Sinnspruch Bedeutung, Erklärung und Definition.
Der Sinnspruch und das Sinngedicht gehören zu einer speziellen, sehr kurzgefassten Literaturgattung, die vor allem im 17 und 18. Jahrhundert von deutschen Dichtern gepflegt wurde.Meister dieses Genres der sog. Epigramme waren unter anderem Friedrich Logau, Friedrich Hagedorn, Lessing und Abraham Gotthelf Kästner. Sie behandelten verschiedenste Gedanken in ganz knapper, geistvoll zugespitzter Fassung.
Lessing definierte diese kurz-kompakten Werke als Gedichte, in denen "nach Art der eigentlichen Aufschrift unsre Aufmerksamkeit und Neugierde auf irgend einen einzelnen Gegenstand erregt und mehr oder weniger hingehalten werden, um sie mit Eins zu befriedigen". Hier scheint die Erklärung fast länger zu sein als viele der Sinngedichte.
Der Übergang vom (meist nicht gereimten) Sinnspruch zum Essay ist manchmal fließend.
Zwei bekannte - sich freilich etwas widersprechende Sinngedichte sind folgende:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu - das füg' auch keinem andern zu.
(die Goldene Regel der Bibel - etwa bei Lukas, in Verse gefasst)
Genieße Dein Leben ständig - Du bist länger tot als lebendig!
(Autor unbekannt, aber umso häufiger zitiert).
In mehr humorvoller Weise betätigten sich manche späteren Dichter - wie z.B. Wilhelm Busch oder Eugen Roth. Auch in Abkürzungen können Sinnsprüche verborgen sein - siehe beispielsweise die Interpretationen von A.E.I.O.U
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