Standard Bedeutung, Erklärung und Definition.
Dieser Artikel befasst sich mit dem technischen Standard, weiteres siehe: Standard (Begriffsklärung).Ein Standard ist eine breit akzeptierte und angewandte Regel oder Norm.
Der Begriff findet im allgemeinen Verwendung als Synonym für eine technische Norm und den Bedeutungen Industriestandard und "herstellerspezifischer (proprietärer) Standard":
Eine Norm ist eine allseits rechtlich anerkannte und durch ein Normungsverfahren beschlossene, allgemeingültige sowie veröffentlichte Regel zur Lösung eines Sachverhaltes. Alle Instanzen eines Normungsverfahrens wurden durchlaufen, anschließend wurde sie beschlossen und veröffentlicht. Voraussetzung für eine Norm ist, dass sie technisch ausgereift ist und einen Nutzen für den Anwender hat. Aus dem englischen Sprachgebrauch kommt der Begriff de-jure-Standard (wobei die englische Schreibweise auf die Bindestriche verzichtet), der sich mit dem deutschen Begriff Norm deckt.
Internationale Organisationen zu diesem Zweck sind ISO und IEC, nationale Normungsorganisationen in Deutschland sind das DIN (Liste von DIN-Normen) und die DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE).
Normen und weitere bedeutende Standards, bzw. Standardisierungsorganisationen finden sich auf der Liste von Standards.
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2 Verschiedene Standards 3 Ökonomie von Standards 4 Weitere Standards 5 ''Siehe auch: 6 Weblinks |
Im Englischen wurde Standard in seiner heutigen Bedeutung ursprünglich nur in der Form des Königs Standard gebraucht: Im Namen/Zeichen des Königs festgelegte Normen wurden als maßgebend betrachtet. Andererseits ist ein Standard auch eine Art Sammelpunkt, um den man sich schart — ähnlich der Standarte, die eigentlich den Sammelplatz der Soldaten bezeichnet.
Schwächer ist der herstellerspezifische Standard, der sich etabliert, wenn eine Vielzahl von Anwendern aufgrund mehrjähriger Erfahrungen die Erkenntnis gewinnt, dass es vorteilhaft ist, den firmenspezifischen (proprietären) Spezifikationen eines Herstellers zu folgen.
Manche Standards werden durchgesetzt, obwohl sie eine Gruppe von Marktteilnehmern zu Gunsten einer anderen Gruppe benachteiligen. Beispielsweise benachteiligt der DVD-Standard Konsumenten in der Form, dass eine künstliche Marktsegmentierung z.B. das Abspielen von DVDs aus Russland in europäischen DVD-Playern verhindert (Regionalcode), obwohl dies technisch ohne weiteres möglich wäre. Nichtsdestotrotz erfreut sich die DVD inzwischen recht großer Beliebtheit.
Ein offener Standard ist unabhängig von einem speziellen Hersteller (d.h. er ist nicht proprietär) und hat allgemein bekannte Schnittstellen.
Siehe zu technischen Standards auch:
Herkunft des Begriffes
Der Begriff Standard geht auf Standarte (bzw. das altfranzösische estandard, estandart) zurück, wobei die Herkunft der Bedeutung Norm vom Oxford English Dictionary als »somewhat obscure« bezeichnet wird.Verschiedene Standards
Der Begriff Industriestandard wird verwendet, wenn es sich im Laufe der Jahre durch die Praxis vieler Anwender und verschiedener Hersteller als technisch nützlich und richtig erwiesen hat, bei einer gewissen Problemstellung ein bestimmtes pragmatisches Regelwerk einzuhalten. Ein (inter)nationales Normungsverfahren wurde jedoch nicht durchgeführt. Der englische Sprachraum kennt den Industriestandard als de-facto-Standard.
Ein schönes Beispiel ist der erweiterte ASCII-Zeichensatz (Bytes 128 bis 255) des IBM-PC 1981; nachdem sich die Empörung der Fachwelt gelegt hatte, wurde er von allen kompatiblen Herstellern akzeptiert. (Siehe auch: Lochkarte.)
In der pharmazeutischen Industrie herrschen strenge Standards, was die Qualifizierung von Maschinen und die Validierung von Prozessen angeht. Nur die Einhaltung von Standardvorschriften garantiert die Reproduzierbarkeit des Prozesses und damit die gleichbleibende Qualität des Produkts. So muß jeder Mitarbeiter die in seinem Arbeitsbereich gültigen Standardarbeitsvorschriften kennen.
Für einen Anbieter eines Produkts gibt es mehrere Erwägungen, die seine Haltung bezüglich der Standardisierung seines Produkts beeinflussen:
Wegen des Anreizes, möglichst das Produkt oder die eigene Technologie zum Standard zu erheben, haben sich auch konkurrierende Standards gebildet, die in etwa das gleiche Problem lösen, jedoch wegen Inkompatibilität zu Marktsegmentierung führen. Dazu gehören z.B.:
Ökonomie von Standards
Somit ist eine Standardisierung auf unterschiedliche Weise ein wichtiger Schritt zur volkswirtschaftlichen Effizienzsteigerung.
Je nach individueller Einschätzung solcher Fragestellungen steht ein Marktteilnehmer einer Standardisierung seiner Produkte eher reserviert oder eher offen gegenüber. In den Fällen, in denen es Hersteller für individuell günstiger halten, nicht zu standardisieren, reicht das "Ausscheren" einer relativ kleinen Gruppe von Anbietern in Form einer Standardisierung lediglich ihrer Produkte aus, um diese "Mauern der Inkompatibilität" zu brechen. Denn in so einem Fall verzeichnen die Anbieter standardisierter Produkte verstärkt Nachfrage, im Gegensatz zu den Anbietern, deren Produkte nicht dem neuen Standard entsprechen. In solchen Fällen "springen" oft die restlichen Anbieter "auf den anfahrenden Zug auf" und akzeptieren einen so gesetzten Standard, allerdings mit dem Nachteil, Standard-konforme Produkte erst später als einige Mitbewerber einführen zu können. Aus diesem Grund wird bei allen Märkten, bei der das Risiko besteht, dass überhaupt ein Standard gesetzt werden könnte, möglichst früh standardisiert, um eben solche Nachteile für das eigene Unternehmen zu vermeiden.
Obwohl Standards eigentlich darauf gerichtet sind, Marktsegmentierung zu verhindern, sind einige Standards gerade deswegen gesetzt worden, um eine Marktsegmentierung erst zu ermöglichen. So definiert die Norm ISO 13406-2 z.B. die Pixelfehlerklasse 1 (kein Pixelfehler ist zulässig) und die Pixelfehlerklasse 2, welche z.B. 3 Pixelfehler bei einem SXGA+-TFT-Bildschirm zulässt. So gut für alle Flüssigkristallbildschirme für Notebooks wird nur die Pixelfehlerklasse 2 vertraglich zugesichert. Deswegen sind Notebooks mit Bildschirmen der vertraglich zugesicherten Pixelfehlerklasse 1 unverhältnismäßig teuer oder überhaupt nicht mehr käuflich zu erwerben. Auf diese Weise werden Konsumenten dazu gezwungen, Bildschirme der Pixelfehlerklasse 2 zu akzeptieren, obwohl es in jeder Serie von Flüssigkristallbildschirmen genügend Exemplare der Pixelfehlerklasse 1 gibt. Bevor die Pixelfehlerklasse 2 zum de-facto-Standard für Pixelfehler wurde, war jeder Pixelfehler ein Mangel und daher ein Grund, ein Austauschgerät zu verlangen. Da Pixelfehler nur dem "versierten Konsumenten" als Mangel auffallen, konnte so erfolgreich eine Marktsegmentierung zwischen "unwissendem Konsumenten" (Pixelfehlerklasse 2) und "versiertem Konsumenten" (Pixelfehlerklasse 1) betrieben werden, sodass zum einen letzterer zur Zahlung höherer Preise gezwungen ist, um seine erwartete Leistung erhalten zu können, zum anderen die Qualität der Produkte (hier TFT-Panels) kostensparend abgesenkt werden konnte.
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Weblinks
