Gymnasium Bedeutung, Erklärung und Definition.
Ein Gymnasium (latinisierte Form des griechischen γυμνάσιον) ist in Deutschland eine Sekundarschule (früher auch Oberschule genannt), die zur allgemeinen Hochschulreife (Abitur) führt.In der DDR war bis 1990 das Gymnasium durch die Erweiterte Oberschule (EOS) ersetzt.
In der Schweiz wird das Gymnasium häufig als Kantonsschule bezeichnet.
In Österreich wird als Gymnasium jener der Teil der Allgemeinbildenen höheren Schule (AHS), der humanistische Fächer als Schwerpunkt hat, als Gymnasium bezeichnet. Daneben gibt es das Realgymnasium und das wirtschaftskundliche Realgymnasium, bei denen die Unterschiede in den einzelnen Schwerpunkten jedoch nicht sehr groß sind.
Im alten Griechenland war ein Gymnasion ein Ort der körperlichen und geistigen Ertüchtigung für die männliche Jugend, wobei der körperliche Aspekt aber im Vordergrund stand. In den Gymnasien wurde nackt trainiert, was noch in der Herkunft des Wortes von "gymnázesthai" (= mit nacktem Körper turnen) deutlich wird. siehe auch: Gymnastik)
Die Grundlagen für das heutige Gymnasium als Form der weiterführenden Schule wurden im 16. Jahrhundert u.a. von Philipp Melanchthon gelegt.
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2 Fachrichtungen 3 Gliederung 4 Österreichisches Gymnasium 5 Wissenswertes 6 Älteste und wichtigste Gymnasien 7 Statistik 8 Siehe auch 9 Weblinks |
Der Beginn und die Länge der Ausbildung in einem Gymnasium hängt vom jeweiligen Schulsystem ab.
In Deutschland beginnt das Gymnasium in den meisten Bundesländern mit der Klasse 5. In Berlin und Brandenburg gibt es eine sechsjährige Grundschule. In Niedersachsen gab es vor dem Jahr 2004 eine Orientierungsstufe in Klasse 5 und 6, die allerdings seit dem 1. August 2004 abgeschafft wurde.
Die reguläre Dauer der Schulzeit bis zum Abitur beträgt zwölf oder dreizehn Jahre, von denen man in der Regel 8 bzw. 9 Jahre auf dem Gymnasium verbringt. Seit dem Schuljahr 2004/2005 ist in fast allen Bundesländern das achtjährige Gymnasium (G8) eingeführt. In Rheinland-Pfalz gibt es seit dem Abiturjahrgang 2002 nach einer verkürzten Schulzeit das Abitur nach 12,5 Jahren Unterricht.
Je nach Schulfinanzierung oder Personalaufwandsträger wird zwischen staatlichen, kommunalen und privaten (auch: kirchlichen) Gymnasien unterschieden. Von den privaten bzw. kirchlichen Gymnasien führen staatlich anerkannte zur Abiturprüfung, staatlich genehmigte dagegen nicht. Aufgrund der Schulfinanzierungsgesetze sind aber alle privaten Gymnasien zu etwa 85% aus öffentlichen Geldern finanziert.
siehe auch:
Nach den Fachprofilen unterscheidet man traditionell das
Spezielle Profile haben das
Schulsysteme
Fachrichtungen
Häufig sind das mathematisch-naturwissenschaftliche und neusprachliche Profil kombiniert. In manchen Bundesländern (zum Beispiel Nordrhein-Westfalen) ist diese Unterteilung offiziell aufgehoben und lebt höchstens insoweit fort, als einige Traditionsschulen im Rahmen der allgemeinverbindlichen Regelungen ein eigenes Profil pflegen, zum Beispiel nur Latein als erste Fremdsprache anbieten. In anderen Bundesländern werden die Fachprofile durch unterschiedliche Stundentafeln mit Leben gefüllt. In Bayern sind Humanistisches und Neusprachliches Gymnasium zum Sprachlichen Gymnasium zusammengefasst.
sowie
Im Gegensatz zum Unterricht in den Gymnasien ist die Fachoberschule mit dem Abschluss der Fachhochschulreife oft praxisnäher und stärker berufsbezogen.
Der gymnasiale Bildungsgang gliedert sich in
Gliederung
Die Klassen 5-6 haben als Orientierungsstufe einen Sonderstatus, der den Wechsel zwischen verschiedenen Schulformen erleichtern soll.
Nach überwiegender Nomenklatur gliedert sich die Sekundarstufe I in
- Unterstufe (Klassen 5-7) und
- Mittelstufe (Klassen 8-10).
Wer die 10. Klasse des Gymnasiums erfolgreich abschließt, erwirbt neben der Berechtigung zum Besuch der Oberstufe (Oberstufenreife) auch den mittleren Schulabschluss der Realschule (Mittlere Reife) ohne weitere Abschlussprüfung.
Die Sekundarstufe II bildet die gymnasiale Oberstufe; sie ist als Kurssystem ausgestaltet.
Die Oberstufe enthält neben der 11. Klasse auch die Kollegstufe, in der die Schüler ihre Schwerpunkte auf ein Haupt- und ein Nebenfach legen können. Diese beiden Fächer werden auch mit besonderem Augenmerk in der Abiturprüfung abgefragt. Hauptvorteil der Schwerpunktsetzung ist für die meisten Schüler die Abwahl einer Fremdsprache oder einer Naturwissenschaft. In Rheinland-Pfalz nennt sich die Oberstufe Mainzer Studien-Stufe, die sich insofern unterscheidet, dass der Abiturient schon ab Klasse 11 seine Leistungskurse belegt hat, die ab 11/2 ins Abitur eingehen und noch eine Besonderheit: R-P hat 3 Leistungskurse, von denen einer zum Abitur hin auf Grundkurs abgestuft wird.
Frühere Bezeichnungen der Jahrgangsstufen
Früher wurden die Jahrgangsstufen 5 bis 13 des Gymnasiums mit lateinischen Zahlwörtern bezeichnet, wobei von der Abschlussklasse aus gezählt wurde: Sexta (5. Jgst.), Quinta, Quarta, Untertertia, Obertertia, Untersekunda, Obersekunda, Unterprima, Oberprima (13. Jgst.).
Das Gymnasium ist in zwei Abschnitte mit jeweils vier Jahren gegliedert:
Österreichisches Gymnasium
In einem Gymnasium werden sowohl Unter- als auch Oberstufe angeboten, in einem Oberstufenrealgymnasium nur die Oberstufe. Sowohl Unter- als auch Oberstufe sind in Klassen gegliedert. Die Nummerierung der Klassen beginnt üblicherweise mit jeder Schule neu, das heißt die 5. Schulstufe im Gymnasium entspricht der 1. Klasse.
Der Übertritt von der Hauptschule in ein Gymnasium ist möglich, wenn der Schüler die Fächer Deutsch, Mathematik und lebende Fremdsprache in der besten Leistungsgruppe besucht hat und alle anderen Fächer mit "befriedigend" (3) oder besser beurteilt wurden.
In der 5. Schulstufe wird als erste lebende Fremdsprache meist Englisch gelehrt. Im humanistischen und neusprachlichen Profil wird diese in der 7. Schulstufe durch eine zweite Fremdsprache ergänzt (Latein oder meist Französisch) oder man wählt jenen Schulzweig, der sich mehr auf Mathematik und die Naturwissenschaften bezieht (Realgymnasium). Die Unterstufe des Gymnasiums entspricht weitgehend der Hauptschule.
Zu Beginn der Oberstufe wird in allen Zweigen eine weitere Sprache angeboten - eine zweite Sprache im Realgymnasium, eine dritte in neusprachlichen und humanistischen Gymnasien. Dbei ahndelt es sich meist um die Sprachen Französisch, Italienisch, Latein oder Spanisch. Ab der 10. Schulstufe können die Schüler außerdem eigene Schwerpunkte setzen. Dazu müssen sie ein begrenztes Stundenkontingent in Wahlpflichtgegenstände investieren.
In der 11. und 12. Schulstufe können sich die SchülerInnen üblicherweise zusätzlich zwischen den Fächern "Musikerziehung" und "Bildnerische Erziehung" entscheiden. Diese Entscheidung ist wichtig, wenn man ein einem dieser Gegenstände maturieren will. In jenem Fach, dass man nicht wählt, kann man auch keine Matura machen.
Die Notenskala in Österreich umfasst fünf Noten: sehr gut (1), gut (2), befriedigend (3), genügend (4), nicht genügend (5).
Wissenswertes
Gymnasiallehrer werden in Österreich (bis 1918 auch im Deutschen Reich) meist mit "Professor" angeredet, obwohl diese Bezeichnung streng genommen pragmatisierten (verbeamteten) Lehrern vorbehalten ist. Diese Anrede war lange noch auch in Bayern üblich ("Klassprofessor"), ist aber nach 1968 allmählich untergegangen.
In den 1960er Jahren waren Bestrebungen im Gange die normale AHS auf 9 Jahre auszudehnen. Dies wurde auch zwei Jahre durchgeführt. Dieses Vorhaben wurde dann aber wieder abgebrochen.
Älteste und wichtigste Gymnasien
Das älteste Gymnasium Österreichs ist das Europagymnasium in Klagenfurt, das 1552 gegründet wurde. Das zweitälteste Gymnasium ist in Wien das Akademische Gymnasium im ersten Bezirk.(gegründet 1553). Im Jahr 1573 wurde in der Steiermark das akademische Gymnasium in Graz gegründet. Als Eliteschule schlechthin gilt das 1746 von Kaiserin Maria Theresia gegründete Theresianum, das auch als Theresianische Akademie bekannt ist.
Aufgrund der Minderheitenrechte gibt es in Klagenfurt seit 1957 ein slowenisches Gymnasium.
Statistik
Siehe auch
Weblinks
ja
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