Erklärung, Beschreibung und Bedeutung über Stichbandkeramik

Stichbandkeramik Bedeutung, Erklärung und Definition.

Table of contents
1 Einleitendes
2 Verbreitung
3 Keramik
4 Hausbau

Einleitendes

Auf die im westlichen Mitteleuropa älteste neolithische, d. h. jungsteinzeitliche Kultur der Linearbandkeramik folgt zeitlich die sogenannte Stichbandkeramik. Absolutchronologisch ist die Stichbandkeramik zwischen 4800 und 4200 v. Chr. anzusetzen. Wie die Kultur der Linearbandkeramik ist auch die Kultur der Stichbandkeramik nach der Verzierungstechnik auf der Keramik benannt: Die einzelnen Motive, Winkelbänder und vertikale und horizontale Linien, sind mittels eines mehrzinkigen Gerätes aus vielen Einstichen zusammengesetzt.

Verbreitung

Die Kultur der Stichbandkeramik ist in Bayern, Böhmen, Mähren und Österreich verbreitet. Westlich des Lechs sowie weiter nördlich schließen sich die Kulturen
Hinkelstein, Großgartach und die Rössener Kultur an. Bereits mit dem Ende der Linearbandkeramik wird ein Trend zur verstärkten Bildung von regionalen Gruppen fassbar. Während zur Zeit der frühen Linearbandkeramik das Erscheinungsbild der Kultur in Bezug auf Keramik, Hausbau und Werkzeuginventar relativ einheitlich war, entstehen nun örtlich begrenzte Ausprägungen in Verzierungsstilen. Die Stichbandkeramik ist ein Ausdruck der verstärkten Regionalisierung. Im Verlauf ihrer Entwicklung spaltet sie sich in weitere regionale Gruppen auf: So findet man in Bayern die sog. Gruppe Oberlauterbach, während beispielsweise in Böhmen die böhmische Stichbandkeramik verbreitet ist.

Keramik

Im Keramikinventar der Stichbandkeramik finden sich Flaschen, Kümpfe, Schüsseln, Schalen und beutelartige Gefäße. Sie sind häufig mit der charakteristischen Stichverzierung bedeckt. Zudem finden sich bisweilen plastische Verzierungen in Form von Knubben, Ösen etc.; besonders charakteristisch sind nach oben gezogene Handhaben, die als Hörnerhenkel bezeichnet werden.

Hausbau

Im Gegensatz zum geraden Langhaus der Linearbandkeramik weisen die Häuser in der Stichbandkeramik leicht gebauchte Längsseiten auf, erreichen aber noch immer beachtliche Längen (bis zu 40m). Die Häuser sind Pfostenbauten, d. h. eine Reihe von Ständern trägt das Dach. Die Wände wurden aus Flechtwerk mit Lehmbewurf gefertigt.


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