Numerische Quadratur Bedeutung, Erklärung und Definition.
Bei der numerischen Quadratur versucht man, den Wert eines Riemann-Integrals näherungsweise zu bestimmen.Das Riemann-Intergral
Oft kann man das Integral nicht geschlossen lÜsen, d.h. man kann keine Stammfunktion zu f(x) angeben. Deshalb versucht man, Näherungswerte zu ermitteln.
Dazu unterteilt man die gesuchte Fläche in senkrechte Streifen und nähert jede dieser so erhaltenen Teilflächen durch einfache geometrische Figuren (z.B. Trapez) oder einfache Funktionen (z.B. Polynome) an.
Fßr die Flächenberechnung dieser einfachen Figuren benÜtigt man den Wert der Funktion f(x) an den so genannten Stßtzstellen x0, ... xm. Die Summe ßber diese Teilflächen ergibt eine Näherung des Integrals. Je schmaler man die einzelnen Teilflächen wählt umso genauer wird die Näherung. Von Interesse ist dann noch die Frage, wie groà der Fehler ist, der sich durch die Näherung ergibt. Dieser Fehler wird durch das Restglied beschrieben.
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2 Summierte Quadraturformeln 3 Spezielle Quadraturformeln |
Mit Hilfe von Interpolationspolynomen und deren Lagrange-Darstellung kann man die folgende allgemeine Quadraturformel und das zugehĂśrige Restglied herleiten.
Allgemeine Quadraturformel fßr eine Teilfläche
Restglied
Wenn noch zusätzlich fßr alle Stßtzstellen im Intervall [a,b] gilt (x - xj) >=0 oder alternativ (x - xj) <=0, dann hat der Integrand keinen Vorzeichenwechsel in [a,b] und man kann zeigen:
Ist die Funktion f(x) zusätzlich noch reellwertig in [a,b], dann kann man mit Hilfe des Mittelwertsatzes der Integralrechnung folgende Darstellung fßr das Restglied herleiten:
mit einer Zwischenstelle Îś im Intervall [a,b].
Um das Integral noch besser annähern zu kÜnnen unterteilt man das Intervall [a,b] in nebeneinanderliegende kleinere Teilintervalle. In jedem Teilintervall wendet man die gleiche Näherung fßr die einzelnen Flächen an und addiert danach die entstandenen Näherungen.
Unterteilen wir also das Intervall [a,b] in N nebeneinanderliegende Teilntervalle
[a1,b1],[a2,b2], ... [aN,bN] mit a1=a; ak+1=bk k=1,...,N-1; bN = b
Die Teilintervalle mßssen zunächst nicht die gleiche Länge haben.
Dann gilt fßr jede Teilfläche
Summierung ßber die einzelnen Restglieder ergibt die Abschätzung fßr das gesamte Restglied
mit Nh = b - a.
Ist die Funktion f(x) zudem auf [a,b] reellwertig, dann kann man fĂźr das Restglied analog herleiten:
Man ersetzt die Kurve f(x) durch die Verbindungsgerade zwischen den Punkten (a,f(a)) und (b,f(b)) - also durch die Sehne - und erhält somit ein Trapez.
Mit
Man legt an die Kurve f(x) im Punkt c in der Mitte des Intervalls [a,b] die Tangente und erhält so wieder ein Trapez.
Mit
Interpoliert man die Funktion f(x) mittels eines quadratischen Polynoms in den Punten a,b,c (c liegt in der Mitte von [a,b]), dann erhält man die Simpsonsche Formel.
Mit
Diese ergeben sich mit
z0 = 0
z1 = 1
z2 = 0
z3 = 1
β0 = 1
β1 = 1/2
β2 = -(1/6)
β3 = -(1/12)
β4 = -(1/30)
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mit den Koeffizienten
Ist die Funktion f(x) im Intervall [a,b] (m+1)-mal stetig differenzierbar ("reellwertig" wird nicht gefordert), dann läĂt sich das Restglied nach oben abschätzen durch
Daraus folgt dann die RestgliedabschätzungSummierte Quadraturformeln
Daraus folgt fĂźr das gesamte Integral
mit
Sei f(x) nun (m+1) mal stetig differenzierbar im Gesamtintervall [a,b]. Ferner sollen ab jetzt alle Teilintervalle die gleiche Länge h haben, also
Dann gilt fĂźr die einzelnen Restglieder (s.oben)Spezielle Quadraturformeln
Man hat nun verschiedene MÜglichkeiten, die einzelnen Teilfächen durch spezielle einfachere Flächen anzunähern. Die Anwendung der obigen allgemeinen Quadraturformel auf diese speziellen Flächen liefert einige bekannte und wichtige spezielle Quadraturformeln.Sehnentrapezformel
m = 1
x0 = a
x1 = berhält man die Koeffizienten βj z0 = 0
z1 = 1
β0 = 1
β1 = 0,5
β2 = -(1/6)
und daraus schlieĂlich die Sehnentrapezformel
Tangententrapezformel
m = 1
x0 = c
x1 = cerhält man die Koeffizienten βj z0 = 0,5
z1 = 0,5
β0 = 1
β1 = 0
β2 = 1/12
und daraus schlieĂlich die Tangententrapezformel
Simpsonsche Formel oder Keplersche FaĂregel
m = 3
x0 = a
x1 = b
x2 = c
x3 = cerhält man die Koeffizienten βj z0 = 0
z1 = 1
z2 = 0,5
z3 = 0,5
β0 = 1
β1 = 1/2
β2 = -(1/6)
β3 = 0
β4 = -(1/120)und damit die Simpsonsche Formel
Hermitsche Formel
m = 3
x0 = a
x1 = b
x2 = a
x3 = bBesselsche Formel
Formel von Euler-MacLaurin
Newton-Cotes-Formeln
Romberg-Integration
GauĂsche Quadraturformeln
