Erklärung, Beschreibung und Bedeutung über Zeitalter der AufklĂ€rung

Zeitalter der AufklĂ€rung Bedeutung, Erklärung und Definition.

Der folgende Artikel handelt hauptsÀchlich von der AufklÀrung als Epoche der europÀischen Geistesgeschichte. Weitere Bedeutungen unter AufklÀrung (BegriffsklÀrung).
Das Zeitalter der AufklĂ€rung bezeichnet eine Epoche in der intellektuellen Entwicklung der westlichen Gesellschaft im 16. bis 18. Jahrhundert, die besonders durch das Bestreben geprĂ€gt ist, die Denkweise von althergebrachten, starren und ĂŒberholten Vorstellungen zu befreien und Akzeptanz fĂŒr neu erlangtes Wissen zu schaffen. Die Menschen dieser Zeit profitierten vom Erkenntniszuwachs der vorangegangenen Renaissance und entwickelten wesentliche Errungenschaften weiter.

Table of contents
1 AufklÀrung im Allgemeinen
2 Geschichtlicher Hintergrund
3 Allgemeine Charakteristika
4 BerĂŒhmte Vertreter der AufklĂ€rung:
5 Literatur

AufklÀrung im Allgemeinen

Unter AufklĂ€rung im allgemeinen Sinne versteht man einen gesellschaftlichen Emanzipationsprozess, dessen Ziel es ist, traditionelle, auf Frömmigkeit beruhende, autoritĂ€re Geisteshaltungen kritisch zu hinterfragen, um einer ernĂŒchterten Kultur des Verstandes Vorschub zu leisten. Der aufgeklĂ€rte Mensch soll nicht mehr den Vorgaben der Obrigkeiten vertrauen, sondern aus "seiner selbst verschuldeten UnmĂŒndigkeit" (Kant) ausbrechen und sein Leben selbstbestimmt in die Hand nehmen. Beispiele fĂŒr AufklĂ€rungsprozesse sind die griechische AufklĂ€rung im Zeitalter der Antike oder die moderne europĂ€ische AufklĂ€rung, die sich auf erstere stĂŒtzt.

Die moderne europĂ€ische AufklĂ€rung beginnt mit der Wiedergeburt des antiken Geistes in der Renaissance. Diese und die Reformation bilden das Vorspiel fĂŒr das so genannte Zeitalter der AufklĂ€rung.

Das Zeitalter der AufklÀrung wird oft kurz AufklÀrung genannt, obwohl der AufklÀrungsprozess eine menschheitliche und welthistorische Dimension hat und nicht erst im 17. Jahrhundert in West-Europa begann und sich auch nicht am Ende des 18. Jahrhunderts verabschiedete.

Man kann das Zeitalter der AufklĂ€rung auch mit dem Romanisten Werner Krauss in FrĂŒhaufklĂ€rung, AufklĂ€rung und SpĂ€taufklĂ€rung unterteilen. Dann versteht man unter AufklĂ€rung im engeren Sinne die Periode in der Mitte des 18. Jahrhunderts, die in Frankreich geistesgeschichtlich von den Diskussionen um die EncyclopĂ©die bestimmt wurde.

Mit der Zeit dieser AufklÀrung ging ein naturwissenschaftlicher und technischer Erkenntnisfortschritt einher. Er beeinflusste auch stark die Bildung humanistischer Vorstellungen, denn auch die Ethik sollte rationalen Kriterien unterworfen werden.

Geschichtlicher Hintergrund

Das Zeitalter der AufklĂ€rung ist die Epoche der europĂ€ischen Geistesgeschichte im 17. und 18. Jahrhundert. Sie war geprĂ€gt durch eine Bewegung der SĂ€kularisierung und eine Abkehr von der absolutistischen hin zu einer demokratischen Staatsauffassung und dem Aufkommen von Gedanken zu Menschen- und BĂŒrgerrechten. Die Bewegung trat fĂŒr ein vernunftgemĂ€ĂŸes Denken und gegen Vorurteile und religiösen Aberglauben ein, gegen den sie eine "Vernunftreligion" entwickelte; Wissenschaft und Bildung sollten gefördert und auch in den "niederen" Volksschichten verbreitet werden.

Die AufklĂ€rung ging von Deutschland, England und Frankreich aus. Die wichtigsten Voraussetzungen fĂŒr die AufklĂ€rung waren jedoch die vorausgegangene Renaissance, die neuen Entdeckungen in Übersee und das daraus entstandene neue Weltbild, die Papierherstellung und der Buchdruck. Damit wurde der Bucherwerb auch fĂŒr das bĂŒrgerliche Publikum erschwinglich, ein Verlagswesen mit Zeitungsproduktion und Buchmarkt entstand.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war Reiseliteratur in Mode. Hatte man zuvor den EuropĂ€er (und Christen) fĂŒr ĂŒberlegen gehalten, las man nun, dass manche Anders- oder UnglĂ€ubige, wie zum Beispiel die Chinesen, sehr wohl hohe Prinzipien und eine eigene Hochkultur haben konnten. Die Reiseliteratur jener Tage ĂŒbte derart mehr oder weniger deutlich Kritik an der europĂ€ischen Gesellschaft. In fiktiven Reiseberichten, z.B. Montesquieus Persischen Briefen, in denen zwei Perser Europa besuchen, sehen die Leser ihre Welt durch die Augen der Fremden - mit erhellenden komisch-satirischen Effekten.

Allgemeine Charakteristika

Der wichtigste Grundsatz der AufklĂ€rung besagte, dass die Vernunft imstande ist, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Nicht wenige AnhĂ€nger der AufklĂ€rung landeten wegen dieser Überzeugung und ihrer Forschungsergebnisse hinter Schloss und Riegel wie Galilei oder mussten fliehen.

Kantss Leitspruch: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" ("Sapere aude.") zielt auf den Ă€ußeren Widerstand gegen die AufklĂ€rung, aber auch auf die innere Befreiung von der Bevormundung. Spinoza vertrat in seinem Theologisch-politischen Traktat von 1670 die These, dass Judentum und Christentum lediglich vergĂ€ngliche PhĂ€nomene ohne absolute GĂŒltigkeit seien. Die Forderung der AufklĂ€rer nach Gedanken- und Glaubensfreiheit konnte sich unter anderem auf John Lockes "Briefe ĂŒber die Toleranz" (1689) berufen. John Toland veröffentlichte 1696 ein Buch, in dem er behauptete, die Bibel sei zum Teil eine FĂ€lschung und die Kirche habe ein Interesse daran, Menschen zu tĂ€uschen. Jean Meslier ging in seinen Beobachtungen und Forderungen noch wesentlich ĂŒber Toland hinaus. Pierre Bayle attackierte den Aberglauben, dass Kometen Unheil ankĂŒndigen, und andere Vorurteile, wĂ€hrend der HollĂ€nder Balthasar Bekker die Hexenprozesse aufs Korn nahm.

Die Menschen der AufklĂ€rung beflĂŒgelte der Glaube, Vernunft und Freiheit wĂŒrden die Menschheit in absehbarer Zeit von UnterdrĂŒckung und Armut erlösen. Auch glaubten viele an den Slogan "Wissen ist Macht". In Frankreich entstand so die berĂŒhmte EncyclopĂ©die. Herausgegeben wurde sie von Denis Diderot und Jean d'Alembert, und etliche AufklĂ€rer mit großem Namen wie Voltaire und Montesquieu schrieben Artikel fĂŒr das Hauptwerk der AufklĂ€rung.

Jean-Jacques Rousseau beteiligte sich ebenfalls. Er wird meist als AufklĂ€rer bezeichnet, doch das ist bedenklich. Seine Schriften waren eher emotional und seine Gedanken alles andere als klar, weshalb er denn auch von Voltaire verspottet wurde, von dem Mann, der als der bedeutendste französische AufklĂ€rer gilt. Voltaire war ein unerbittlicher Gegner der Kirche und ein Erneuerer der Geschichtsschreibung. Einen großen Teil seines guten Rufs verdankt er seinem erfolgreichen Kampf gegen krasse IrrtĂŒmer bzw. WillkĂŒr-Urteile der Justiz.

Die AufklĂ€rung war im so genannten Zeitalter der AufklĂ€rung vor allem Sache der Wohlhabenden, namentlich des ökonomisch erfolgreichen BĂŒrgertums. Manche Aristokraten sympathisierten sogar mit der Bewegung und unterstĂŒtzten in juristische oder finanzielle BedrĂ€ngnis geratene AufklĂ€rer. Condorcet ging so weit, seinen Adelstitel ganz abzulegen.

Aufgrund der strengen Zensur in Frankreich arbeiteten einige französische Druckereien in Amsterdam, wo auch berĂŒhmte AufklĂ€rer Zuflucht fanden. Schriften wurden von dort nach Frankreich geschmuggelt. Das gleiche Muster offenbarte sich in Österreich; viele Druckwerke erschienen in Deutschland.

Die AufklĂ€rung war nicht die einzige Ursache der französischen Revolution, hat sie jedoch in vielen Aspekten geprĂ€gt: ihre FĂŒhrer, radikale AnhĂ€nger der AufklĂ€rung, schafften den Einfluss der Kirche ab und ordneten Kalender, Uhr, Maße, Geldsystem und Gesetze anhand von rein rationalen Kriterien neu. Die französische Revolution markiert gemeinhin das Ende der AufklĂ€rung und den Beginn des (FrĂŒh-)Liberalismus.

Die extreme Betonung von Ratio und ObjektivitĂ€t der AufklĂ€rung fĂŒhrte zur Gegenbewegung der Romantik, die IndividualitĂ€t und subjektive Erfahrung betonten und die Menschen in einer Welt, in der Werte und Regeln einzig nach Kriterien der Vernunft bestimmt wurden, als Gefangene sah.

Allerdings schloss das Zeitalter der AufklÀrung auch einige bedeutende nicht-rationale Bewegungen ein wie beispielsweise den Mesmerismus und die Freimaurerei.

Noch stÀrker wird die AufklÀrung von Postmoderne und Dekonstruktivismus kritisiert, die absolute objektive Werte und Wahrheiten verneinen und Logik nicht als Basis des menschlichen Wissens sehen.

BerĂŒhmte Vertreter der AufklĂ€rung:

Siehe auch: französischer Materialismus, protestantische Reformation, Humanismus, Dialektik der AufklÀrung, Haskala

Literatur


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