Erklärung, Beschreibung und Bedeutung über Portal Chemie/Newsarchiv

Portal Chemie/Newsarchiv Bedeutung, Erklärung und Definition.

Table of contents
1 06.12.04, Qualitätsoffensive Chemie
2 01.12.04, Neue Modifikation des Stickstoffs
3 19.11.04, Silizium-Silizium-Dreifachbindung
4 29.10.04, Dünnschichttransistor aus "Graphen"
5 06.10.04, Chemie-Nobelpreis für Proteolyse-Forschung
6 04.10.04, Peptidsynthese durch Stempeln
7 09.09.04, Röntgenium
8 15.08.04, Neue Modifikationen beim Phosphor
9 01.08.04, C50-Fulleren isoliert

06.12.04, Qualitätsoffensive Chemie

Beginn - Ende am 18.12.04

01.12.04, Neue Modifikation des Stickstoffs

Wird das Element Stickstoff einem Druck von 115 GPa und einer Temperatur von 2500 K ausgesetzt, so bildet sich die bereits in der Theorie vorhergesagte polymere Modifikation. Der gelbe Feststoff besitzt eine kubische Kristallstruktur. Darin ist jedes Stickstoff-Atom über 134,6 pm lange Einfachbindungen mit drei Nachbarn verbunden. Unter Normalbedingungen ist diese Modifikation allerdings nicht stabil. Die Tendenz zur Rückbildung von molekularem Stickstoff (N2) ist zu hoch. Könnte man diese kubisch-kristalline Form des Stickstoffs jedoch unter Normalbedingungen stabil halten, so besäße sie einen Energieinhalt, der den von Trinitrotoluol (TNT) um das fünffache übersteigen würde. Damit wäre es der stärkste vorstellbare konventionelle Sprengstoff. (Nature Materials 2004, Band 3, 558).

19.11.04, Silizium-Silizium-Dreifachbindung

Stabile Disiline, Silizium-Verbindungen, die eine Dreifachbindung besitzen und somit strukturelle Verwandte (Homologe) der Alkine sind, waren bisher nicht herstellbar. Nun wurde die Existenz solcher Verbindungen bestätigt. Voraussetzung für deren Bildung ist das Vorhandensein von sehr großen Substituenten, die die Dreifachbindung vor weiteren Reaktionen schützen. Das bereits vor zwei Jahren synthetisierte senfgelbe R'SiSiR' (R' = SiMe(SitBu3)2) konnte nach [2+2]-Cycloaddition mit Ethin anhand des entstandenen Produktes nachgewiesen werden. Das smaragdgrüne R"SiSiR" (R" = SiiPr[(CH(SiMe3)2]2) wurde mit Hilfe der Röntgenstrukturanalyse identifiziert (Science 2004, Band 305, 1755).

29.10.04, Dünnschichttransistor aus "Graphen"

Neben den Kohlenstoff-Modifikationen Graphit, Diamant, Fulleren und Nanoröhren wurde nun eine weitere Kohlenstoff-Struktur hergestellt, aus der sich Transistoren bauen lassen: das "Graphen". Genau genommen handelt es sich dabei um sehr dünne Graphitschichten, die aus 1 bis 3 Atomlagen bestehen. Diese lassen sich durch Abschälen von einem hochreinen Graphit-Kristall gewinnen. Daraus bestehende Feldeffekttransistoren vertragen viel höhere Stromdichtendichten als jeder Siliziumtransistor (Science 2004, Band 306, 666).

06.10.04, Chemie-Nobelpreis für Proteolyse-Forschung

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an die drei Forscher Aaron Ciechanover und Avram Hershko vom Technion Israel Institute of Technology in Haifa und Irwin Rose von der University of California in Irvine. Sie beschäftigten sich in den achziger Jahren mit dem Protein-Abbau (Degradation) und dessen Regulation in der Zelle, der Rolle des dafür nötigen Markierungsproteins Ubiquitin sowie mit damit zusammen hängenden Krankheiten.

04.10.04, Peptidsynthese durch Stempeln

Kovalente Bindungen in Peptiden können durch schlichtes Zusammenpressen der Edukte gebildet werden. Dabei wird die eine Aminosäure auf die Stempeloberfläche aufgetragen. Der Reaktionspartner befindet sich gebunden auf einem Gold-Träger. Der Stempel wird auf die beschichtete Gold-Oberfläche gepresst. Die Reaktion läuft dann ohne Katalysatoren ab. Ein mögliches Anwendungsgebiet für dieses Verfahren ist die Herstellung von Peptidarrays (Huck et al., Angewandte Chemie 2004, 116, 4286).

09.09.04, Röntgenium

Die Abteilung "Anorganische Chemie" der International Union for Pure and Applied Chemistry (IUPAC) empfiehlt den Namen Röntgenium für das Element mit der Ordnungszahl 111. Das Element wurde 1994 erstmals nachgewiesen und von seinen Entdeckern bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt (GSI) nach dem deutschen Physiker Wilhelm Conrad Röntgen benannt. Der Vorschlag steht bis zum Oktober diesen Jahres zur Diskussion ([1]).

15.08.04, Neue Modifikationen beim Phosphor

Bisher waren beim Phosphor vier verschiedene Modifikationenen bekannt: weißer, schwarzer, roter und violetter Phosphor. Nun gelang die Herstellung von zwei neuen, kettenförmigen, allotropen Formen mit sehr definierter chemischer Struktur. Diese entsteht beim Herauslösen von Kupfer(I)-iodid aus Kupferiodid-Phosphor-Addukten durch wässrige Kaliumcyanid-Lösung (Angewandte Chemie, 2004, im Druck).

01.08.04, C50-Fulleren isoliert

Fullerene sind neben Graphit und Diamant eine weitere Modifikation des Kohlenstoffs. Am bekanntesten ist das aus 60 Kohlenstoffatomen bestehende C60-Fulleren. Dessen kugelförmige Struktur ist wie die eines Fußballs aus Sechs- und Fünfringen aufgebaut, wobei die Fünfringe sich nicht berühren. Beim C50-Fulleren, das nun erstmals synthetisiert wurde (Science, 2004, 304, 699), ist dieses nicht mehr der Fall, was zu einem gespannten, instabilen Molekül führt.

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