Erklrung, Beschreibung und Bedeutung ber Ikterus

Ikterus Bedeutung, Erklrung und Definition.

Der Ikterus (gr. ΐκτερος, en. jaundice), auch Gelbsucht genannt, ist ein Symptom, welches bei mehreren unterschiedlichen Erkrankungen auftreten kann. Es wird damit ein Zustand beschrieben, der in erster Linie durch eine Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten sowie Bindehaut gekennzeichnet ist.

Dem Ikterus liegt eine Störung im Bilirubinstoffwechsel zugrunde. Durch vermehrten Anfall oder verminderte Ausscheidung des Bilirubins kommt es zunächst zu dessen Ansteigen im Serum (sogenannte Hyperbilirubinämie) und anschließen zum Austritt durch das Gefäßendothel mit Einlagerung im Körpergewebe.

Ab einem Serumspiegel von mehr als 35 μmol/l (=2 mg/100 ml) tritt die Farbveränderung zuerst an der (normalerweise weißen) Sklera in Erscheinung. Mit weiter zunehmenden Werten kann man schließlich auch an der Haut und den Schleimhäuten die gelblichen Veränderungen beobachten. Auch die Körperflüssigkeiten sowie anderen Organe sind davon betroffen.

Da die Leber eine zentrale Rolle im zugrundeliegenden Bilirubin-Stoffwechsel spielt, werden, abhängig von der Lokalisation der Störung, ein

  • prähepatischer (mit Ursache vor der Leber)
  • hepatischer (mit Störung in der Leber) sowie
  • posthepatischer Ikterus (Störung im, der Leber nachgeschalteten, System)
unterschieden.

Table of contents
1 prähepatischer Ikerus
2 hepatischer Ikterus
3 posthepatischer Ikterus
4 Quellen

prähepatischer Ikerus

Beim prähepatischen Ikterus kommt es durch den stark gesteigerten Zerfall von Erythrozyten, speziell im Rahmen einer Hämolyse, zum vermehrten Anfall des unkonjungierten Bilirubins. Der selbe Mechanismus tritt physiologischerweise auch beim Neugeborenenikterus (Icterus haemolyticus neonatorum) auf. Kurz nach der Geburt werden die mit dem fetalen Hämoglobin beladenen Erythrozyten vermehrt abgebaut und durch neu gebildete rote Blutkörperchen ersetzt. Der Neugeborenenikterus ist Zeichen dieser ablaufenden Reaktion und üblicherweise unschädlich. Bei massiv erhöhten Bilirubinwerten kurz nach der Geburt (z.B. durch eine bestehende Rhesus-Inkompatibilität oder bei Frühgeburten) besteht allerdings die Gefahr des Kernikterus, einer Schädigung wichtiger Zentren des zentralen Nervensystems mit einer schlechten Prognose.

hepatischer Ikterus

Da mehrere Schritte des Bilirubinstoffwechsels in der Leber ablaufen, gibt es dementsprechend auch unterschiedliche Entstehungsmöglichkeiten für einen hepatischen Ikterus. Im wesentlichen können folgende Abläufe gestört werden:

Störung der Bilirubinaufnahme

Eine unzureichende Aufnahme von unkonjugiertem Bilirubin kann einerseits durch eine Leberzellschädigung, beispielsweise im Rahmen einer Virushepatits oder einem akuten Leberversagen, oder andererseits durch eine Überlastung des zelleigenen Transportsystems bedingt sein. Einige Medikamente (manche Antibiotika beispielsweise) müssen über die selben Transportwege ausgeschieden werden und können dabei mit dem Bilirubin konkurrieren.

Störung der Bilirubinkonjugation

Auslösend sind meist Gendefekte der beteiligten Enzyme (v.a. der UDP-Glukuronyltransferase). Die bekanntesten Erkrankungen in diesem Zusammenhang sind der Mb. Gilbert-Meulengracht oder das Crigler-Najjar-Syndrom.

Störung des Bilirubintransportes

Neben Leberzellschäden verschiedenster Ursache können ebenso vererbte Störungen der notwendigen Strukturen auslösend sein. Hierzu zählen das Dubin-Johnson-Syndrom oder das Rotor-Syndrom.

Störung des Galleabflusses

Ähnlich dem posthepatischen Ikterus sind bereits hier, neben dem Bilirubin, auch noch etliche andere Substanzen von der mangelnden Ausscheidung betroffen. Daher wird von einer intrahepatischen Cholestase gesprochen.

posthepatischer Ikterus

Hier liegt eine Störung des Gallenabflusses aus der Leber durch den Ductus choledochus in das Duodenum vor. Da in der Galle neben Bilirubin auch verschiedene andere Substanzen ausgeschieden werden, treten neben der Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten auch verschiedene andere Symptome auf. Gemeinsam werden alle Erscheindungen unter der Bezeichnung Cholestase subsummiert. Am häufigsten sind es Gallensteine, die im Ausführungsgang steckenbleiben und ihn verlegen. Aber auch Tumoren (ausgehend von Bauchspeicheldrüse, Gallenblase, Gallengängen oder dem Zwölffingerdarm) können zu plötzlichen Verschlüssen des Ausführungsganges führen. Im Gegensatz zu den Gallensteinen, welche häufig auch gleichzeitig zu einer Gallenkolik führen, sind tumoröse Veränderungen in diesem Stadium oft noch schmerzfrei. Daher sollte jeder schmerzlose Ikterus als malignomverdächtig eingestuft werden und unverzüglich medizinisch abgeklärt werden (wie übrigens alle anderen Formen natürlich auch).

Quellen

Literatur

  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 257. Auflage
  • Böcker, Denk, Heitz: Pathologie. Urban & Schwarzenberg, München 1997 ISBN 3-541-15891-3
  • Siegenthaler, Kaufmann, Hornbostel, Waller: Lehrbuch der inneren Medizin. Thieme, Stuttgart 1992 ISBN 3-136-24303-X


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