Tiger Bedeutung, Erklärung und Definition.
Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Raubtier Tiger. Für andere Bedeutungen siehe Tiger (Begriffsklärung)| Tiger | ||||||||||||
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Der Tiger ist eine in Asien verbreitete, wegen der schwarz-gelben Streifung unverkennbare Katze. Er ist die größte aller Raubkatzen.
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2 Lebensraum 3 Lebensweise 4 Unterarten 5 Farbvarianten 6 Tiger in der menschlichen Geschichte 7 Literatur 8 Weblinks |
Die acht Unterarten sehen zwar einander alle sehr ähnlich, unterscheiden sich aber zum Teil beträchtlich in Größe und Gewicht. Die kleinsten Tiger leben in Indonesien, haben eine Kopfrumpflänge von 140 cm, eine Schwanzlänge von 60 cm und ein Gewicht von 120 kg (Männchen) beziehungsweise 90 kg (Weibchen). Ganz anders liegen die Größenverhältnisse beim Sibirischen Tiger: Eine Kopfrumpflänge von 2 m oder mehr, ein 90 cm langer Schwanz und ein Gewicht von 250 kg (Männchen) beziehungsweise 150 kg (Weibchen) machen diese Unterart zum größten landbewohnenden Raubtier nach den Bären.
Die Grundfarbe schwankt je nach Unterart zwischen Goldgelb und Rotorange. Die Unterseite des Tigers ist weiß. Die schwarzen Querstreifen ziehen sich vom Kopf über den ganzen Körper bis zur Schwanzspitze, und auch die Beine sind in gleicher Weise gestreift. Die südlichen Tiger-Unterarten haben eine leuchtendere Körperfarbe und besonders breite Streifen; sibirische Tiger sind blasser und haben dünnere Streifen, die sich nicht so kontrastreich vom Körper abheben. Alle sind aber zweifelsfrei auch von einem Laien als Tiger zu erkennen.
Das Fell ist meistens kurzhaarig, bei den Sibirischen Tigern des Nordens aber dicht und langhaarig, um den Körper warm zu halten. Die Länge der Haare eines Bengaltigers liegt bei etwa 1 cm, während die Haare eines Sibirischen Tigers 5 cm am Rücken und bis zu 10 cm am Bauch messen.
Die einziehbaren Krallen eines Tigers können 10 cm lang werden. Die Eckzähne (Canini) messen etwa 6 cm.
Verbreitet ist der Tiger von Indien ostwärts bis China und Südostasien und nordwärts bis über den Amur hinaus ins östliche Sibirien. Die einzige heute von ihm bewohnte Insel ist Sumatra, während er auf anderen Inseln Indonesiens ausgerottet ist. Einst lebten Tiger auch westlich von Indien in Vorderasien und der Türkei, doch hier sind sie seit langem ausgerottet. Nähere Angaben zu den Verbreitungsgebieten: siehe Unterarten.
Tiger sind Waldtiere. Sie brauchen die Deckung des Unterholzes, in dem ihnen ihre Streifung die beste Tarnung gibt. Je nach Region leben sie in tropischen Regenwäldern, gemäßigten Laubwäldern oder borealen Nadelwäldern.
Tiger sind Einzelgänger, bei denen Männchen und Weibchen nur kurzzeitig zur Paarung zusammenkommen. Durch Markierung mit Urin grenzen sie ein Revier ab, dessen Größe von der Verfügbarkeit von Beutetieren abhängt. Im Süden umfasst so ein Revier etwa 30 bis 50 km², im Norden bei den Sibirischen Tigern bis zu 250 km² und mehr. Weibchen unterhalten meistens deutlich kleinere Reviere als Männchen. Als sehr territoriale Tiere verteidigen Tiger ihr Revier erbittert und greifen jeden eindringenden Artgenossen an, gleich ob Männchen oder Weibchen. Nur zur Paarungszeit wird einem Weibchen der kurzzeitige Eintritt ins Revier eines Männchens erlaubt. Hat das Weibchen erst einmal geworfen, wird es besonders aggressiv, da ein nun eindringendes Männchen die Jungen töten könnte.
Männchen wandern meistens allein. Da junge Tiger bis zu drei Jahre bei ihrer Mutter bleiben, findet man Weibchen fast stets in Gesellschaft von jungen oder jugendlichen Tigern. Weibchen haben nur einen Wurf zur selben Zeit. Ihre Tragzeit beträgt etwa vier Monate, hiernach bringen sie zwei oder drei Junge zur Welt. Mit zwei Jahren werden Tiger geschlechtsreif. Ihre Lebensdauer liegt bei 20-25 Jahren.
In einem Tigerrevier befinden sich stets Seen oder Flüsse, da Tiger gern und häufig schwimmen. Durch häufiges Baden befreien sie sich von Lästlingen und Parasiten, und auch Nahrung finden sie im Wasser.
Meistens ernähren sich Tiger von großen Säugetieren. Huftiere wie Antilopen, Hirsche, Schafe, Ziegen und Wildschweine sind die Hauptbeute, seltener auch kleinere Beute wie Hasen, Kaninchen und Wasservögel. Tiger schleichen sich an ihre Beute heran, springen sie an und drücken sie mit den kräftigen Vorderpfoten auf den Boden. Zum Töten beißen sie ins Genick (wobei die kräftigen Kiefer das Genick brechen) oder in die Kehle.
Für gewöhnlich werden Menschen nicht von Tigern angegriffen. Es kommt aber immer wieder zu solchen Vorfällen und manche Tiger werden aus unbekannten Gründen zu nahezu reinen Menschenfressern. Besonders die kleinen Tiger Südostasiens haben einen Hang zu solchem Verhalten. Wenn ein Tiger erst einmal Geschmack an Menschenfleisch gefunden hat, hört er für gewöhnlich nicht auf. Tiger dringen allerdings nicht in menschliche Siedlungen ein, sondern töten Menschen, die ihre Dörfer verlassen, zum Beispiel Holzfäller und Sammler. Um solche Angriffe zu vermeiden, ist es in vielen Gegenden üblich geworden, dass Menschen Masken auf dem Hinterkopf tragen; da Tiger nur von hinten angreifen, lassen sie sich hierdurch irritieren.
Es werden neun Unterarten unterschieden, von denen drei bereits ausgestorben sind:
Es gibt wie bei den meisten Wirbeltieren abweichende Farbvarianten, deren Besonderheit weniger aus biologischer als aus kulturhistorischer Sicht besteht, da sie von lokalen Herrschern als Kostbarkeiten gezüchtet wurden und auch heute noch in Shows (zum Beispiel Siegfried und Roy) als Attraktionen gelten. Besonders bekannt sind weiße Tiger. Es handelt sich dabei nicht um Albinos – den weißen Tigern fehlen die roten Augen eines Albinos – stattdessen sind die Augen weißer Tiger blau. Nur beim Bengaltiger kommt die weiße Variante vor. Die meisten dieser weißen Tiger haben dennoch die schwarze Streifung; sehr selten sind weiße Tiger ohne Streifen. Seit 1958 sind in der Wildnis keine weißen Tiger beobachtet worden. Eine weitere, ebenfalls sehr seltene Farbvariante sind goldene Tiger, die eine blassgelbe Grundfarbe mit hellbrauner Streifung haben.
Im antiken Griechenland wurden Tiger erst durch die Feldzüge Alexanders des Großen in Asien bekannt.
Der erste Tiger in Rom war ein Geschenk an Augustus aus Indien im Jahre 19 v. Chr Der zweite Tiger wurde zur Eröffnung des Marcellus-Theaters im Jahre 11 v. Chr der Bevölkerung gezeigt. Während der Hochzeit Elagabals wurden 51 Tiger vorgeführt und getötet.
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