Talmud Bedeutung, Erklärung und Definition.
Der Talmud (hebräisch: תלמוד, Belehrung, Studium) ist nach dem Tanach, der hebräischen Bibel, das bedeutendste Schriftwerk des Judentums. Er ist sehr viel umfangreicher als die Bibel, vollständige Ausgaben kommen auf fast 10.000 Seiten in einem Dutzend Bänden. Es gibt verschiedene Traditionen des Talmud.
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2 Sogenannte "Talmud-Zitate" im Antisemitismus/Antijudaismus 3 Weblinks 4 Literatur |
Aufbau und Inhalt
Das Judentum sieht seinen Ursprung in den Moses am Berg Sinai gegebenen Gesetzen, die in der Tora aufgezeichnet sind. Die Erzählungen und Weisungen der Tora wurden von jüdischen Gelehrten kommentiert und zunächst mündlich (auch als mündliche Tora bezeichnet), viel später dann auch schriftlich tradiert. Diese Tradition wurde im 2. nachchristlichen Jahrhundert in der Mischna (hebräisch: Wiederholung) unter redaktioneller Federführung von Jehuda ha Nasi (genannt Rabbi) gesammelt.
Der Talmud umfasst die Mischna und ergänzt sie durch die kommentierende Diskussion in der Gemara (aramäisch: Lehre, Wissenschaft). Dabei steht die Mischna in heutigen Ausgaben gewöhnlich in der Mitte einer jeden Druckseite und die dazugehörige Gemara ist in kleinerem Druck rundherum angeordnet.
Der Überlieferungsstoff wird der Form nach unterschieden in gesetzliche Bestimmungen (Halacha) und erzählerische oder erbauliche Betrachtungen (Haggada).
Der Talmud liegt in zwei großen Ausgaben vor. Nach Umfang und inhaltlichem Gewicht ist der Talmud Bavli, der Babylonische Talmud das bedeutendere Werk. Er entstand in den relativ großen, geschlossenen jüdischen Siedlungsgebieten, die in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer, im Perserreich (im Gebiet des heutigen Irak) existierten. Daneben steht der erheblich kürzere und weniger wichtige Talmud Jeruschalmi, der in Palästina entstand und daher der Palästinische oder Jerusalemer Talmud genannt wird. Wenn einfach vom Talmud gesprochen wird, ist in der Regel der Babylonische Talmud gemeint.
Nach jüdischer Tradition, die auf Maimonides zurückgeht, gilt Rabbi Jochanan (†279 n.Chr.) als Verfasser des Palästinischen Talmuds. Da jedoch im Text später lebende Personen genannt werden, ist eine Endredaktion frühestens in der ersten Hälfte des 5. Jhdts. anzunehmen.
Der Babylonische Talmud wurde von den Rabbinen Abba Areka (genannt Raw) und Samuel Jarchinai (Mar) im Jahr 200 n.Chr. in Babylon begonnen während der Blütezeit des dortigen Judentums. Als maßgeblicher Redaktor gilt Rab Aschi (†427). Seine endgültige Form fand er wohl gegen Mitte des 5. Jhdts.
Im Laufe der Geschichte wurde auch der Talmud wiederum kommentiert. Hier ist vor allem der Kommentar des Rabbiners Schlomo ben Jitzchak, genannt Raschi, aus dem 11. Jahrhundert zu erwähnen, der in heutigen Talmudausgaben gewöhnlich mit abgedruckt wird.
Neben dem Hebräischen ist vor allem Aramäisch Sprache des Talmuds. Der Talmud wird gewöhnlich in den Originalsprachen studiert.
Siehe auch: Tora, Mischna, Judaismus, Rabbi
Diese Seite ist ein Artikel über Talmud. Seite Versuche, zum von von Beschreibung über bereitzustellen Talmud. Sie konnten Tatsachen über auch finden Talmud. Erklärung von Talmud.Sogenannte "Talmud-Zitate" im Antisemitismus/Antijudaismus
In antisemitischen Publikationen werden angebliche "Talmud-Zitate" verwendet, um ein schlechtes Licht auf das Judentum zu werfen. Wenn diese nicht direkt gefälscht sind, sind sie zumindest aus dem Zusammenhang gerissen. Im Talmud sind nämlich unzählige Diskussionen mit widerstreitenden Meinungen wiedergegeben, als Verschriftlichung der jeweils zeitgenössischen Auslegung der mündlich überlieferten Torah. Dabei werden oft auch bewusst abstruse Thesen (etwa: "Nichtjuden sind keine Menschen") in die Diskussion geworfen, nur um sie hinterher zu widerlegen und ad absurdum zu führen. Antijudaisten picken sich nun gerne solche Thesen heraus, verschweigen aber die folgende Widerlegung, sodass ein völlig verfälschter Eindruck über den Inhalt des Talmuds und somit über die jüdische Religion entsteht. Dies ist etwa dieselbe Logik, als wollte man sagen: "In der Bibel steht: Es gibt keinen Gott", weil sich darin der Vers findet: "Die Narren sagen, es gibt keinen Gott."Weblinks
Literatur
H.L. Strack, G. Stemberger: Einleitung in Talmud und Midrasch. München 1982 ISBN 3-406-08282-3
