Erklärung, Beschreibung und Bedeutung über Indus-Schrift

Indus-Schrift Bedeutung, Erklärung und Definition.

Die Indus-Schrift (auch Sarasvati-Schrift) der Harappa-Kultur ist möglicherweise die älteste bekannte Schrift. Sie wurde im antiken Indien verwendet. In ihrer ausgereiften Form läßt sie sich von 1900 bis 2600 v.Chr. zurückverfolgen, die frühen Formen sogar bis 3300 v.Chr. Nach 1900 v.Chr. nahm die Verwendung der Schrift ab und ging etwa im ersten Jahrtausend v.Chr. völlig unter.

Eine allgemein akzeptierte Entzifferung gelang noch nicht. Es ist auch nicht bekannt, ob die Zeichen tatsächlich eine Schrift darstellen oder ob es sich um nicht-sprachliche Symbole handelt. Falls die Schrift rein ideographisch wäre, enthielte sie keinerlei Information über die Sprache derjenigen, die sie benutzten. Wenn die Schrift sprachliche Informationen enthielte, so ist uns doch nichts über die zugrundeliegende Sprache bekannt.

Im Jahre 1875 wurde das erste mal die Zeichnung eines Siegels aus Harappa veröffentlicht, angefertigt von Alexander Cunningham. Cunningham behauptete 1877, das Siegel enthielte eine Inschrift in einer Urform der Brahmi-Schrift, wie sie von Ashoka benutzt wurde.

Die meisten Forscher betrachten Cunninghams Einschätzung als irrig, einige sogar als betrügerisch. Eine Minderheit jedoch – meistens indische Gelehrte – halten daran fest, dass die Schrift ein Vorläufer der Brahmi-Familie sei.

Es sind etwa 3500 FundstĂĽcke mit Beschriftungen erhalten. Sie befinden sich auf in Stein geschnittenen Stempelsiegeln, auf Terrakotta- und Porzelan-Amuletten, auf Tonscherben und auf einigen Objekten anderer Art.

Die Amulette und Siegel enthalten neben den piktographischen Zeichen häufig ikonographische Motive, größtenteils realistische Abbildungen von Tieren, die scheinbar als heilig verehrt wurden und einige kultische Szenen mit menschenähnlichen Gottheiten und Anbetern. Dieses Material ist von zentraler Bedeutung für die Erforschung von Sprache und Religion der Indus-Kultur.

Drei Hauptschwierigkeiten stehen der Entzifferung der Indus-Schrift entgegen: (1) Die entdeckten Inschriften sind in der Regel nur sehr kurz und umfassen im Schnitt nicht mehr als fünf Zeichen, maximal 26 Zeichen. (2) Die zugrundeliegende Sprache ist nicht bekannt. (3) Das Fehlen eines mehrsprachigen Textes (wie z.B. der Stein von Rosetta). In Ermangelung längerer und mehrsprachiger Texte können die Gelehrten nur theoretisch die Sprache des Schriftsystems annehmen.

Es gibt verschiedene konkurrierende Theorien, was die Inschriften darstellen:

1) Die Zeichen sind rein ornamental oder ideographisch.

2) Die Sprache ist mit keiner anderen Sprache verwandt.

3) Es handelt sich um eine arische Sprache (eine Form des indisch-iranischen /indo-europäischen). Die historischen Sprachen, gesprochen in Nord-Indien und Pakistan, gehören meistens zum indischen Zweig des Indoeuropäischen. Dazu gehören Sanskrit, Hindi, Punjabi, usw. So sprach das Volk des Industales möglicherweise eine sehr alte indoeuropäische Sprache. Das Hauptproblem bei diesem Model ist das 'Pferdedilemma'. Pferde spielten eine sehr wichtige Rolle in allen indoeuropäischen Kulturen. Jedoch wurden keine Darstellungen von Pferden auf Siegeln gefunden, die vor 2000 v.Chr. datiert werden, ebensowenig wie Reste von Pferden selbst (z.B. Knochen). Sie treten erst nach 2000 auf. Deshalb war vor 2000 v.Chr. sehr wahrscheinlich kein arisch sprechendes Volk im Industal.

4) Die Sprache gehört zur Munda-Sprachfamilie. Die Munda-Sprachfamilie ist in Ost-Indien weit verbreitet und verwandt mit einigen südostasiatischen Sprachen. Wie die arische Sprache spiegelt auch der rekonstruierte Wortschatz des frühen Munda die Harappa-Kultur nicht wieder. Das macht Munda als Sprache der Indus-Kultur unwahrscheinlich.

5) Es handelt sich um eine dravidische Sprache. Die Sprachen der dravidischen Familie wurden in Süd-Indien gesprochen, Brahui spricht man im modernen Pakistan. Dieses Model ist das vielversprechendste aus folgenden Gründen: (a) Es sind viele dravidische Einflüsse in den vedischen Texten erkennbar. Die arische Sprache löste allmählich die dravidische Sprache ab. Einige Merkmale des dravidischen gingen in das Arische ein. Eines dieser Merkmale ist das Vorkommen von [retroflex consonants ?] in indischen Sprachen, sowohl im Indoeuropäischen als auch im Dravidischen. Im Gegensatz dazu treten [retroflex consonants ?] in anderen indoeuropäischen Sprachen nicht auf, nicht einmal in iranischen, welche den indischen am nächsten stehen. (b) Ein anderer möglicher Hinweis auf das Dravidische in den Indus-Texten ergibt sich aus der strukturellen Analyse der Texte, die nahelegt, dass die dahinter liegende Sprache möglicherweise agglutinierend ist und zwar deshalb, weil Zeichengruppen oft die selben Anfangszeichen aber unterschiedliche Schlusszeichen haben. Die Anzahl der Schlusszeichen reicht von eins bis drei. Die Schlusszeichen stellen vielleicht grammatische Suffixe dar, die das Wort, dargestellt durch die Anfangszeichen, modifizieren. Jedes Suffix würde dann eine spezifische Modifikation darstellen. Eine Gruppe von Suffixen würde das Wort mehrfach modifizieren. Ein solches Suffix-System findet sich im Dravidischen, jedoch nicht im Indoeuropäischen. Indoeuropäische Sprachen neigen dazu, den Schlusslaut zu ändern um die Bedeutung des Wortes zu modifizieren (Flexion, Beugung). Mehrfache zusätzliche Laute am Ende eines Wortes sind jedoch sehr selten. Häufig entsprechen Suffixe einer agglutinierenden Sprache einzelnen Beugungsendung einer flektierenden Sprache.

Die Ermittlung der Anzahl verschiedener Zeichen verrät eine Menge über den Typ des verwendeten Zeichensystems. Alphabetische Systeme umfassen selten mehr als 40 Zeichen. Silbenschriften, wie z.B. Linear-B oder die Cherokee-Schrift, umfassen üblicherweise 40 bis 100 Symbole. Der dritte Bereich von logophonetischen bis zu logographischen Systemen umfasst Hunderte Zeichen und mehr (z.B. 500 Zeichen im [Hieroglyphic Luwian ?], 5000 Symbole im modernen Chinesisch).

Es scheint so, dass die Indus-Schrift maximal 400 Symbole beinhaltet, wobei es 200 Grundzeichen gibt, die nicht aus anderen kombiniert wurden. Das bedeutet, die Indus-Schrift ist vermutlich logophonetisch. Sie benutzt demnach Zeichen mit der Bedeutung von Worten und phonetische Zeichen.

Asko Parpola, ein Spezialist auf dem Gebiet der vedischen Philologie, wandte in einer frühen Phase seiner Karriere seine Aufmerksamkeit der Entzifferung der Indus-Schrift zu und lieferte in den letzten drei Jahrzehnten zusammen mit seinen finnischen Kollegen wertvolle Beiträge. Er steht Dravidischen Auffassung der Entzifferung Nahe, seine Beiträge zur Dokumentation und seine theoretischen Studien über die Indus-Schrift überschreiten jedoch die Grenzen der Linguistik.

Verweise

Indus-Kultur - Mohenjo-Daro

Weblinks


Diese Seite ist ein Artikel über Indus-Schrift. Seite Versuche, zum von von Beschreibung über bereitzustellen Indus-Schrift. Sie konnten Tatsachen über auch finden Indus-Schrift. Erklärung von Indus-Schrift.

Suche Alle