Erklärung, Beschreibung und Bedeutung über Planwirtschaft

Planwirtschaft Bedeutung, Erklärung und Definition.

Der Begriff Planwirtschaft beschreibt zunächst nur eine Art des Wirtschaftens, bei der nicht erst verschiedene Wirtschaftsteilnehmer ohne vorherige Absprache jeder für sich etwas produzieren, in der Hoffnung, dass die produzierten Waren (oder angebotenen Dienstleistungen) auf irgendeinen Bedarf eines anderen treffen und daher getauscht werden können, um so per Waren- und Dienstleistungstausch (i.d.R. vermittelt über die Tauschware Geld) eigene Bedürfnisse mit Hilfe der von anderen (ebenso ohne vorherige Absprache) produzierten Waren/Dienstleistungen decken zu können. Statt dieses Tauschens von ohne Vorabsprache produzierten Waren und Dienstleistungen wird in einer Planwirtschaft im Voraus gemeinsam prognostiziert (geplant), welche summierten Bedürfnisse innerhalb der planenden Wirtschaftsgemeinschaft/-einheit (z.B. Abteilung, Betrieb, Konzern, Familie, Sippe, Kiez, Kommune (Dorf oder Stadt), Region, "Volk", ..., ggf. bis hin zur "Weltgesellschaft") bestehen bzw. zu decken/zu erwarten sind, was zur Deckung dieser Bedürfnisse/dieses Bedarfs an Produktion nötig ist und wie diese sinnvollerweise organisiert (und aufgeteilt, etwa unter den Abteilungen eines Betriebs oder den Mitgliedern einer Sippe) wird. Über die Art und Weise, wie die Vorausplanung von Bedarf und Produktion stattfindet/stattfinden soll, sagt der Begriff Planwirtschaft selbst noch nichts.

Eine solche Vorausplanung von Bedarf und Produktion findet ganz selbstverständlich sowohl in "vorzivilisierten" Gesellschaften (Sippen, Dorfgemeinschaften, ...) als auch im Innenverhältnis faktisch jedes Betriebes, Konzerns usw. statt. Letzteres deshalb, weil ein firmeninterner ungeplanter Tausch (also eine interne Marktwirtschaft) zur Produktion zahlreicher letztlich nicht nachgefragter Produkte/Dienstleistungen (Halbzeuge, Produktionsmittel usw.) führen würde, während gleichzeitig mit einer mangelnden Deckung tatsächlichen Bedarfs (z.B. an Halbzeugen aus anderen Konzernbetrieben) zu rechnen wäre – eben wegen der fehlenden gemeinsamen Prognose/Planung. Eine funktionierende Planung erhöht somit die Effizienz des Wirtschaftens (der Deckung von Bedürfnissen/Bedarf durch Produktion).

Wegen dieses Effizienzvorteils funktionierender Planung wurde — z.B. von Plato in dessen Staatsentwürfen, von Thomas Morus alias Thomas More in dessen Utopia, von Jean-Jacques Rousseau in dessen auf Gesellschaftsvertrag basierenden Staatsentwürfen oder von Karl Marx bei dessen (von ihm selbst nur angedeuteten) Entwürfen einer kommunistischen Gesellschaft — immer wieder vorgeschlagen, auch größere Gesellschaften/Staaten oder gar die "Weltgesellschaft" als ganzes planwirtschaftlich zu organisieren, also auch deren gemeinsamen bzw. summierten Bedarf, dessen Produktion und die Organisation und Aufteilung des ganzen im Voraus zu prognostizieren/zu planen, wobei diese Vorausplanung entweder (etwa bei Karl Marx) ein gemeinsamer Akt aller Gesellschaftsteilnehmer oder aber (etwa bei Plato) die Aufgabe staatlicher Institutionen bzw. speziell verantwortlicher Personen sein sollte.

Die bekannteste (und bisher einzige über einen längeren Zeitraum bestehende) Verwirklichung solcher Entwürfe zur Planwirtschaft in großen Gesellschaften war (und ist) die staatliche Zentralverwaltungswirtschaft in den Staaten des sogenannten Realsozialismus. Obgleich diese auf einer sich marxistisch-leninistisch nennenden Ideologie fußt, verwirklicht die Zentralverwaltungswirtschaft — im Sinne des von Lenin am Beispiel der deutschen SPD beschriebenen Demokratischen Zentralismus — statt der marxschen gemeinsamen Planung freier Gesellschaftssubjekte eine staatlich institutionalisierte Planung durch besondere Funktionäre, wie sie sich etwa auch bei Plato findet.

Diese staatlich institutionalisierte Funktionärs-Planwirtschaft alias Zentralverwaltungswirtschaft hat sich als nicht nur nicht effizienter, sondern in weiten Teilen als höchst ineffizient erwiesen. Dies wurde vielfach auch theoretisch untermauert, etwa durch Ludwig von Mises. Wie effizient anders organisierte Vorausplanung von Bedarf und Produktion innerhalb großer Gesellschaften sein kann, bleibt ebenso umstritten, wie die Frage, inwieweit Planung innerhalb großer Konzerne ihren Effizienzvorteil gegenüber internem Markt/Tausch tatsächlich ausspielen kann. Zudem bleibt offen, inwieweit die Vorteile von Vorausplanung (Vermeidung von Produktion am tatsächlichen Bedarf vorbei) und Markt (Wettbewerb u.a. als Motivator zur Steigerung der inneren Effizienz der jeweiligen Marktteilnehmer) sich verbinden lassen, etwa in Form einer Wirtschaft mit Vorausplanung und Wettbewerb, jedoch unter weitgehender Vermeidung von planungsfreiem Warentausch.


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