Erklärung, Beschreibung und Bedeutung über Vergiftung (Erste Hilfe)

Vergiftung (Erste Hilfe) Bedeutung, Erklärung und Definition.

Dieser Artikel behandelt die Maßnahmen der Ersten Hilfe bei Vergiftungen. Allgemeine medizinische Infos findet man im Artikel Vergiftung

Table of contents
1 Ursachen
2 Erkennen
3 Maßnahmen
4 weitere Maßnahmen durch Rettungsdienst bzw. im Krankenhaus

Ursachen

Aufnahme über den Verdauungsweg

Aufnahme über die Atemwege

  • Gase, zum Beispiel Gas im Haushalt oder Autoabgase
  • Dämpfe, zum Beispiel aggressive Pflanzenschutzmittel
  • Aerosole, zum Beispiel Sprühnebel von Insektiziden oder Desinfektionsmitteln

Aufnahme über den Blutkreislauf

  • Injektionen
  • Tierbisse, Stiche

Aufnahme über die Haut

  • Kontaktgifte

Erkennen

Symptome einer
Vergiftung sind:
  • Plötzlich auftretende Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Bewusstseinstrübung
  • Erregungszustände, Schock
  • Bewusstlosigkeit, Atemstörung, Atemstillstand, Herz-Kreislauf-Stillstand
  • bei Kontaktgiften (z.B. Schädlingsbekämpfungsmittel): Krämpfe, Lähmungen, vermehrter Speichelfluß (blau und schaumig)
Zur Identifizierung des Giftstoffes schauen Sie sich am Notfallort um, ob sie Verpackungen, Pflanzenreste o.ä. entdecken. So läßt sich die Ursache oft schnell ermitteln.

Besonderheiten bei Kindern

Kinder sind besonders gefährdet Opfer einer Vergiftung zu werden, da sie Vieles in den Mund nehmen. Dann tritt dass Problem auf, dass kleine Kinder Beschwerden nicht oder nicht differenziert artikulieren können.
 

Maßnahmen

Generell ist das Schema der
Rettungskette der Ersten Hilfe auch hier zu beachten.

Absichern und Eigenschutz, Notruf

Wie bei jeder Maßnahme der Ersten Hilfe sind zunächst Maßnahmen zum Eigenschutz zu treffen. Es hilft niemandem, wenn Sie sich auch noch selbst in Gefahr bringen. Zunächst ist nach Möglichkeit die Gefahrenquelle zu beseitigen. Ist dies nicht möglich, so ist die betroffene Person unverzüglich aus der Gefahrenzone zu bringen, da die Schwere der Vergiftung maßgeblich durch Konzentration und Dauer der Gifteinwirkung beeeinflußt wird.

Notruf / Vergiftungszentralen

Dann sollte schnellstmöglich der Notruf erfolgen. Dabei sind neben den normalen Angaben auch folgende Angaben wichtig:
  • Angaben zu den aufgenommenen Giften (Art, Konzentration)
  • Angaben zum Zeitpunkt und der Dauer der Giftaufnahme
  • Angaben zu Symptomen und ergriffenen Maßnahmen

Für Vergiftungsfälle gibt es in vielen Regionen einen spezialisierten Notruf, die so genannten Vergiftungszentrale:
  • Deutschland: 030/19 240
  • Österreich: 01/406 43 43

Kontrolle der Vitalfunktionen

Wichtig ist gerade bei Vergiftungen eine kontinuierliche
Kontrolle der Vitalfunktionen, da der gesamte Organismus durch die Vergiftung belastet wird.

bei Aufnahme über den Verdauungsweg

gibt es je nach eingenommener Substanz folgende Maßnahmen:
  • Bei Säuren und aggressiven Substanzen: Wenn der Betroffene bei Bewußtsein ist, können die Gifte durch Einnahme von Flüssigkeit in Körper verdünnt werden. Am besten eignet sich Wasser, Milch ist ungeeignet! Keinesfalls darf Erbrechen ausgelöst werden, da dies zu einer weiteren Schädigung von Speiseröhre und Rachenbereich führen würde.
  • Bei schaumbildenden Substanzen (vor allem Reinigungsmittel): Mäßiges Verdünnen durch Wasser. Das Entstehen von Schaum kann durch Einnahme von Speiseöl oder spezielle Medikamente ("SAB-Tropfen") gemindert werden. Um das Eindringen von Schaum in die Lunge zu vermeiden, darf kein Erbrechen ausgelöst werden.
  • Bei anderen Giftstoffen: Erbrechen durch Auslösen des Brechreizes im Rachen. Die sollte nur vom Betroffenen selbst unternommen werden, wenn es dazu in der Lage ist. Dann ist dem Notfallopfer Hilfestellung zu gebe. Das Erbrochene hilft bei der Analyse der Vergiftung und sollte daher aufgefangen werden.

bei Aufnahme über die Atemwege

  • ist die Gefahr für den Helfer groß. Zum Einen kann er die Giftstoffe selbst einatmen, zum Anderen besteht oft Explosionsgefahr. Im Zweifelsfalle sollte die Rettung immer durch Rettungspersonal mit Atemschutzausrüstung erfolgen.
  • Vermeiden Sie Feuer und elektrisches Licht.
  • Vorsicht bei geschlossenen Räumen, Silos und Gruben, da sich hier schwere Gase ansammeln können!
  • Sorgen Sie für ausreichende Belüftung.

bei Aufnahme durch Injektionen und Tierbisse

  • Den Verletzten ruhig lagern und möglichst wenig bewegen, damit sich das Gift nur langsam im Blutkreislauf verteilt.

bei Aufnahme über die Haut

  • Achtung! Da die Gifte über die Haut auch in den Körper des Ersthelfers eindringen kann ist jeglicher Kontakt mit dem Gift und dem Notfallopfer zu vermeiden!

Besonderheiten bei Kindern

  • beruhigen des Kindes und selbst Ruhe bewahren.
  • wenn das kind ansprechbar ist, Mund öfnen und eventuell vorhandene Reste des Eingenommenen mit einem Finger auswischen.
  • bei Säuglingen und Kleinkindern auf keinen Fall ein Erbrechen herbeiführen. Das sollte nur von einem erfahrenen Arzt mit einem speziellen Medikament ausgelöst werden.
  • Das "Hausmittel" Milch kann bewirken, dass das Gift schneller ins Blut aufgenommen wird. Also Finger weg davon! Auch Salzwasser ist schädlich!
  • Wasser, Tee oder Saft in kleinen Schlücken und Mengen verdünnt das Gift.

weitere Maßnahmen durch Rettungsdienst bzw. im Krankenhaus

Manche Vergiftungen können mit spezifischen Gegengiften (Antidota) behandelt werden.

Siehe auch


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