Westpreußen Bedeutung, Erklärung und Definition.
Westpreußen ist eine ehemalige Provinz des Königreiches Preußen, die überwiegend das Gebiet Pomerellen zwischen Ostpreußen und Pommern und das Gebiet um die Stadt Danzig mit ihrem Hinterland entlang der Weichsel umfasste.
| Table of contents |
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2 Verwaltungsgliederung Provinz Westpreußen (vor 1920) 3 Das Ende der Provinz 4 Das ehemalige Provinzgebiet heute 5 Weblinks 6 Landkarten von Preußen |
Teile von Westpreußen (Pomerellen- oder Kleinpommern; heute polnisch Pomorze Gdańskie, Danziger Pommern genannt) wurden 997 von Mieszko I erobert, dem Freiheitskämpfe der Pommern und Preußen gegen ständig wiederholte Eroberungsversuche der Polen in den nächsten Jahrhunderten folgten. in der 2. Hälfte der 11. Jahrhundert wurde es von Gnesen unabhängig, zur Zeit von Bolesław Krzywousty (1119) aber wieder von Polen unterworfen. Seit 1138, als die politische Zersplitterung Polens began, gehörte Danziger Pommern zum so genannten Senioralbezirk mit Sitz in Krakau. Ab 1181 stand Pommern direkt unter den Kaisern, welche die Regierungsämter weiter verliehen. Am Ende des 12. Jahrhunderts entstand die slawische Świętopełk-Dynastie mit Sambor I (1178-1207) und Mściwój I. (1209-1220) als Herrscher. Mitte 12 Jh. kam Pommern an Brandenburg.
Theoretisch akzeptierten sie die Macht der polnischen Könige über Pommern, in der Praxis blieb die Region aber autonom von Krakau. Nach dem Tode von Mściwoj II (1294) wurde Danziger Pommern an das wieder vereinigte Polen angeschlossen und blieb unter polnischer Kontrolle bis 1308-09. 1308 wurde das Land von brandenburgischen Truppen besetzt, die lokale Dynastie bat den Deutschen Orden um Hilfe, weil Polen damals über keine größere Armee verfügte. 1308 wurde Danzig von den Kreuzrittern erobert, ein Jahr später geriet auch ganz Pommern unter die Herrschaft des Ordens.
1440 entstand der Preußische Bund unter Leitung der Hansestädte Danzig, Elbing, Thorn, welcher 1454 das Königspaar, den Litauer und Polenkönig Kasimir Jagiello und deren Ehefrau Elisabeth Habsburg um Hilfe gegen den Deutschen Orden ersuchten.
Der um Unabhängigkeit bedachte Teil des preußischen Adels bat nun den Polenkönig Kasimir um Intervention. 1456 brach der Städtekrieg, der so genannte dreizehnjährige Krieg zwischen verschiedenen preußischen Fraktionen für und gegen die Regierung in Preußen durch den Katholischen Deutschen Orden aus, wegen der Verordnung von Kasimir (Kazimierz Jagiellończyk), welcher nun das ganze Preußen an Polen annektieren wollte. Nach dem Vertrag von Thorn 1466 wurde Preußen zweigeteilt:
das Gebiet zu beiden Seiten der unteren Weichsel mit Thorn, Kulm und Marienburg wurden 1515 vom Kaiser Maximilian an Polen angelehnt, der östliche Teil Preußens mit der Hauptstadt Königsberg dem deutschem Orden überlassen. Ermland wurde von einem imperialen Fürstbischof regiert.
Das spätere Westpreußen entspricht dem westlichen Teil des mittelalterlichen Ordensstaates Preußen, das durch den 2. Thorner Frieden 1466 unter die Oberhoheit des polnischen Königs kam und als später so genanntes Königliches Preußen zeitweise die Geschicke des Königreiches Polen teilt. Es behielt jedoch einen eigenen Landtag, das Recht zur Erhebung eigener Steuern, eigene Gerichtsbarkeit und eigenes Militär. Im Zuge der Reformation übernahmen die meisten Städte den evangelischen Glauben. Erst im Rahmen der 1569 geschlossenen Lubliner Union durch den Schwedischen Wasa-Polenkönig Wladislaw IV. wurde von polnischer Seite eine einheitliche Verwaltung für alle Gebiete des polnischen Königreiches beschlossen. Dabei ist aber zu erinnern, daß Krakau und Gnesen ab 1572 (Tode Wasas) von einem imperialen Fürstbischof regiert wurden.
Da die Stadt Danzig diesen Vertrag Polens nicht unterzeichnet hatte, gab es in der Folgezeit immer wieder Auseinandersetzungen zwischen der Stadtverwaltung und den polnischen Truppen.
1772 kam es in der sogenannten 1. Teilung Polens zum Königreich Preußen. Am 31. Januar 1773 beschloss König Friedrich II, das westliche Preußen als Westpreußen und das bisherige Herzogtum Preußen als Ostpreußen zu bezeichnen. Hauptstadt Westpreußens wurde Danzig (polnisch Gdańsk).
Nach dem Wiener Kongress 1815 wurden Ostpreußen und Westpreußen als Provinzen errichtet. Von 1824 bis 1829 waren sie personell und von 1829 bis 1878 real zur "Provinz Preußen" vereinigt.
Da viele polnisch-sprechende Menschen aus Russland-Polen nach Westen zogen und wiederum viele Deutsche durch Industrialisierung auch westlich gingen, wurde der Prozentsatz polnisch-sprachiger Menschen im Deutschen Osten immer größer. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielten diese preußischen (ethnisch polnische) Kandidaten in Westpreußen (ihrem Bevölkerungsanteil entsprechend) rund ein Drittel der Wählerstimmen, in einigen ländlichen Wahlkreisen (Berent, Karthaus, Neustadt) erreichten sie auch das Reichstagsmandat.
Nach dem ersten Weltkrieg kam Westpreußen durch den Vertrag von Versailles überwiegend an Polen (polnischer Korridor) und an die Freie Stadt Danzig. Der bei Deutschland verbliebene östliche Restteil wurde als Regierungsbezirk Westpreußen mit dem Sitz in Marienwerder der Provinz Ostpreußen angegliedert. Ein kleiner ebenfalls bei Deutschland verbliebener westlicher Teil (Kreise Deutsch Krone, Flatow und Schlochau) wurde 1922 mit
dem beim Deutschen Reich verbliebenen Rest der Provinz Posen (Stadtkreis Schneidemühl und Kreise Bomst, Fraustadt, Meseritz, Schwerin (Warthe) und Netzekreis) zur neuen preußischen Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen vereinigt, welche 1938 jedoch aufgelöst und auf die Nachbarprovinzen Brandenburg, Pommern und Schlesien aufgeteilt wurde. Zu Zeiten der Weimarer Republik galt der deutsch-polnische Grenzverlauf in der Region Westpreußen als strittig, da sich bedeutende Teile der deutschen Gesellschaft nicht mit der Abtretung eines großen Teils des Gebietes an Polen abfinden wollen.
Nach der deutschen Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieges wurden die bis dahin zu Polen bzw. zur Freien Stadt Danzig gehörenden Teile Westpreußens Ende 1939 vom Deutschen Reich annektiert. Aus ihnen wurde zusammen mit dem bis dahin zur Provinz Ostpreußen gehörenden Regierungsbezirk Westpreußen der Reichsgau Danzig-Westpreußen gebildet.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das gesamte Gebiet Westpreußens von sowjetischen Truppen in blutigen Kämpfen erobert. Nach dem Ende der Kämpfe wurde das Gebiet an Polen zurückgegeben bzw. unter polnische Verwaltung gestellt. Während die staatliche Zugehörigkeit der zum Deutschen Reich in den Grenzen von 1937 gehörenden Gebiete (Ostpreußen, Hinterpommern, Grenzmark Posen-Westpreußen, die Neumark Brandenburg und Schlesien) bis zum Deutsch-Polnischen Grenzvertrag umstritten blieb, erhob die Bundesrepublik Deutschland im Gegensatz zur Weimarer Republik niemals territoriale Ansprüche auf die schon vor dem Zweiten Weltkrieg zu Polen gehörenden Teile Westpreußens.
Nach 1920 verblieben von Westpreußen die folgenden Kreise bei Deutschland:
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Verwaltungsgliederung Provinz Westpreußen (vor 1920)
Regierungsbezirk Danzig
Stadtkreise
Landkreise
Regierungsbezirk Marienwerder
Stadtkreise
Landkreise
Das Ende der Provinz
Vom Regierungsbezirk Marienwerder:
Vom Regierungsbezirk Danzig:
¹ ab 1922 Teil der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen; die anderen bei Deutschland verbliebenen Kreise gehörten ab 1919 zu OstpreußenDas ehemalige Provinzgebiet heute
Heute gehört das Gebiet der ehemaligen Provinz Westpreußen zu den polnischen Woiwodschaften Pommern und Kujawien-Pommern.Weblinks
Landkarten von Preußen
Folgend sind Weblinks mit historischen Landkarten von Preußen einschließlich Westpreußen, Ostpreußen, Ermland, Freie Stadt Danzig seit circa 1500
bis zum 20ten Jahrhundert:
