Utopie Bedeutung, Erklärung und Definition.
Die Utopie ist die Vorstellung von etwas Besserem, viele meinen, von etwas nicht zu Verwirklichendem. Im allgemeinen: ein Wunschtraum, ein Konzept, eine Vision. Der Begriff "Utopie" leitet sich aus den griechischen Worten: eutopie=guter Ort und outopie=kein Ort -> "ideale Welt in weiter Ferne" ab. Einer der ersten utopischen Romanee war Utopia von Thomas Morus, geschrieben 1516, in dem eine bessere Gesellschaft beschrieben wird.Die Utopie liegt fast immer in der Zukunft. In der Gegenwart bereits vorhandene Ansätze werden weitergedacht, oder hinterfragt. Diskussionen um Utopien bewegen sich um die Dichtomie möglich - unmöglich. Utopien stellen den gegenwärtigen Zustand in Frage, weil sie behaupten, etwas Besseres sei möglich.
Oft bezeichnet Utopie eine Gesellschaft, in der Menschen ein alternatives Gesellschaftssystem praktisch leben. Utopie kann auch literarische oder filmische Werke bezeichnen, in denen eine solche "utopische" bessere Gesellschaft vorgestellt wird. Obwohl Utopien durchaus auch praktisch ausgerichtet sein können, wird der Begriff vorwiegend mit optimistisch-idealistischen Ideen verbunden, die sehr schwer, wenn nicht unmöglich zu realisieren sind. In einer Utopie drücken sich die jeweilige Ideologie und das Menschenbild dessen aus, der ihre Verwirklichung anstrebt.
Schon Thomas Morus warnte vor der Verwirklichung seiner Utopie, weil diese unweigerlich zu einer unmenschlichen Diktatur führen würde. Andererseits gleichen manche Aspekte des Alltagslebens am Beginn des 21. Jahrhunderts technischen Utopien aus den 1950er Jahren (Internet, Raumfahrt) oder übertreffen diese noch (Gentechnik).
Negative, pessimistische Zukunftsvisionen (wie beispielsweise George Orwells '1984' oder die Visionen des Cyberpunk-Genres) bezeichnet man auch als Dystopien.
Gesellschaftliche Utopien
Sozialistische und kommunistische Utopien behandeln bevorzugt die gerechte Verteilung von Gütern, oft bei gleichzeitiger Abschaffung des Geldes ("jedem nach seinen Bedürfnissen"). Es existieren sogar Vorstellungen der Abschaffung von der Arbeit an sich (Paul Lafargue, Situationismus). Die Bürger gehen nur noch solchen Tätigkeiten nach, in denen sie sich selbstverwirklichen können.
Es bleibt viel Zeit, die Künste und Wissenschaften zu pflegen.(Siehe auch utopischer Sozialismus, Freizeit).
Ob das von Francis Fukuyama behauptete Ende der Geschichte auch eine Utopie darstellt, ist fraglich, da diese in der bereits vorhandenen Welt bestände.
Religiöse Utopien
Christliche und islamischeische Vorstellungen vom Himmel sind utopischer Natur, speziell in volkstümlichen Vorstellungen, die ein Leben ohne Sorgen und Leid enthalten. Es existieren auch utopische Vorstellungen, das Reich Gottes auf Erden zu verwirklichen (Gottesstaat).
Auch das buddhistische Nirwana, in dem der Einzelne aufgeht, ist in gewissem Sinne utopisch.
Wissenschaftlich-technische Utopien
Mit dem Fortschritt wissenschaftlicher Kenntnisse und technischer Fähigkeiten werden die Lebensbedingungen verbessert, Krankheiten und der Tod besiegt.
Sogar das Wesen des Menschen kann eine gezielte Veränderung erfahren.
(Siehe auch Science Fiction, Automatisierung, Technizismus)
