Erziehung wird hier als eine nicht legitime Maßnahme gegenüber Kindern aufgefasst und dementsprechend unterbleiben zielgerichtete Erziehungsmaßnahmen.

Kritik traditioneller Erziehung / Anti-Erziehung

Die Kritik der Erziehung wendet sich insbesondere gegen nicht kindgerechte Methoden von Erziehung. Der Begriff des unbedingten Gehorsams stößt nach den Erfahrungen des Hitlerdeutschlands auf vehemente Ablehnung und markiert ein Ende
preussischer Erziehungsideale.

Die aus der Auseinandersetzung mit der Nazizeit und dem Protest gegen den Vietnamkrieg entstandene Protestbewegung der 68er-Generation führte in ihrem Verlauf auch zur antiautoritären Erziehung, einer Strömung, die radikal jegliche autoritären Methoden in der Erziehung ablehnte.

Die neuere Kritik stellt die Notwendigkeit von Grenzziehungen dagegen nicht in Frage, verurteilt aber umso schärfer Übergriffe gegen Kinder und Jugendliche - ein Trend, der sich seit 1970 durch die Enttabuisierung der Kindesmisshandlung zeigt und im Jahr 2000 darin gipfelte, dass Schlagen von Kindern gesetzlich verboten ist.

Als tieferer Hintergrund wird angeommen, dass am Verhalten der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft eine bislang unbeachtete Frontlinie verläuft, an der sich persönlicher und gesellschaftlicher Druck entlädt. Demzufolge sind alle Verhaltensweisen zu verurteilen, die auf subtilem Wege das systematische Auslöschen des kindlichen Willen verfolgen. Dieses im 18. bis 19. Jh. noch ganz offen verfolgte Ziel wird heute als Schwarze Pädagogik gebrandmarkt.

Weblinks

Siehe auch

Portal Pädagogik, Geschichte der Pädagogik, Sozialpädagogik, Bildung, Schule, Internat, Kindergarten, Jugendarbeit, Hilfe zur Erziehung, Antipädagogik, UNESCO, UNICEF.


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