Rhein-Main-Gebiet Bedeutung, Erklärung und Definition.
Das Rhein-Main-Gebiet ist eine Wirtschaftsregion und ein städtischer Ballungsraum im Süden Hessens sowie Teilen der angrenzenden Bundesländer Rheinland-Pfalz (Rheinhessen) und Bayern (Unterfranken). Es ist die zweitgrößte der sieben Europäischen Metropolregionen in der Bundesrepublik.
| Table of contents |
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2 Abgrenzung 3 Wirtschaft 4 Naturraum 5 Geschichte 6 Wichtigste Sehenswürdigkeiten (Auswahl) 7 Weblinks |
Kernstädte
Obwohl die Region meist als polyzentrischer Ballungsraum bezeichnet wird, besitzt sie mit der internationalen Metropole Frankfurt am Main funktional und geografisch einen klaren Mittelpunkt.
Andere städtische Zentren der Region sind:
- Wiesbaden
- Mainz
- Rüsselsheim
- Frankfurt-Höchst
- Bad Homburg
- Darmstadt
- Offenbach am Main
- Hanau
- Aschaffenburg
- Gießen
- Wetzlar
Abgrenzung
Die Abgrenzung der Region ist nicht eindeutig definiert. Das IHK-Forum Rhein-Main verwendet eine großzügige Definition, die die ganze Wirtschaftsregion umfasst und in der Literatur häufig zitiert wird:
Sieben kreisfreie Städte:
- Stadt Frankfurt am Main
- Stadt Offenbach am Main
- Stadt Wiesbaden
- Stadt Mainz (der dortigen Mündung des Mains in den Rhein verdankt die Region ihren Namen)
- Stadt Worms
- Stadt Darmstadt
- Stadt Aschaffenburg
- Main-Taunus-Kreis
- Hochtaunuskreis
- Wetteraukreis
- Main-Kinzig-Kreis
- Kreis Offenbach
- Lahn-Dill-Kreis
- Landkreis Aschaffenburg
- Landkreis Miltenberg
- Kreis Darmstadt-Dieburg
- Odenwaldkreis
- Kreis Bergstraße
- Landkreis Alzey-Worms
- Landkreis Mainz-Bingen
- Rheingau-Taunus-Kreis
- Landkreis Limburg-Weilburg
- Landkreis Gießen
- Vogelsbergkreis
Daneben existieren noch andere (meist enger gefasste) Abgrenzungen, die etwa die Kreise Gießen, Lahn-Dill, Vogelsberg oder Bergstraße nicht mit zur Region zählen.
Der engere Ballungsraum, der in etwa der Ausdehnung des S-Bahn-Netzes entspricht, reicht von Wiesbaden und Mainz im Westen bis Aschaffenburg im Osten sowie von Friedberg und Bad Nauheim im Norden bis Darmstadt im Süden. Dieses Gebiet zählt 3,4 Millionen Einwohner auf 5.500 km² Fläche.
Im Zentrum des Rhein-Main-Raums liegt die engere Stadtregion Frankfurt, zu der z.B. Offenbach, Hanau, Bad Homburg und Rüsselheim gehören. Die übrigen Kernstädte Wiesbaden, Mainz, Darmstadt und Aschaffenburg bilden mit ihrem Umland eigene Stadtregionen.
Die zentrale und verkehrsgünstige Lage in Südwestdeutschland förderte schon Mitte des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung der Region. Unternehmen aus vielen Branchen haben hier ihren Sitz und beschäftigen in der Region etwa 1,8 Mio Arbeitnehmer. Dabei überwiegen in der Rhein-Main-Metropole Frankfurt Handel und Dienstleistungen (Banken und Versicherungen, Frankfurter Messe). Industrie ist vor allem in den Bereichen Chemie (Höchst, Wiesbaden, Offenbach) und Fahrzeugbau (Rüsselsheim) vertreten. Darmstadt hat sich als Wissenschaftsstadt, Wiesbaden als Sitz von Versicherungsunternehmen und Bundesbehörden etabliert.
Der Logistikbereich ist besonders durch den Flughafen Frankfurt und die zentrale Anbindung (Autobahnen, Eisenbahn) stark begünstigt. Das Frankfurter Kreuz und der Frankfurter Hauptbahnhof sind jeweils die verkehrsreichsten in Europa. Im Umkreis von 6 Stunden Fahrt erreicht man Hamburg, die Benelux-Staaten, Paris, die Schweiz, Österreich, Tschechien, Polen und Berlin. Weitere wichtige Bahnhöfe im Fernverkehr sind Mainz und Frankfurt-Flughafen. Über den Frankfurter Flughafen ist jedes wichtige Flugziel weltweit als Direktflug verfügbar. Die Infrastruktur im Rhein Main Gebiet gilt als sehr gut ausgebaut.
Die Untermainebene ist der nördliche Ausläufer der Oberrheinischen Tiefebene, die etwa von Basel bis Frankfurt reicht. Die Mainmündung gilt als die Grenze zwischen Ober- und Mittelrhein. Letzterer durchbricht in einem engen, teilweise schluchtartigen Tal das Rheinische Schiefergebirge. Außer den beiden genannten Strömen sind Nidda, Kinzig und Nahe wichtige Flüsse der Region, an ihrem Nordrand außerdem die Nahe.
Fünf Mittelgebirge begrenzen die Region: Taunus, Vogelsberg, Spessart, Odenwald und Hunsrück. Der Südhang des Taunus (Rheingau und Vordertaunus) und der Westhang des Odenwalds (Bergstraße) gehören klimatisch zu den mildesten Gegenden in Deutschland.
Der Rheingau, das linksrheinische Gebiet Rheinhessen sowie das unterfränkische Maintal sind Weinbaugebiete. Die Landwirtschaft in der Wetterau im Norden der Region erfreut sich mit der ertragsreichsten Böden in Deutschland. Im dicht besiedelten Kernraum der Region um Frankfurt dienen die Freiflächen mehr der Naherholung als der Landwirtschaft, typisch für das dortige Landschaftsbild sind Streuobstwiesen, deren Erträge meist zur Produktion des Frankfurter Apfelweins dienen.
Eine bis heute gültige Besonderheit der Region ist, dass es niemals in der Geschichte eine territoriale Einheit des Rhein-Main-Gebiets gab. Der tausendjährigen Kleinstaaterei verdankt die Region ihre kulturelle Vielfalt, aber auch die im Gegensatz zu konkurrierenden Metropolregionen schmerzhaft fehlende Kooperation und Koordination, die angesichts der Metropolkonkurrenzen einer globalisierten Weltwirtschaft einen schädlichen Anachronismus darstellt.
In römischer Zeit lag die Region an der Grenze des Imperiums. Mainz war unter dem Namen Moguntiacum Hauptstadt der Provinz Obergermanien, der Limes schützte die Reichsgrenze und verlief über den Kamm des Taunus und quer durch die Wetterau. Außer Mainz gab es zahlreiche römische Kastelle in der Region (Hofheim, Höchst, Frankfurt, Kleiner Feldberg, Saalburg, u.a.) sowie eine kleine Stadt (Nida bei Frankfurt-Heddernheim). Wiesbaden war schon damals ein wichtiger Badeort (Aquae Mattiacorum).
Im frühen Mittelalter (seit 343) wurde Mainz zu einem Bischofssitz, der später einer der wichtigsten des Reichs wurde. Fränkische Könige (Merowinger, später Karolinger) errichteten Königshöfe, u.a. in Frankfurt und Ingelheim. Das Kloster Lorsch wurde durch Landschenkungen eines der mächtigsten in Deutschland. Durch die günstige Verkehrslage konnte die Region Handelsverkehr an sich ziehen, wichtige Straßen entstanden, so die Via Regia.
Im Hohen Mittelalter löste Frankfurt Mainz als wichtigste Stadt der Region ab. Frankfurt, Friedberg, Wetzlar und Gelnhausen (letzteres eine Kaiserpfalz der Staufer) waren Freie Reichsstädte. Die Erzbischöfe von Mainz waren Erzkanzler des Reichs und einer der sieben Kurfürsten. Frankfurt verdankte seinen Aufstieg der Rolle als bedeutende Messestadt und als Wahl-, später auch Krönungsstätte der deutschen Kaiser.
Das Erzbistum Mainz umfasste große Gebiete im Westen und Osten (um Aschaffenburg) des Rhein-Main-Gebietes, als es 1802 aufgelöst wurde. Nach dem Wiener Kongress verteilte sich die Region auf folgende Territorien:
1945 wurde das Rhein-Main-Gebiet durch die amerikanische Armee vom Faschismus befreit. Die Grenze zur später auf Kosten der britischen und amerikanischen Zone eingerichteten Französische Besatzungszone wurde von den Alliierten willkürlich im Rhein festgelegt. Die Besatzungsmächte gründeten in der Folge die noch heute bestehenden Bundesländer jeweils auf ihrem Territorium. Durch die (französische) Gründung des neuen Landes Rheinland-Pfalz wurde Rheinhessen von Hessen abgetrennt, die Region (und sogar das Stadtgebiet von Mainz) wurde erneut administrativ geteilt.
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Naturraum
Die landschaftliche Attraktivität der Region ergibt sich aus dem Gegensatz zwischen den Ebenen der beiden namengebenden Flüssen und den die Region begrenzenden Mittelgebirgen.Geschichte
Nach dem Preußisch-Deutschen Krieg 1866 annektierte Preußen alle genanten Territorien außer den Großherzogtum Hessen und Bayern. Die territoriale Zersplitterung bestand allerdings weiter, da Nassau, Homburg und Frankfurt einem Regierungsbezirk Wiesbaden, das bisherige Kurfürstentum jedoch dem Regierungsbezirk Kassel zugeordnet wurden. Die Grenze, ebenfalls die zwischen Preußen und Hessen, verlief mitten über heutiges Frankfurter Stadtgebiet.Wichtigste Sehenswürdigkeiten (Auswahl)
Weblinks
