Erklärung, Beschreibung und Bedeutung über Open Access

Open Access Bedeutung, Erklärung und Definition.

Open Access (engl. freier, kostenloser Zugang) bezeichnet das Ziel, wissenschaftliche Literatur und Materialien im Internet frei (kostenlos und ohne Lizenzbeschränkungen) zugänglich zu machen. Unter diesem Stichwort hat sich inzwischen eine internationale Bewegung gebildet, die insbesondere mit der Budapest Open Access Initiative verbunden wird.

Bei der wissenschaftlichen Fachliteratur kann es sich um frei zugängliche Beiträge in Elektronischen Zeitschriften, um Preprints oder Online-Versionen von Beiträgen in Büchern und Zeitschriften handeln, die von den Wissenschaftlern auf den Servern freier E-Journals, universitären oder institutionellen Eprint-Archiven, fachbezogenen Servern oder auch nur auf ihren Homepages frei zur Verfügung gestellt werden. In einem weiteren Sinn spricht man aber auch von Open Access, wenn es um den freien Zugang zu wissenschaftlich wichtigen Daten oder zu digitalen Reproduktionen von Kulturgut in Archiven, Bibliotheken und Museen geht.

Seit 2001 suchen weltweite Initiativen nach effektiven Strategien, um die Vorteile des Open Access für die Forschung, ihre Institutionen und Fonds allgemein nutzbar zu machen. Auch die wirtschaftlichen Aspekte des open access-Publizierens und mögliche Probleme wissenschaftlicher Verlage werden heftig debattiert.

Table of contents
1 Geschichte des Open Access
2 Argumente für Open Access und Probleme bei der Umsetzung
3 Literatur
4 Siehe auch
5 Weblinks

Geschichte des Open Access

In den 90ern erschienen unter dem Begriff des Online-Publishing die ersten deutschsprachigen Ratgeber für das Publizieren im Internet für Wissenschafter, welche u.a. die unterschiedlichen Dienste - E-Mail, News, Usenet - beschreiben (z.B. Bleuel, 1995). Viele Fachverlage sind dazu übergangen, ihre Zeitschriften parallel oder ausschließlich elektronisch zur Verfügung zu stellen. Studenten und Forscher können diese über die Bibliotheks- oder Institutsrechner ungehindert lesen und ausdrucken, ihre Institutionen zahlen für diese Lizenzen.

2001 gründeten eine Reihe namhafter Wissenschaftler, unter ihnen Michael Eisen (Public Library of Science) und Rick Johnson (Scholarly Public and Academic Resources Coalition), die Budapest Open Access Initiative (BOAI) und verabschiedeten eine Erklärung, in der es u.a. heißt: "Frei zugänglich im Internet sollte all jene Literatur sein, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ohne Erwartung, hierfür bezahlt zu werden, veröffentlichen." (siehe Mruck, Gradmann & Mey, 2004 , Absatz 5; oder FAQ zur BOAI: http://www.qualitative-research.net/fqs/boaifaq.htm)

Einen weiteren Höhepunkt der Bewegung bildet die Berlin Declaration vom Oktober 2003. Die Deklaration wurde von allen wichtigen deutschen Forschungsinstitionen unterschrieben. Wie z.B. der DFG, der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Fraunhofer-Gesellschaft, der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) und DINI. Außerdem haben auch internationale Organisationen unterschrieben wie z.B. OSI, SPARC, CERN.

Nach Einschätzung von Mruck, Gradmann & Mey (2004) handelt es sich bei der Open Access Bewegung nicht "nur um Überzeugungen vereinzelter, besonders internetaffiner Akteure [..], sondern um eine Bewegung von enormer Reichweite" (Absatz 3); eine "wissenschaftliche Revolution formiert sich" (vgl. Überschrift 2). Im Juli 2004 sprach sich auch das "Komitee für Wissenschaft und Technologie" des britischen Parlaments dafür aus, dass die Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung unter den Bedingungen von Open Access veröffentlicht werden sollten.

Argumente für Open Access und Probleme bei der Umsetzung

Für die Forderung nach Open Access spricht, dass damit stark subventionierte Forschungsergebnisse der Universitäten und anderer öffentlich unterstützter Forschungseinrichtungen frei zugänglich werden und nicht teuer verkauft werden: Open Access ist so nach Auffassung von Graf (2003) "die geeignete Antwort auf die Krise der wissenschaftlichen Literatur, die sich nicht nur auf die Zeitschriftenpreise auswirkt, sondern auch dazu führt, dass etwa ein Sammelband in vierfacher Weise von der öffentlichen Hand subventioniert wird und der Staat so seine eigenen Forschungsergebnisse von kommerziellen Verlagen zurückkauft" (vgl. Zusammenfassung).

Explizit verfolgt die Open Access Bewegung auch das Ziel, die digitale Kluft zu verringern. Unter anderem sollen so Wissenschaftler mit geringem Deputat an wissenschaftliche Ergebnisse gelangen und am Diskurs partizipieren können.

Open Access ist nach Mruck, Gradmann & Mey (2004) "(noch) weit davon entfernt, Alltag wissenschaftlichen Publizierens zu sein: Es handelt sich überwiegend um spezialisierte Diskurse in einigen besonders engagierten Disziplinen und um (wissenschafts-) politische Absichtserklärungen (wie die Berlin Declaration), die in der Praxis erst verankert werden müssen, damit wissenschaftliches Wissen tatsächlich das Allgemeingut sein kann, als das es finanziert wird" (Absatz 23).

Eine der Barrieren für das Online-Publishing mit Open Access ist nach Björk (2004) das akademische Reward-System. Problematisch ist auch, dass z.B. reine Online-Zeitschriften in traditionellen Datenbanken nur selten erschlossen und indiziert sind (vgl. Keller, 2003, Absatz 42). Und für die Bibliotheken stellt sich die Frage der Erfassung und Speicherung der Daten (z.B. Hauffe, 1997).

Es gibt große Unterschiede zwischen den Diziplinen. Das kostenlose Online-Publizieren ist, mit Ausnahme einiger Institute und Online-Zeitschriften im Bereich der Bildungsforschung so keine Selbstverständlichkeit (Schaffert, 2004). In naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen hingegen, insbesondere der Informatik und Physik, hat das kostenlose und freie Veröffentlichen im Internet schon eine weit bedeutendere, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle.

 

Literatur

Siehe auch

Open Content, Zeitschriftenkrise, Open Archives Initiative, Budapest Open Access Initivative, elektronische Publikation, Preprint, elektronische Zeitschriften, PLoS, Stevan Harnad

Weblinks


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