SexualpĂ€dagogik Bedeutung, Erklärung und Definition.
SexualpĂ€dagogik ist die pĂ€dagogische Arbeit vor allem mit jungen Menschen, die sich mit deren Fragen zu Liebe, GefĂŒhlen und SexualitĂ€t sowie zum Erwachsenwerden beschĂ€ftigt.
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2 Methodik 3 geschichtliche Entwicklung 4 weiterfĂŒhrende Informationen |
Themen
SexualpĂ€dagogik ist in erster Linie eine Aufgabe der Erziehung in der Familie. DarĂŒber hinaus ist sie eine Querschnittsaufgabe, das heiĂt, sie sollte in allen möglichen pĂ€dagogischen Einrichtungen (Kindergarten, Schule, Kinderheim, Freizeiteinrichtungen und so weiter) angemessen eingebracht werden. DarĂŒber hinaus gibt es sexualpĂ€dagogische Einrichtungen, von denen international die bekannteste Pro Familia ist. Auch die deutsche Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung (BZgA) arbeitet teilweise in diesem Bereich.
Dazu gehört neben der Behandlung der biologischen Aspekte der SexualitÀt die Thematisierung unter anderem von:
- GefĂŒhlen,
- Liebe,
- Erotik,
- sexuelle Selbstbestimmung,
- Partnerschaft,
- Sexualpraktiken,
- Formen der SexualitÀt,
- mögliche Risiken,
- Hygiene,
- EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung,
- Schwangerschaft,
- Erziehung und Verantwortung,
Methodik
Angesichts der breitgefĂ€cherten Thematik und den vielfĂ€ltigen Einsatzgebieten, lĂ€sst sich die Methodik der SexualpĂ€dagogik kaum eingrenzen. Die bekanntesten sind AufklĂ€rungsschriften und -gesprĂ€che. Dabei geht es nicht alleine um die Vermittlung von Informationen, sondern auch um das Ernstnehmen der GefĂŒhle. Hinzu kommen praktische Ăbungen (wie das spielerische Ausprobieren von Kondomen) oder Aufgaben wie das "behĂŒten" eines Eies zum Erlernen von Verantwortung. Inzwischen kommt auch dem Internet und anderen neuen Medien eine besondere Aufgabe bei der SexualpĂ€dagogik zu, da viele Kinder und Jugendliche diese Medien verstĂ€rkt nutzen.
geschichtliche Entwicklung
WĂ€hrend die Geschlechtserziehug des 19. Jahrhunderts weitgehend sexualrepressiv arbeitete und vor allem versuchte, die Geschlechterrollen zu bewahren und Angst vor Sex zu machen, bildete sich Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Psychoanalyse und der ReformpĂ€dagogik liberalere AnsĂ€tze heraus. Wobei beispielsweise Gustav Wyneken bis heute wegen seiner erotischen Beziehungen zu seinen SchĂŒtzlingen umstritten ist. Mit Sigmund Freud entstanden auch erste Ăberlegungen zur psychosexuellen Entwicklung von Kindern, die allerdings heute als wissenschaftlich ĂŒberholt gelten.
Diese Liberalisierung hatte in der menschen- wie sexualfeindlichen Erziehung im Nationalsozialismus keinen Platz und auch die Erziehung in der frĂŒhen Bundesrepublik Deutschland war weitgehend sexualrepressiv ausgelegt.
Wilhelm Reich, die 68er und die FĂŒrsprecherInnen der antiautoritĂ€ren Erziehung standen auch fĂŒr eine Enttabuisierung in der SexualpĂ€dagogik. Mit der sexuellen Revolution kam auch der Aufschwung der Frauen-, der Schwulen- und Lesbenbewegung, fĂŒr die diese Enttabuisierung Teil politischer Praxis war (beispielsweise in der Kampagne zur Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs oder gegen den Paragraphen 175). Anfang der 1970er Jahren wurde dann Sexualkunde in den meisten Schulen der Bundesrepublik Deutschland in den FĂ€cherkanon aufgenommen, obgleich sie meistens sehr stark auf die biologischen VorgĂ€nge der SexualitĂ€t fokussiert und die emotionalen beziehungsweise erotischen Bereiche ausgeklammert hat.
Besonders das Auftreten der ImunschwĂ€chekrankheit AIDS ab Mitte der 1980er Jahre hat deutlich gemacht, dass SexualaufklĂ€rung notwendiger Bestandteil der Allgemeinbildung sein mĂŒĂte. Trotzdem sind bislang die pĂ€dagogischen Angebote sowohl in ihrer inhaltlichen als auch personellen Ausgestaltung immer noch kaum ausreichend zu nennen.
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Siehe auch
Literatur
Weblinks
