Erklärung, Beschreibung und Bedeutung über Walter Mehring

Walter Mehring Bedeutung, Erklärung und Definition.

Walter Mehring (* 29. April 1896 in Berlin; † 3. Oktober 1981 in Zürich), deutscher Schriftsteller, war einer der bedeutendsten satirischen Autoren der Weimarer Republik.

Table of contents
1 Leben
2 Werke
3 Literatur
4 Weblinks

Leben

Seine literarischen Anfänge brachten ihn zunächst mit dem Sturm-Kreis um Herwarth Walden und der Berliner Dada-Bewegung in Verbindung; seit den zwanziger Jahren publizierte er regelmäßig in verschiedenen literarischen Zeitschriften. Vor allem in der Weltbühne und im Tage-Buch schrieb er in Gedichten und satirischer Prosa gegen Militarismus, übersteigerten Nationalismus, Antisemitismus und Nationalsozialismus an. Er gehörte zu den Gründern des politisch-literarischen Kabaretts in Berlin (Titel seines ersten Gedichtbandes: Das politische Cabaret, 1920) und verfasste in den zwanziger Jahren Chansons und Texte für alle namhaften Berliner Kabarett-Theater: so für Max Reinhardts Schall und Rauch, für Rosa Valettis Cabaret Größenwahn und für Trude Hesterbergs Wilde Bühne. 1921 bis 1928 lebte er in Paris als Korrespondent und erforschte und übersetzte die Revolutionslieder der Pariser Commune. Seine Lieder, Gedichte, Chansons und Theaterstücke machten ihn früh berühmt - und verhasst: Sein Theaterstück Der Kaufmann von Berlin (1929), eine Persiflage auf die Inflationsgewinnler, uraufgeführt von Erwin Piscator an der Berliner Volksbühne, provozierte einen Skandal, die SA demonstrierte vor dem Theater; Joseph Goebbels verfasste in Der Angriff einen ganzseitigen Hetzartikel gegen ihn mit der Überschrift An den Galgen. Viele seiner Bücher landeten während der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Scheiterhaufen. Mehring entging nur knapp seiner Verhaftung durch die SA, emigrierte, wurde 1939 in Frankreich interniert und konnte 1941 in die USA flüchten. Nach dem Kriege kehrte Mehring nach Europa zurück und lebte bis zu seinem Tode zurückgezogen im Tessin, in München und Zürich.

Werke

Die Verlorene Bibliothek

Mehring widmete der auf der Flucht vor dem NS-Regime verlorenen Bibliothek seines Vaters (des Publizisten und Übersetzers Sigmar Mehring) sein wichtigstes Buch: Die verlorene Bibliothek, eine geistreiche Analyse der Wirkungslosigkeit der Dichter und Denker des 19. und frühen 20. Jahrhunderts angesichts der Barbarei des "
Dritten Reichs". Ausgesprochen dokumentarischen Wert haben seine Ausführungen über den Berliner Dadaismus, den literarischen Expressionismus, Surrealismus und Futurismus der zwanziger Jahre, die Prager Literaturszene zwischen den beiden Weltkriegen und den Beginn der nationalsozialistischen Verfolgung. Unter dem Eindruck der Nazi-Herrschaft und des Weltkriegs entstand eine faszinierende Mischung aus Autobiografie und Zeitbild, Literaturgeschichte, literaturkritischer und politisch-gesellschaftlicher Reflexion. Der Verfasser hatte die Idee zu diesen Aufzeichnungen während des Zweiten Weltkriegs in einem französischen Internierungslager und im amerikanischen Exil entwickelt. Es erschien zuerst 1951 in englisch als The Lost Library in New York, dann 1952 die deutsche Erstauflage.

Werkausgabe

Walter Mehring, Werke, hrsg. von Christoph Buchwald, Classen: Düssseldorf 1978-1983:
  • Müller. Chronik einer deutschen Sippe; Roman, 1978 [EA 1935]
  • Die verlorene Bibliothek. Autobiographie einer Kultur, 1978 [EA 1952]
  • Die höllische Komödie. Drei Dramen: Die höllische Komödie. Der Kaufmann von Berlin. Die Frühe der Städte, 1979
  • Wir müssen weiter. Fragmente aus dem Exil, 1979
  • Paris in Brand, Roman, 1980 [EA 1927]
  • Algier oder die 13 Oasenwunder / Westnordwestviertelwest oder Über die Technik des Seereisens. Zwei Novellen, 1980 ISBN 3546464516
  • Chronik der Lustbarkeiten. Die Gedichte, Lieder und Chansons 1918-1933, 1981
  • Staatenlos im Nirgendwo. Die Gedichte, Lieder und Chansons 1933-1974, 1981
  • Die Nacht des Tyrannen, Roman, 1983 [EA 1938] ISBN 3546464559
  • Verrufene Malerei. Erinnerungen eines Zeitgenossen und 14 Essais zur Kunst, 1983

Literatur

  • Hermann Kesten, Walter Merhing. In: Meine Freunde die Poeten, München 1959
  • Jürgen Serke, Walter Mehring. Schüsse mitten ins deutsche Gemüt. In: Ders. Die verbrannten Dichter, Frankfurt a. Main (erw. Auflage) 1983, S. 134-151

Weblinks


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