Konstruktivismus (Philosophie) Bedeutung, Erklärung und Definition.
Als erkenntnistheoretische Position steht die philosophische Position des Konstruktivismus für die Auffassung, dass wir die Wirklichkeit subjektiv "erfinden" (konstruieren) und nicht - wie nach realistischer Auffassung - objektiv "entdecken".Im Konstruktivismus wird nicht etwa geleugnet, dass es eine Welt "dort draußen" gibt. Vielmehr wird betont, dass uns diese Welt nur via Beobachtung zugänglich ist, d.h. immer schon eine interpretierte Welt ist, über die wir uns nur kommunikativ verständigen/einigen können; es gibt also keine objektive Wirklichkeit, die dem menschlichen Erkenntnisvermögen zugänglich wäre.
Eine ethische Dimension des konstruktivistischen Weltbilds resultiert aus der Bedeutung der Verantwortung, die sich für jeden Einzelnen ergibt, wenn er zu der Einsicht gelangt, dass die Welt, wie er sie beobachtet, Resultat seiner Beobachtungsweise ist.
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Der Konstruktivismus befindet sich somit im Gegensatz zum Induktivismus und zum Falsifikationismus, geht jedoch nicht so weit wie der Solipsismus.
Zwar entspricht der Prozess der Entwicklung neuer und besserer Theorien jenem, der im Rahmen des Falsifikationismus angenommen wird. Allerdings wird verneint, dass diese Theorien die Realität auch besser (oder überhaupt) beschreiben können. Als Kriterium für den Bestand von Theorien legt der Konstruktivismus vielmehr an, dass diese lediglich viabler (von via: der Weg, also eigentlich: gangbarer) oder passender sind als andere bzw. die gesehenen Probleme besser lösen. Aus dieser Viabiliät kann keine Schlussfolgerung über eine reale Welt abgeleitet werden, denn zahllose andere Schemata könnten genauso gut funktioniert haben.
Dem Instrumentalismus, der in großen Teilen davon ausgeht, Theorien entwickelten sich evolutionär und unpassende Modelle der Realität würden somit zwangsläufig von passenderen, näher an der Realität stehenden Vorstellungen von der Welt ersetzt, stellt der Konstruktivismus entgegen, dass die einzige Motivation, eine bestehende Theorie oder Weltvorstellung zu ändern, nur die Kollision mit der "wahren" Realität sein kann. Anpassung verlange jedoch lediglich, dass Reibungen und Kollisionen vermieden werden. Von einer Annäherung an eine objektive Realität kann also nicht gesprochen werden.
Der Relativismus sieht wissenschaftliche Paradigmen sogar als Sache des Glaubens an, die jeweils nur innerhalb einer bestimmten Wissenschafts-Kultur als wahr oder falsch gelten können.
Eine gegenüber diesem grundsätzlich erkenntnistheoretischen Standpunkt eingeschränkte Position vertritt der Sozialkonstruktivismus. Als konstruiert wird hier nur die Welt des Sozialen angenommen. Die objektive Welt der Natur bleibt weiterhin objektiv zu erkennen.
Eine Trennung bzw. Unterscheidung zwischen dem Begriff Konstruktivismus und dem Begriff Radikaler Konstruktivismus ist umstritten.
Der Radikale Konstruktivismus ist die gesellschaftskritischere, tiefer angesetzte, das Fundament unserer Orientierung grundsätzlich in Frage stellende und die eben radikalere Variante des Konstruktivismus.
Weitere konstruktivistische Ansätze sind u.a.:
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