Seehandel Bedeutung, Erklärung und Definition.
Als Seehandel bezeichnet man den gewerblichen Güteraustausch mit Handelsschiffen über See.
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2 Gefahren für den Seehandel 3 Heutige Bedeutung des Seehandels 4 Siehe auch |
Der Seehandel hat in der Geschichte stets eine große Rolle gespielt. Er war stets eine Quelle des Wohlstands und das Hauptmotiv für die Reisen der Entdecker aus vielen Nationen. Darstellungen von Schiffen bereits aus frühester Zeit beweisen, dass die Menschheit bereits im Altertum und in der Vorzeit den Weg über die See gesucht hat.
In Deutschland war die Zeit der Hanse eine erste Blütezeit des Seehandels. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges verlor Deustchland weitgehend den Einfluss über seine eigenen Küsten und Häfen an die Niederlande, Dänemark und Schweden. Andere europäische Nationen beherrschten die Weltmeere und den Kolonialhandel.
Erst im 19. Jahrhundert kehrte Deutschland unter die großen Seehandelsnationen zurück, als die Staaten Amerikas unabhängig geworden waren und als Handelspartner zur Verfügung standen. Der Erwerb eigener Kolonien blieb eine Episode, die mit dem Ersten Weltkrieg endete.
Der Seehandel ist von Alters her Gefahren ausgesetzt. Zum Einen hat es stets Versuche gegeben, die Freiheit des Seehandels einzuschränken. So haben die Kolonialmächte ein Monopol für den Handel mit den von ihnen abhängigen Gebieten beansprucht. Auch das Verbot der Kabotage, wonach Schiffe vom Handel zwischen dritten Staaten ausgeschlossen wurden, schränkte den Seehandel ein.
Zum Anderen unterliegt der Seehandel auch in der heutigen Zeit noch den allgemeinen Gefährdungen der Seefahrt. Bis in die Neuzeit hat es immer wieder große Schiffskatastrophen gegeben. Auch kehrt in den letzten Jahren ein altes Übel zurück, das längst besiegt schien, die Piraterie. In bestimmten Seegebieten Südostasiens, Afrikas und Lateinamerikas werden fast täglich Schiffe angegriffen, ausgeraubt oder entführt.
Bei kriegerischen Auseinandersetzungen kann der Seehandel durch Blockaden, Sperrgebiete oder Kriegshandlungen gefährdet und behindert werden. Dazu gehörte zum Beispiel auch die etwa zehnjährige Sperrung des Suezkanals nach dem Sechstagekrieg 1967.
Der Schutz des Seehandels und die Bekämpfung der Piraterie gehört deshalb auch heute noch zu den ständigen Aufgaben der Marinen aller Nationen, wobei die Deutsche Marine auf Grund nationaler rechtlicher Regelungen nur sehr begrenzte Möglichkeiten zum Eingreifen hat.
Mit dem Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Deutschland ein weiteres Mal in den Kreis der großen Wirtschafts- und Handelsmächte zurück. Ohne große eigene Rohstoffvorkommen ist es in besonderer Weise von deren Einfuhr über See angewiesen. Als große Exportnation führt es auch einen großen Teil seiner Waren über See aus.
Auch der Handel zwischen den großen Wirtschaftsregionen der Welt, Ostasien, Europa und Nordamerika, wird zum großen Teil per Schiff abgewickelt.
Für das Jahr 2004 wird festgestellt:
"Mit einem wachsenden Welthandel wächst generell auch der Handel über See. Im Allgemeinen werden rund 95% des interkontinentalen und 62% des innereuropäischen Warenaustausches über den Seetransport abgewickelt. Für die Industriestaaten hat dabei die Zufuhr von Rohstoffen, vor allem von Rohöl, eine außerordentliche Bedeutung: 28% des seewärtigen Welthandels von 5,84 Mrd. t entfällt auf den Transport von Rohöl (1,65 Mrd. t). Das Rohöl deckt immerhin 37% des Primärenergiebedarfs der Welt und stellt damit das Funktionieren unserer mobilen Industrie-, Konsum- und Freizeitgesellschaft sicher."
Quelle: Flottenkommando, Jahresbericht 2004, Fakten und Zahlen zur maritimen Abhängigkeit der Bundesrepublik Deutschland
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Die Leistungsfähigkeit des Seehandels wird insbesondere durch eine effiziente Verkehrsinfrastruktur bestimmt.Geschichte
Gefahren für den Seehandel
Heutige Bedeutung des Seehandels
