Erklärung, Beschreibung und Bedeutung über Vögel

Vögel Bedeutung, Erklärung und Definition.

Weiteres siehe: Die Vögel
Vögel
(Thalassarche melanophris]]
Schwarzbrauenalbatros (T. melanophris)
: NeumĂŒnder (Deuterostomia)
: Chordatiere (Chordata)
: Wirbeltiere (Vertebrata)
: KiefermÀuler (Gnathostomata)
: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
: Vögel (Aves)
Unterklassen
Die Vögel (Aves) (von althochdeutsch: fogal zu: fliegen) bilden neben den Amphibien (Amphibia), Reptilien (Reptilia) und SÀugetieren (Mammalia) eine Klasse von Landwirbeltieren (Tetrapoda). Die Wissenschaft von den Vögeln ist die Ornithologie. Die Vögel leben auf allen Kontinenten; es gibt rund 9000 lebende Arten von Vögeln.

Table of contents
1 Allgemeine Kennzeichen
2 Entwicklungsgeschichte (Evolution)
3 Sinne der Vögel
4 Ordnungen und Familien der Vögel
5 Vogelschutz
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Weblinks

Allgemeine Kennzeichen

  • Vögel sind Wirbeltiere (Vertebrata) und teilen mit diesen die Merkmale WirbelsĂ€ule und zwei Paar ExtremitĂ€ten, wovon die vorderen als FlĂŒgel dienen.

  • Das Gefieder bestimmt das Ă€ussere Gesamtbild der Vögel wesentlich: Der Körper ist von Federn bedeckt. Diese Strukturen aus Kreatin dienen beim Fliegen als TragflĂ€che und SteuerflĂ€che, einer aerodynamisch gĂŒnstigen Verkleidung des Körpers, und als Isolation, die sogar meist je nach Temperatur und Wind verĂ€nderbar ist. Ferner hat das Gefieder Farben und dient oft der sexuellen Werbung. Bei Wasservögeln ist es wasserdicht und sorgt fĂŒr Auftrieb. Das Gefieder wird zu bestimmten Zeiten (Mauser) gewechselt.

  • Alle heute lebenden Vögel besitzen einen Schnabel ohne echte ZĂ€hne. Es gibt aber ausgestorbene Arten von bezahnten Vögeln.

  • Alle bekannten Vogelarten besitzen eine konstante Körpertemperatur (Endothermie, Homoiothermie).
  • Mit wenigen Ausnahmen (zum Beispiel Laufvögel, Pinguine) sind Vögel flugfĂ€hig.
  • Das Vogelskelett ist leicht gebaut, es besitzt zur Gewichtsreduzierung hohle Knochen. Der Anteil der Knochenmasse macht nur 8 bis 9% der Gesamtmasse aus, wĂ€hrend er bei einigen SĂ€ugern bis zu 30% betragen kann. Das sehr grosse Brustbein hat einen vorspringenden Kiel, der als Ansatzpunkt fĂŒr das Paket der Flugmuskeln dient. Die Knochen sind grösstenteils hohl.
  • Die Herzschlagfrequenz ist hoch: Die maximale Herzschlagfrequenz eines Strauss betrĂ€gt 178 SchlĂ€ge pro Minute, diejenige eines Haussperlings 900 und schliesslich diejenige eines Blaukehlkolibris 1260 SchlĂ€ge pro Minute.
  • Das Zentralnervensystem ist stark entwickelt und unter den Sinnesorganen sticht besonders die LeistungsfĂ€higkeit des Auges hervor.
  • Die Stimmbildung erfolgt bei Vögeln nicht im Kehlkopf, da StimmbĂ€nder fehlen. DafĂŒr liegt an der Gabelung der Trachea ein gesondertes Organ, der Syrinx, auch als "unterer Kehlkopf" bezeichnet.
  • Die Vogellunge mit ihren LuftsĂ€cken ist komplizierter gebaut als die aller anderen Wirbeltiere.
  • Von den oben genannten Eigenschaften sind nur die Federn allein bei den Vögeln zu finden - so existieren (oder existierten) fliegende Tiere auch bei den SĂ€ugetieren (FledermĂ€use) und Reptilien (Flugsaurier), Eier werden auch von Reptilien und Lurchen gelegt und selbst die Schnabelform ist nicht auf die Vögel beschrĂ€nkt geblieben.

Entwicklungsgeschichte (Evolution)

Die Vögel entwickelten sich im Erdzeitalter der Trias. Ihre Vorfahren waren nach Ansicht der Mehrzahl der Forscher kleine Raubdinosaurier (Theropoden).

Der Ă€lteste bekannte Vogel ist der Archaeopteryx. Er besass den heutigen Vögeln Ă€hnlich FlĂŒgel. Fossilien wurden in den Solnhofener Plattenkalken (Oberer Jura) gefunden. Er ist nach seinen Federn benannt: Archaeoperyx bedeutet altertĂŒmliche Feder beziehungsweise UrflĂŒgel.

Die Verkaufsgeschichte der einzelnen Fossilexemplare, die Fundbeschreibung und Benennung spiegeln die KÀmpfe zwischen Kreationisten und AnhÀngern der Biologischen Evolution wieder: Archaeopteryx zeigt Merkmale von Reptilien und Vögeln, ein unbefiedertes Skelett mit schlechter Erhaltung kann leicht fehlbestimmt werden, was jahrelang beim Harlemer Exemplar der Fall war. Ob Archaeopteryx als direkter Vorfahre der Vögel in Frage kommt ist nicht klar. Viele meinen, dass er auf einem blind endenden Zweig des Stammbaumes einzuordnen ist.

Die Arten aus dem Jura hatten noch Kiefer mit ZĂ€hnen, eine lange SchwanzwirbelsĂ€ule und bewegliche, bekrallte Mittelhandknochen. Vermutlich waren sie - wie einige Sauropoden schon warmblĂŒtig. Auch die aus der spĂ€teren Kreide-Formation erhaltenen Wasservögel waren bezahnt. Die heutigen Vogelgruppen mit ihren unbezahnten Kiefern haben sich seit Anfang des TertiĂ€rs herausgebildet.

Wie kamen die Vögel phylogenetisch zu ihren Federn?

1995 in China entdeckte Urvögel aus der Unterkreide waren bezĂŒglich Krallenhand, Bauchrippen und Beckenbaubau dem ArchĂ€opteryx Ă€hnlich. Doch zeigten manche Versteinerungen Federn und ein krĂ€ftiges Brustbein wie heutige Vögel, ferner einen Schnabel ohne ZĂ€hne und schwanzwĂ€rts nur mehr eine kurze WirbelsĂ€ule. Als man 1998 einen gefiederten Minisaurier (Caudipteryx) fand, war die Entwicklung der Vögel, ihrer Federn und teilweise auch des Vogelflugs fast geklĂ€rt.

Demnach entwickelten die Vogelvorfahren zunĂ€chst sowohl an den Vorder- als auch an den HinterextremitĂ€ten Federn, offenbar zum Gleitflug von Baum zu Baum. Die FlĂŒgelbildungen an den HinterextremitĂ€ten wurden im Laufe der Evolution reduziert, so dass lediglich die Arm- und Handschwingen zum Fliegen ĂŒbrigblieben

Nach einer anderen These bildeten sich die Federn zuerst zum Schutz vor WĂ€rmeverlust bei bodenlebenden, zweibeinigen Sauriern. Auch heutige Vögel haben Tausende von relativ einfach gebauten Flaumfedern, aber nur etwa 50 Schwingenfedern. Eine Entwicklung von isolierendem Flaum zu komplexeren Flugfedern macht auch die Zwischenstufen der Entwicklung plausibler, die fĂŒr das Fliegen noch ungeeignet waren.

Die Vögel entfalteten sich schließlich in der Kreidezeit zu großer Artenvielfalt, erlitten aber an deren Ende - wie andere Organismengruppen - einen großen Verlust ihrer Arten und Taxa. Zu Anfang des TertiĂ€r entwickelten sich in sehr kurzerv Zeit aus den vermutlich wenigen ĂŒberlebenden Arten eine Vielzahl neuer Vogelgruppen, die die Grundlage unsere heutigen Vögel sind. Einige dieser Gruppen starben wieder aus. Vogelfossilien aus dem EozĂ€n (Grube Messel) belegen eine vielfĂ€ltige Vogelwelt, wobei die einzelnen Arten nicht nur heute noch lebenden Gruppen zuzuordnen sind. Ein Beispiel sind große, fleischfressende Laufvögel, die damals die Rolle der noch nicht entwickelten Raubtiere einnahmen.

FlugunfÀhige Vögel

Die FlugfĂ€higkeit ist bei einigen Vogelarten bzw. Gruppen sekundĂ€r verlorengegangen, d.h. sie sind flugunfĂ€hig. Das kann mehrere GrĂŒnde haben:

Sinne der Vögel

Die Sinnesleistungen der Vögel unterscheiden sich nicht grundlegend von den SÀugetieren. Allerdings gibt es aufgrund der anderen Lebensweise Unterschiede in der Konstruktion und der Gewichtung der einzelnen Sinne, die es oft schwer machen sich vorzustellen, wie Vögel ihre Umwelt wahrnehmen. (Passer domesticus)]]

Sehen

Je nach Ökologie besitzen Vogelaugen zahlreiche Spezialanpassungen. So können Eulen bei Nacht zwar mehr sehen als Tagvögel oder der Mensch, ihr Sehen ist allerdings weniger auf SehschĂ€rfe, als auf Lichtausbeute ausgerichtet. Dies funktioniert aufgrund gleicher Physik wie bei lichtstarken Objektiven, die ebenfalls mit wenig Licht auskommen, sich dabei aber SchĂ€rfeprobleme, besonders mit der TiefenschĂ€rfe einhandeln. Wanderfalken sind dagegen auf Tagjagd optimiert, sie können kleine Objekte wie Beutevögel ĂŒber Entfernungen von ĂŒber einem Kilometer ausmachen und verfolgen. Zumindest kleine Vögel sind in der Lage, UV-Licht zu sehen, bei großen Vögeln wird das UV-Licht vom Glaskörper des Auges zu stark ausgefiltert. Viele Arten besitzen nicht nur drei Farbrezeptoren wie der Mensch, sondern einen zusĂ€tzlichen Farbrezeptor fĂŒr UV-Licht. Zwei Grundtypen von UV-Rezeptoren sind nachgewiesen, einer mit einem Maximum von etwa 405 Nanometern einer mit 375 Nanometern. Der Nutzen des UV-Lichtes ist sehr unterschiedlich:

  • MĂ€use-Urin leuchtet im UV-Bereich, mĂ€usejagende Greife können so von oben eine Landschaft auf ihren MĂ€usereichtum beurteilen.

  • Bei FrĂŒchten kann der Reifegrad ganz anders beurteilt werden, manche Schimmelpilze besitzen im UV-Bereich andere Farben und fallen so besser auf.

  • Es gibt einige Vogelarten, bei denen sich die Geschlechter im fĂŒr uns sichtbaren Licht nicht unterscheiden, wohl aber im UV-Licht. Stare oder einzelne Meisenarten (Blaumeisen) sind dafĂŒr ein Beispiel.
Die meisten Vogelarten können mehr Bilder pro Sekunde unterscheiden als wir Menschen. In der Vogelhaltung werden daher Neonröhren nicht mit 50 Hertz betrieben, da dieses Licht fĂŒr Vögel flimmert. Vogelaugen sind anders als bei SĂ€ugern fest in der SchĂ€delkapsel fixiert, also unbeweglich. Je nach ökologischer Anpassung ist die FĂ€higkeit zum rĂ€umlichen Sehen von Art zu Art sehr unterschiedlich. Bei Artengruppen, bei denen entscheidend ist, dass sie andern nicht zum Raub zu fallen (z. B. Tauben und HĂŒhnervögel), sind die Augen seitlich am Kopf angeordnet. Dies erlaubt einen fast vollstĂ€ndigen Rundblick um 360°, die Überlappung der Sichtfelder und damit die FĂ€higkeit zum rĂ€umlichen Sehen ist aber relativ gering. Das andere Extrem stellen Eulen dar. Bei ihnen sind die Augen nebeneinander an der Vorderseite des Kopfes angeordnet (also wie bei Menschen). Die Sichtfelder der Augen ĂŒberlappen sehr stark, entsprechend gut ist daher auch das rĂ€umliche Sehvermögen. Die geringe seitliche Ausdehnung des Sichtfeldes wird durch eine sehr starke Beweglichkeit der HalswirbelsĂ€ule ausgeglichen, Eulen können ihren Kopf um bis zu 270° drehen.

Magnetsinn

Bei einigen Arten, besonders bei Zugvögeln, ist ein Sinn fĂŒr das Magnetfeld der Erde nachgewiesen. Dieser Sinn ist wahrscheinlich im rechten Auge des Vogels und/oder im Schnabel lokalisiert. Der Magnetsinn im Auge funktioniert wahrscheinlich mit Hilfe der so genannten Radikalpaarbildung. Hierbei lĂ€sst das ins Auge fallende Licht bestimmte MolekĂŒle zu Radikalen zerfallen. Diese Reaktion könnte durch das Erdmagnetfeld beeinflusst werden. Der Magnetsinn im Schnabel funktioniert durch eingelagerte magnetische Teilchen, die sich nach dem Magnetfeld der Erde ausrichten und so einen Reiz auf das umliegende Nervengewebe ausĂŒben. Im Gegensatz zum technischen Kompass richtet der Magnetsinn der Vögel nicht nach der Polung des Magnetfeldes, sondern basiert auf der Erkennung des Inklinationswinkels der Erdmagnetfeldlinien.

Hören

Vögel besitzen keine Ohrmuschel, die Ă€ußere Gehöröffnung ist von einem Kranz kleiner Federn umgeben. Zur Schallortung mĂŒssen Vögel daher intensive Kopfbewegungen ausfĂŒhren. Das Mittelohr besitzt nur ein Gehörknöchelchen, die Columnella, die dem SteigbĂŒgel der SĂ€ugetiere entspricht. Die Schnecke ist relativ kurz und nur leicht gewunden. Der Hörsinn ist bei Vögeln dennoch relativ gut entwickelt und hat beispielsweise bei Eulen große Bedeutung fĂŒr die Beutejagd. Der Frequenzbereich ist Ă€hnlich wie beim Menschen, tiefe Töne bis 100 Hz werden nicht wahrgenommen. Das zeitliche Auflösungsvermögen fĂŒr Töne liegt ĂŒber dem des Menschen. Ornithologen mĂŒssen sich bei vielen LautĂ€ußerungen von Vögeln damit behelfen, dass sie sie aufnehmen und verlangsamt abspielen, um die Details hören zu können.

Gleichgewichtssinn

Vögel besitzen mehrere unabhĂ€ngige Gleichgewichtsorgane. Neben einem Gleichgewichtsorgan im Ohr, sitzt ein zweites Organ im Becken, das zum Beispiel beim Sitzen auf Ästen die Körperlage analysiert. Vögel, bei denen dieses Organ zerstört ist, können ohne Gesichtssinn auf Störungen wie zum Beispiel das Drehen des Sitzastes nicht mehr richtig reagieren.

Geruchssinn

Sehr lange Zeit ging man von der Vorstellung aus, dass Vögel nur einen gering entwickelten Geruchssinn besitzen (sog. Mikrosmatiker). Als einzige Ausnahme galt der neuseelĂ€ndische Kiwi, der seine Nasenöffnung an der Schnabelspitze hat und sich vorwiegend nach dem Geruch orientiert. Neuere Untersuchungen zeigen aber, dass auch andere Vogelarten ein zumindest dem Menschen ebenbĂŒrtiges Geruchsempfinden haben.

Geschmackssinn

Die Geschmacksknospen der Vögel liegen nicht wie beim SĂ€uger auf der Zunge, sondern im Bereich des Zungengrunds und im Rachen. Die Anzahl der Geschmacksknospen ist deutlich geringer als bei SĂ€ugetieren (Ente etwa 200, Mensch 9000), dennoch ist der Geschmackssinn bei Vögeln nicht so untergeordnet wie man lange angenommen hat. Je nach Art spielt der Geschmack gegenĂŒber dem Tastsinn des Schnabels und der Zunge jedoch bei der Nahrungsauswahl eine untergeordnete Rolle.


Ordnungen und Familien der Vögel

Die Klasse der Vögel ist die artenreichste der Landwirbeltiere. Sie umfasst etwa 9.000 Vogelarten mit ca. 35.000 Unterarten. Von ihren zwei Unterklassen (Urkiefer- und Neukiefervögel) ist erstere klein und bis auf 6 Ordnungen ausgestorben. Hierhin gehören insbesondere die Laufvögel, die wegen des fehlenden Brustbeinkamms flugunfĂ€hig sind. Von den weiteren etwa 33 Ordnungen umfasst jene der Sperlingsvögel fast 60 Prozent aller Arten. In dieser Gruppe ist wiederum die Unterordnung der Singvögel (Oscines) die umfangreichste. Eine systematische Übersicht findet sich unter Systematik der Vögel.

Vogelschutz

Die Zahl der Vogelarten nimmt ab. Die aussterbenden Arten betrafen oft Inselpopulationen; sie wurden durch den Menschen oder von ihm eingefĂŒhrte andere Tierarten ausgerottet. GegenwĂ€rtig gelten ĂŒber 10% der 9000 rezenten Vogelarten als gefĂ€hrdet. Sie werden in sogenannten roten Listen aufgefĂŒhrt.

Siehe auch

Standvögel, Zugvögel, Vogelzug, Ausgestorbene Vögel, Vogeluhr, Portal Lebewesen, William Turner, Conrad Gesner, Carl von Linné, Konrad Lorenz, Vogelsang

Literatur

Einhard Bezzerl, Roland Prinzinger - Ornithologie, Verlag Eugen Ulmer Stuttgart, 2. Auflage, 1990

Weblinks


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