NiederlĂ€ndische Sprache Bedeutung, Erklärung und Definition.
Die NiederlĂ€ndische Sprache (Nederlandse taal), auch NiederlĂ€ndisch (ursprĂŒnglich: Duitsch der neederen Lande oder kurz: Nederduitsch), oder auch HollĂ€ndisch, nach der niederlĂ€ndischen Region Holland, genannt, aus deren Dialekt sich die niederlĂ€ndische Schriftsprache im Wesentlichen entwickelte, gehört zum germanischen Zweig der indoeuropĂ€ischen Sprachen.
| Table of contents |
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2 Verbreitung 3 Sprachverwandtschaften mit anderen Sprachen 4 Dialektgruppen des NiederlÀndischen 5 Grammatik 6 Weblinks |
Das NiederlĂ€ndische leitet sich vom NiederfrĂ€nkischen ab, einem Zweig des Niederdeutschen, der sich in den "niederen Landen des Frankenreichs" - nordwestlich der Benrather Linie - weiterentwickelt hat. Die indoeuropĂ€ische Sprachwissenschaft/Germanistik stellt das NiederlĂ€ndische als westlichen Zweig des Niederdeutschen neben den NiedersĂ€chsischen und den Ostniederdeutschen Zweig der deutschen Sprache. Wer niederdeutsche (plattdeutsche) Dialekte spricht oder versteht, kann in der Regel auch NiederlĂ€ndisch (gröĂenteils) verstehen. UrsprĂŒnglich und ĂŒberwiegend wird NiederlĂ€ndisch in den Niederlanden, im flĂ€mischen Gebiet Belgiens, in BrĂŒssel sowie in angrenzenden Regionen Frankreichs und Deutschlands gesprochen. An der Grenze zum Hochdeutschen geht das NiederlĂ€ndische beziehungsweise NiederfrĂ€nkische in das Westmitteldeutsche ĂŒber, das ebenfalls frĂ€nkischen Ursprungs ist.
Als westgermanische Sprache ist das NiederlĂ€ndische ebenfalls mit dem Englischen (AngelsĂ€chsischen) und Friesischen verwandt. Die historisch jĂŒngste westgermanische Sprache, das Afrikaans, das vor allem in SĂŒdafrika und Namibia gesprochen wird, ist ein unmittelbarer Spross des NiederlĂ€ndischen (siehe unten).
NiederlÀndisch ist heute Muttersprache von etwa 25 Millionen Menschen. Amtssprache ist es in folgenden Staaten (die Zahl gibt die ungefÀhre Zahl der Muttersprachler an):
Oft nennen auch NiederlĂ€nder die niederlĂ€ndische Sprache HollĂ€ndisch, obwohl das HollĂ€ndische eigentlich nur eine gröĂere Dialektgruppe des NiederlĂ€ndischen ist. Das moderne Standard-NiederlĂ€ndische ist stark vom Dialekt des frĂŒheren mĂ€chtigsten Bundesstaates Holland (heute die Provinzen Nord- und SĂŒd-Holland) geprĂ€gt. Von den Dialekten der anderen frĂŒheren Bundesstaaten findet man im modernen NiederlĂ€ndisch weniger wieder.
Es gibt viele NiederlÀnder, die - wie in Norddeutschland - als "Muttersprache" niedersÀchsische Dialekte sprechen (Plattduits), die unmittelbar von der altsÀchsischen Sprache abstammen. Sie lernen NiederlÀndisch als Zweitsprache in der Schule und nennen es HollÀndisch, die Sprache der hollÀndischen Provinz.
Umgekehrt sind die ursprĂŒnglichen Mundarten des deutschen Niederrheins, des westlichen Ruhrgebiets, sowie groĂer Teile des Bergischen Landes niederfrĂ€nkisch bzw. niederlĂ€ndisch. Insbesondere die in Deutschland gesprochenen KleverlĂ€ndischen Dialekte gelten unbestritten als niederlĂ€ndische Mundarten. In den meisten Schulen des heutigen, deutschen Kreis Kleve war NiederlĂ€ndisch bis ins 19. Jahrhundert Unterrichtssprache.
In Belgien sprechen die Flamen, also die Bewohner des im nördlichen Teil Belgiens gelegenen Landesteils Flandern, die flÀmischen Dialekte des NiederlÀndischen. Als Amts- und Schriftsprache wird jedoch in Flandern ebenso wie in den Niederlanden die niederlÀndische Standardsprache verwendet.
Die Niederlande und Belgien haben am 9. September 1980 die so genannte "NiederlÀndische Sprachunion" (Nederlandse Taalunie) geschaffen.
Diese soll gewÀhrleisten, dass eine gemeinsame Rechtschreibung und Grammatik fortbesteht und die Sprache gepflegt wird.
SelbstverstÀndlich gibt es regionale Eigenarten zwischen der niederlÀndischen und der belgisch-flÀmischen Variante der Standardsprache. Die flÀmischen Dialekte selbst werden untergliedert in WestflÀmisch, OstflÀmisch und SeelÀndisch (Zeeuws).
Im Ă€uĂersten Nordostzipfel von Frankreich, im Grenzgebiet zu Belgien, leben noch einige zehntausend Menschen, die mit der westflĂ€mischen Variante des NiederlĂ€ndischen aufwachsen.
Ein GroĂteil der weiĂen Bevölkerung SĂŒdafrikas (die Buren) und ebenso zahlreiche sĂŒdafrikanische Farbige sprechen mit Afrikaans eine aus dem NiederlĂ€ndischen entstammende Halbkreolsprache.
DarĂŒber hinaus ist NiederlĂ€ndisch in Indonesien und Neuguinea eine verbreitete Zweitsprache (in der Ă€lteren Generation vor Englisch). FĂŒr Studenten der Rechtswissenschaft in Indonesien ist NiederlĂ€ndisch Teil des Curriculums. Die Niederlande waren dort zwischen 1602 und 1945 Kolonialmacht.
Mit dem NiederlĂ€ndischen eng verwandt sind auĂer Afrikaans, der Burensprache in SĂŒdafrika auch die verschiedenen Kreolsprachen in Suriname, Guayana und auf den Westindischen Inseln.
Das NiederlĂ€ndische ist wie das Niederdeutsche historisch mit dem Hochdeutschen verwandt. Allerdings bestehen zwischen dem NiederlĂ€ndischen und Niederdeutschen auf der einen Seite und den hochdeutschen Sprachformen auf der anderen Seite erhebliche phonologische, morphologische und lexikal-semantische Unterschiede. Die politische Trennung fĂŒhrte ĂŒberdies zu einer getrennten SprachentwicklungskontinuitĂ€t einschlieĂlich einer unterschiedlichen Dynamik der Ă€uĂeren Sprachbeeinflussung (Entlehnungen). Das NiederlĂ€ndische wird deshalb heute als eigene Sprache angesehen.
Die niederlĂ€ndische Sprache schreibt allgemein wie im Englischen alle Wortarten klein, nur das erste Wort eines Satzes wird groĂgeschrieben. Ausgenommen von dieser Regel sind Namen verschiedener Art. Dies sind vor allem:
Das NiederlÀndische kennt drei verschiedene Arten des grammatischen Geschlechts: das mÀnnliche, das weibliche und das sÀchliche Geschlecht.
Es existieren im NiederlĂ€ndischen zwei verschiedene bestimmte Artikel (het bepaald lidwoord): de und het. Im Singular steht de vor den mĂ€nnlichen und weiblichen Substantiven, het dagegen vor sĂ€chlichen. Im Plural gibt es fĂŒr alle drei grammatische Geschlechter den gleichen Artikel: de. Eine Flexion des bestimmten Artikels findet in der NiederlĂ€ndischen Sprache nicht statt.
Herkunft
Verbreitung
Der Language Code ist nl beziehungsweise dut oder
nla (nach ISO 639); dum ist der Code
fĂŒr MittelniederlĂ€ndisch (etwa 1050-1350).Sprachverwandtschaften mit anderen Sprachen
Dialektgruppen des NiederlÀndischen
Grammatik
Die Grammatik des NiederlĂ€ndischen hat sich vor allem in den letzten 100 Jahren, einem sprachgeschichtlich sehr kurzen Abschnitt, sehr stark vereinfacht. Die FĂ€lle werden bei den Substantiven und Adjektiven nicht mehr angewendet, sie sind nur noch in den Objektpronomen erkennbar. Ausnahme bildet das Genitiv des Substantivs.GroĂ- und Kleinschreibung
Substantive und Artikel
| Genus | Singular | Plural |
| mÀnnlich | de man (der Mann) | de mannen (die MÀnner) |
| weiblich | de vrouw (die Frau) | de vrouwen (die Frauen) |
| sĂ€chlich | het boek (das Buch) | de boeken (die BĂŒcher) |
Der unbestimmte Artikel (het onbepaald lidwoord) im NiederlĂ€ndischen lautet im Singular fĂŒr alle Substantive een und hat keine Pluralform.
| Genus | Singular |
| mÀnnlich | een man (ein Mann) |
| weiblich | een vrouw (eine Frau) |
| sÀchlich | een boek (ein Buch) |
Das Verb im NiederlÀndischen endet in der Infinitivform, von einigen Ausnahmen abgesehen, auf -en. Das Verb wird wie im Deutschen konjugiert, also der handelnden Person entsprechend durch VerÀnderung der Verbendung gebeugt.
Zur Konjugation im PrĂ€sens, der Gegenwartsform hat die Stammform eines jeden Verbs eine zentrale Bedeutung. Sie bestimmt wie im Deutschen die Konjugation des Verbs. FĂŒr die Stammform eines Verbs muss beachtet werden, dass sie der Aussprache ĂŒbereinstimmt. Die Verben haben eine Stammform und meist die Endung -en im Infinitiv. Die Endung wird grundsĂ€tzlich kurz ausgesprochen, die Silbe vor der Endung, also die vorletzte Silbe des Verbs, wird grundsĂ€tzlich lang gesprochen. Auf Grund der Tatsache, dass diese lang gesprochene Silbe in der Stammform als letzte Silbe steht und somit eigentlich kurz gesprochen wird, muss der Vokal in der Stammform verdoppelt werden, um die volle VokallĂ€nge zu erhalten.
Beispiele:
Verb
Konjugation des Verbs im PrÀsens
| Infinitiv | kopen | lopen | eten |
| Stammform | koop | loop | eet |
FĂŒr ik (ich) wird die die Verbform durch den Wortstamm gebildet. Zu jij (du), hij (er), zij (sie), het (es) sowie fĂŒr u als Höflichkeitsformen von Sie wird die Verbform durch den Stamm und der Endung -t gebildet. Bei wij (wir), jullie (ihr) und zij (sie) beugt man die Verbform, indem man den Infinitiv des Verbes nutzt.
Ist ein -t am Ende der Stammform (wie bei eten im unten stehenden Beispiel), wird das -t bei jij, hij, zij, het und u nicht noch einmal angefĂŒgt.
Beispiele:
- kopen (kaufen)
- lopen (laufen)
- eten (essen)
| Person | kopen | lopen | eten |
| ik | koop | loop | eet |
| jij/je | koopt | loopt | eet |
| hij | koopt | loopt | eet |
| zij/ze | koopt | loopt | eet |
| het | koopt | loopt | eet |
| wij/we | kopen | lopen | eten |
| jullie | kopen | lopen | eten |
| zij/ze | kopen | lopen | eten |
| u | koopt | loopt | eet |
Wichtige unregelmĂ€Ăige Verben im NiederlĂ€ndischen sind die Hilfsverben:
Konjugation der Hilfsverben hebben und zijn im PrÀsens
| Person | hebben | zijn |
| ik | heb | ben |
| jij/je | hebt | bent |
| hij | heeft | is |
| zij/ze | heeft | is |
| het | heeft | is |
| wij/we | hebben | zijn |
| jullie | hebben | zijn |
| zij/ze | hebben | zijn |
| u | hebt/heeft | bent |
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